Sichtbarwerden in deiner Zeit 2

Sichtbarwerden in deiner Zeit

Sichtbarwerden in deiner Zeit 3

Jesta Phoenix sitzt als Besucherin eines Infos-Abends in meiner Veranstaltung in Berlin. 2015 oder so.

Hinterher sagt sie (sinngemäß) zu mir: “Also ich glaub, das was Du da machst ist toll. Aber nichts für mich. Denn ich mache es genau anders wie alle anderen. Ich mach es langsam.”

Und das tut sie. Und deswegen ist sie Teil dieser Challenge.


Jestas Beitrag: Vom Mut eine faule Socke zu sein

Sichtbar sollst du sein. Schnell.

Und dann noch echt. Authentisch heißt so was.

Und individuell. Mach dein eigenes Ding. Scheißegal. Was ist scheißegal? Egal! Hauptsache du bist frei, wild, authentisch und machst dein Ding!

Und dann schaust du dich um und irgendwie machen alle doch das gleiche eigene Ding. Und zwar ganz viel davon. Ganz laut. Und schnell…

Slow ist chic – aber nicht wirklich

Bei allem Anti-Burn-out-Bewusstsein und bunten Slow-Zeitschriften ist es für viele immer noch mit viel Bauchgrummeln verbunden, das “Slow” wirklich ins Business fließen zu lassen… Egal in welchem Bereich.

Arbeiten ist eben erst Arbeiten wenn’s Malochen ist. 

Erst wenn’s weh tut, verdienen wir unseren Lohn, verdienen wir unsere Existenzsicherung. Manchmal auch erst dann unsere Existenzberechtigung – unsere Erlaubnis, uns was vom Tisch dieser Gemeinschaft zu nehmen…

Das sitzt tief.

Daher ist auch jede Bewegung, die du in deinem Business machst, erst dann wertvoll, wenn sie schnell, heftig, lautstark und groß stattfindet.

Bullshit. Das weißt du.

Und trotzdem immer wieder dieses schlechte Gewissen.

Vielleicht weißt du inzwischen gar nicht mehr, was ‚in deiner Zeit‘ eigentlich ist.

Es hat sich ja irgendwie noch nie jemand dafür interessiert. Seit du pünktlich zum Unterricht in der Schulbank sitzen musstest. Vielleicht schon vorher, seit du in der Kita dein tägliches Business in der Bastelecke beginnen musstest. Oder auch nur pünktlich zum Frühstück erscheinen solltest, egal ob du Hunger hattest oder nicht. Opa wartete halt.

Und nun – im Zuge der ständigen Selbstoptimierung – braucht es wieder ein individuelles Sein und Tun, das sich bei allem Wollen weder leicht noch im Flow anfühlt.

Du bist schon optimal.

Du brauchst gar nix werden. Du bist schon.

Und von mir aus nennen wir das Bedürfnis, es dir in dir drinnen ‚gemütlich zu machen‘ und dich nicht komplett aufzurauchen “eine faule Socke sein”.

Eine faule Socke sein braucht Mut.

Fomo (Fear of missing out – die Angst etwas zu verpassen) auszuhalten braucht Mut, wenn da draußen alle wirbeln und du gemütlich in den Tag kommst.  Nicht sofort in Aktivismus zu verfallen, wenn du dich in deinem Business unsicher fühlst, braucht auch Mut.

Lass uns das einfach mal nur so festhalten.

Es ist nicht easy. Es ist nicht flowy. Es ist erstmal nur schwer und braucht extra Umph von dir. 

Es fängt bei dir an. Immer wieder.

Und du brauchst auch gar nicht der Welt da draußen den Rücken zu drehen.

Du lebst mit ihr.

Es fängt aber eben nicht da draußen an und läuft zu dir zurück als Standard aller Dinge, dem du folgen musst, um dazu zu gehören.

Du gehörst bereits dazu.  Punkt.

Es geht darum, bei dir anzufangen. Dich zu kennen. Mit dir zu arbeiten, statt gegen dich. Deine Werte zu kennen und diese als Fundament deiner Arbeit zu nutzen.

Von dir aus trittst du in die Welt. Nicht umgekehrt.

Und dazu gehört eben auch dein Tempo.

Und das muss gar nicht unbedingt langsam sein.

Es muss nur deins sein.

Deine Geschwindigkeit, dein Rhythmus. Der kann und wird sich auch immer wieder verändern mit deinem Biorhythmus, mit deiner lebendigen Situation drumherum.

Auf deine Art, in deiner Zeit ist nicht nur netter, sondern vor allem effektiver.  

Immer wieder bei dir anzufangen tut dir und damit auch deinem Business gut:

  • Was du tust, tust du richtig. Du verplemperst dich nicht an der Vielzahl der Dinge, die du tust, sondern zielst mit geballter Ladung Fokus und Lebensverliebtheit auf das eine Wesentliche.
  • Deine Entscheidungen sind Aktionen, nicht lediglich Reaktionen. Du hast Zeit zu beobachten und auszuwerten. Anstatt auf jeden Gong da draußen als kopfloses Huhn loszurennen, behältst du das Gesamtbild im Blick. Damit bleibst du dir und deinen Werten treu, bist verlässlich in der Art und Qualität deiner Arbeit und kreierst eine Konstante, an der sich andere orientieren können.
  • Als faule Socke bist du attraktiver für andere. Na gut, sagen wir: du bist sexier, weil mehr von dir übrigbleibt. Du verschießt nicht alles schon vorher beim lauten auf die Trommel schlagen. Du gibst da, wo es drauf ankommt – beim Inhalt deiner Arbeit, in den Beziehungen zu anderen, im einfach da und präsent sein.

Was kannst du tun?

Komm immer wieder zu dir zurück.

  • Miste Dinge, Aktionen, Glaubenssätze und Leute aus, die einfach jenseits des Verfallsdatums bei dir sind. So hast du mehr Zeit und Raum für das, was wirklich zu dir gehört.
  • Entwickle deine eigene Entscheidungsroutine. Egal ob du erst drüber schläfst, mit einer Freundin telefonierst oder einen Fragebogen für dich ausfüllst. Komm einfach aus jedem Impuls zu reagieren zurück zu dir und frage als erstes, ob es überhaupt etwas von dir braucht. Ist es etwas, an dem du beteiligt sein möchtest oder ist es nur Lärm?
  • Genieß das Mehr, das von dir übrigbleibt. Es kann sein, dass du es erstmal wieder üben musst. Das Mutig Sein. Das nur so viel tun, wie notwendig ist. Das Pause machen bevor du dich gegen die Wand fährst. Das Lebendig bleiben und dich jeden Tag aufs Neue fragen, was du heute tun kannst, um dich bei dem zu unterstützen, was du mit deiner Arbeit in die Welt bringen möchtest.

Deine Jesta

Sichtbarwerden in deiner Zeit 4

Jesta Phoenix

Slow Business Coach

Website: phoenix-business-coaching.de/


Alle Artikel zur 21-Tage-Sichtbarkeits-Challenge 2020 findest Du hier:

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Gabriele
Gast

Als ich das Anschreiben von Christina vorhin las, musste ich fast lachen, denn ich bin das krasse Gegenteil. Als ich dann mit Deinem Artikel angefangen habe, war ich voller Begeisterung, weil ich gefühlt zum aller ersten Mal DAS SO gelesen habe. Ich möchte dazu sagen: ich komme als 55iger Jahrgang aus einer Zeit, als man glaubte, mit Leistung erreichst Du alles. Und ich war immer eine brave Schülerin!! Bullshit. Heute morgen habe ich die Fragen meiner Kollegin beantwortet, mit der ich demnächst über “Selbstsabotage” reden werde…. was eine Form der Selbstsabotage, nicht in Deinem eigenen Tempo zu arbeiten. Und ja… Weiterlesen »

Stefanie
Gast

Îch resoniere so mit deinen Worten und freue mich über dein Sein liebe Jesta! Gerade beim Lesen musste ich an meine Klientin denken, mit der ich vor dem Lesen deines Artikels eine Session hatte: „Lass dich selbst einfach mal in Ruhe“ ist ihre Aufgabe in den nächsten Tagen/Wochen „und beobachte was passiert, wenn du aufhörst ständig an dir (oder an anderen) rumzunörgeln…. 😉

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