Inneres Team - innerer Konflikt

Innerer Konflikt? Wenn Deine inneren Teamplayer gegen Dich spielen, ist hier die Lösung!

Susanne ist verzweifelt.

Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich richtig glücklich zu sein.

Aber sie schafft es einfach nicht.

Sie hat immer mal wieder glückliche Momente, aber sie schafft es nicht, diesen Zustand dauerhaft zu halten.

Und das löst ziemlichen Stress in ihr aus.

Stressfaktor Glück

Glücklich sein zu wollen ist ein richtiger Stressfaktor in ihrem Leben geworden, der letztendlich dazu führt, das sie oft unzufrieden und unglücklich ist.

“Isn’t it ironic, don’t you think…” würde Alana Morisette jetzt wohl singen.

Aber warum gelingt es Susanne nicht, ihr Glück dauerhaft einzufangen?

Was hindert sie am glücklich sein?

Was ist da los in ihr drin?

Irgendwann wird ihr klar, das es in ihrem Inneren geben muss, das ihr Glück blockiert.

Es scheint so, als würde es eine Instanz, eine innere Stimme in ihr geben, die das Glück verhindern möchte.

Und das ziemlich erfolgreich!

Diese innere Stimme scheint immer lauter zu werden, je glücklicher sie wird.

Je besser es ihr geht, desto lauter werden die Sätze in ihrem Kopf, die Dinge sagen wie:

  • „Wenn es so gut läuft, dann wird bestimmt bald was Schlimmes passieren.“
  • „Das hast du doch gar nicht verdient.“ oder
  • “Wirst schon sehen, das ist eh bald wieder vorbei!”

Ihre innere Stimme arbeitet mit vollem Einsatz gegen sie.

Ihr wird klar, dass sie oft das Gefühl hat, etwas nicht verdient zu haben.

Und noch öfter hat sie das Gefühl, das andere so viel mehr verdient haben, als sie selbst.

Das ist einerseits eine sehr schmerzhafte Erkenntnis.

Aber andererseits fühlte sich das ganz normal an.

Es würde Susanne tatsächlich schwerer fallen zu glauben, dass sie es verdient hat glücklich zu sein.

Genaugenommen führt sie unbewusst einen Kampf gegen sich selbst!

BÄÄÄÄHHHMMMMM – diese Einsicht hatte es in sich.

Und jetzt?

Was soll sie jetzt tun?

Wie soll sie diesen inneren Konflikt nur lösen?

Der ewige Kampf gegen uns selbst

Dass Susanne ihr Lebensglück selbst boykottiert und bisher einen langen Kampf gegen sich selbst geführt hat ist zwar blöd, ABER:

Das ist nichts außergewöhnliches. Ganz im Gegenteil.

So wie Susanne geht es tausenden von Menschen.

Es gibt so viele Menschen, die nur deshalb nicht glücklich sind, weil es etwas in ihnen gibt, dass das Glück verhindert. Zudem kostet es auf diese Art und Weise unglaublich viel Energie, den ganz normalen Alltag aufrecht zu erhalten.

Warum tun wir uns das nur an?

Eine Ursache könnte sein, dass wir über so viele Jahre hinweg negative Dinge „eingeredet“ bekommen.

Eine Harvard Studie hat heraus gefunden, dass wir bis zu 180.000 negative Dinge gesagt bekommen, bis wir 18 Jahre alt sind.

Dass sind ca. 27 negative Sätze pro Tag wie z.B.:

  • „Das kannst du nicht“
  • „Das schaffst du nicht“
  • „dafür bist zu zu klein/jung”
  • „Lass das, bevor du es kaputt machst“.

Hey, und ab 18 wird’s noch besser, da kommen pro Tag noch etwa 3 – 5 dazu.

Kein Wunder also, dass wir diesen Mist irgendwann selbst glauben!

Gut gegen Böse!

Dieser “böse” Teil in uns hält uns dann klein, ohne das wir es überhaupt merken. Er sorgt dafür, dass wir in uns unsicher sind, das wir das Gefühl haben „etwas nicht zu schaffen“ oder „etwas nicht verdient zu haben“. Er wird es boykottieren mit allem, was ihm zur Verfügung steht!

Der “gute” Teil in uns, strebt sehnsüchtig danach, glücklich zu werden. Hat aber meist wenig Chancen!

Was für ein Schlamassel! 

Was ist die Lösung, damit Dein innerer Konflikt sich endlich verabschieden kann?

Wenn du also wirklich glücklich sein möchtest, musst du in einem ersten Schritt herausfinden, was in dir das glücklich sein verhindert.

Und in einem zweiten Schritt geht es darum, diesen Konflikt aufzulösen.

Friedemann Schulz von Thun, ein bekannter deutscher Kommunikationswissenschaftler und Psychologe, sagt dazu:

Ein Grund, warum wir solche inneren Konflikte haben ist, dass wir uns nicht richtig zuhören. Wir haben keine Ahnung was in uns und in unserem inneren Team wirklich los ist. Und wir wissen vor allen Dingen nicht, wie wir damit umgehen sollen.

Die kleine Firma in Dir

Unser inneres Team kann man also durchaus mit dem Team einer Firma vergleichen.

Zwei oder mehrere Teammitglieder sitzen zusammen und diskutieren hitzig miteinander. Sie haben komplett gegensätzliche Meinungen zur selben Sache. Und alle beharren darauf Recht zu haben. Keiner will nachgeben.

Hier meine ABC Strategie, wie Du Dein Team in den Griff bekommst:

A. Du bist der Chef der Truppe

Wenn wir mitten in dem inneren Konflikt stecken, fühlen wir uns oft ohnmächtig, haben das Gefühl von intensiven Gefühlen überschwemmt zu werden und bekommen einen Tunnelblick.

Mach dir bewusst, dass diese inneren Anteile und auch alle Gefühle, die dazu gehören ein Teil von dir sind. Aber eben nur Teil.

Diese Anteile bist nicht du in Gänze, diese Anteile bestimmen nicht dein ganzes Leben. Sie gehören dazu, ja. Aber es gibt noch so viele andere Aspekte, die auch zu dir gehören.

Sei dir bewusst darüber: Du bist der Chef der Truppe!

B. Höre deinem Team zu!

Ein wichtiger Job als Chef ist es, deinen Teammitgliedern zuzuhören.

Alle haben eine Daseinsberechtigung. Jeder macht einen wichtigen Job. Deshalb sollten auch alle gehört werden.

Nimm dir die Zeit und Ruhe alle Ängste, Sorgen und Meinungen deiner Teammitglieder anzuhören. Auch die, die ein wenig leiser sind. Und auch die, deren Einstellung du nicht magst.

Übung zu Teil B:

Am besten machst du das schriftlich.

1. Schritt – die Teammitglieder

Nimm dir ein Blatt Papier pro Teammitglied, und schreibe erst mal den Namen des Teammitglieds drauf. Zum Beispiel: der Buchhalter oder die Abenteurerin oder die Ängstliche. Bei der Namensgebung deines inneren Teams kannst du gerne kreativ sein. Es muss nur für dich passen und stimmig sein.

Und dann schreibst du auf das Blatt, was dieses Teammitglied zu dem Thema zu sagen hat. Schreib hier typische Sätze auf, die dieser Anteil sagt. Typische Ängste, Sorgen und Einwände. Oder aber warum der Teil sich das so unbedingt wünscht.

2. Schritt: Die positive Absicht

Sieh Dir an, was die positive Absicht dahinter ist.

Auch wenn uns Dinge anscheinend blockieren, im Weg stehen und unser Glück verhindern – es gibt immer eine gute Absicht dahinter.

Wie bei Susanne.

Sie hat also jetzt Blatt Papier vor sich für den Anteil, der ihr Glück verhindert. Sie nennt ihn „den Grimmigen“.

Der „Grimmige“ sagt folgende Sätze:

  • Das Leben ist immerhin kein Wunschkonzert.
  • Geh besser vom schlechten aus, dann wirst du nicht enttäuscht.
  • Wenn du glücklich bist, bist du immer so unbeschwert und offen. Da kannst du viel leichter verletzt werden.

Die gute Absicht dieses Anteils könnte sein: Dieser Anteil möchte dich davor beschützen verletzt zu werden.

3. Schritt: Die Teamkonferenz

Lege die Blätter aller Beteiligten nebeneinander.

Lass es einen Moment auf dich wirken.

Wenn du das so vor dir liegen siehst wird dir vielleicht eh schon klar, warum du nicht weiter wusstest und warum keine Lösung funktioniert hat.

Schau dir alle Argumente deiner Teammitglieder an.

Jedes Argument hat vermutlich seine Berechtigung. Und im Grunde will jeder das Beste für dich. Nur an der Ausführung muss noch ein wenig gefeilt werden.

C – Make the team work together!

Jetzt ist es dein Job als Chef, die unterschiedlichen Anteile miteinander in Einklang zu bringen und einen Konsens zu finden. Oder einen guten Kompromiss, der für alle Beteiligten in Ordnung ist.

Wie können die Anteile wieder miteinander arbeiten und sich gegenseitig unterstützen, anstatt sich zu bekämpfen? Was brauchen die Anteile, damit sie gut zusammenarbeiten können?

Hier kommt Susanne wieder ins Spiel.

Sie hat den Anteil des Grimmigen. Der, der ihr jegliches Glück schlecht reden möchte. Und gleichzeitig hat sie den Anteil der Lebenslustigen in sich. Der Anteil in ihr, der das Leben spüren möchte, der lebendig sein möchte, der glücklich sein möchte!

Die beiden könnten ein super Team sein, wenn sie sich aufeinander einlassen. Die Lebenslustige kann dem Grimmigen zeigen, dass das Leben auch Spaß machen kann – ohne, dass etwas furchtbares passiert. Und der Grimmige kann die Lebenslustige ein wenig im Zaum halten, sollte sie zu übermütig werden.

Wenn also beide aufeinander eingehen, kann das eine sehr harmonische Zusammenarbeit werden, anstelle eines inneren Konfliktes, der viel Energie raubt.

Der Weg in ein glückliches Leben

Du wünscht dir ein glücklicheres Leben und es mag einfach nicht klappen? Oder es gibt andere Dinge in deinem Leben, wo du dir selbst im Weg stehst?

Dann solltest du dich auf die Suche nach den Teammitgliedern machen, die dein Lebensglück oder dein Vorhaben sabotieren.

Und dann übernimm die Rolle des Chefs und arbeite so mit deinem inneren Team, dass sie sich gegenseitig unterstützen können anstatt gegeneinander zu kämpfen.

Wenn du deine inneren Saboteure zu wohlgesonnen Mitarbeitern befördert hast, dann steht deinem Glück nichts mehr im weg!

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren!

Rosina
rosinageltinger.de

innerer Konflikt

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