Sichtbarwerden trotz Homeoffice

Herzlich Willkommen zu Tag 5
der 21-Tage-Sichtbarkeits-Challenge!

Challenge Tag 5 Claudia Kauscheder


Die 5 größten Fallen, die dich im Home-Office nicht sichtbar werden lassen

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Als ich mit Christina meinen Beitrag für diese Challenge besprochen habe, ist es mir zuerst schwergefallen, den Bogen vom Home-Office zur Sichtbarkeit zu spannen. Ja, natürlich richtet sich die Challenge an dich als Selbständige/n – aber ist das nicht egal, ob du im Home-Office oder einem eigenen Büro arbeitest? Daran arbeitest, mit deiner Persönlichkeit und deinem Angebot an die Öffentlichkeit zu gehen, für deine Kunden sichtbar zu werden?

Nein, ist es nicht.

Das Home-Office hat eine ganz eigene Dynamik. In unseren Köpfen – und natürlich auch in den Köpfen unserer Umgebung. So manche “Falle” wartet hier auf dich, die deinen persönlichen und beruflichen Erfolg bremsen kann.

Und ich weiß es genau – ich umschiffe sie bereits seit mehr als 20 Jahren im Home-Office, davon seit mehr als 10 Jahren in meiner Selbständigkeit. Mal mehr und mal weniger erfolgreich übrigens.

Die Essenz deiner Sichtbarkeit besteht aus zwei Komponenten:

  1. Dein Tun und
  2. Deine Kommunikation!

Beides ist mit Zeitaufwand, Fokus, deiner Komfortzone, Disziplin, Zweifel und Motivation eng verbunden. Natürlich auch außerhalb eines Home-Office. Aber: es ist von zu Hause aus nicht immer leichter, wenn, bzw. weil, auch bequemer. Womit wir beim Thema sind: den 5 größten Fallen, die dich im Home-Office nicht sichtbar werden lassen.

1. Die Nebenbei-Falle

Gerade wenn du am Beginn stehst. Jahrelang habe ich mich auf Netzwerktreffen – und auch z.B. bei Webinaren – ungefähr so vorgestellt: “Ich bin halbtags als Programmiererin angestellt und nebenbei selbständig als …”

Nebenbei.

Nur weil du im Home-Office arbeitest – ist das nebenbei? Überlege einmal: wenn du in einem externen Büro arbeiten würdest – würdest du das auch als “nebenbei” bezeichnen? Du spürst vielleicht schon, wenn du so einen Satz aussprichst und gleichzeitig in dich hineinhorchst, dass da keine oder nur wenig Ernsthaftigkeit mitschwingt. Es belegt dein Business mit einer geringeren Wertigkeit als das, was du neben diesem Nebenbei machst.

Das könnte auch bedeuten, dass du immer erst dann fokussiert und mit Begeisterung an deinem Business arbeitest, wenn du alles andere, was zum Home-Office gehört, erledigt hast. Zu deiner oder auch zur Zufriedenheit anderer. Wenn du dein Business also nur nebenbei betreibst, gibt es dann für dich überhaupt einen guten Grund und einen inneren Antrieb, nach außen zu gehen und sichtbar zu werden?

Beobachte deine Sprache. Welche Wörter verwendest du im Zusammenhang mit deinem Home-Office?

Nimm dich und deine Arbeit auch in deinem Kopf so ernst, wie du es verdienst und streiche das Wort “nebenbei” endgültig aus deinem Wortschatz!

Du arbeitest im Home-Office. Du bist selbständig. Punkt.

2. Die Alleine-im-Home-Office-Falle

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ich eine Blogparade gestartet und es ging darin um das Alleinsein im Home-Office. Du ahnst schon, was als größter Nachteil vom Home-Office genannt wurde?

Genau: Der fehlende Austausch.

In einer Anstellung hast du immer Kollegen, Teams und auch einen Chef, der dir Feedback geben kann. Du kannst wann immer du willst in eine Feedback-Schleife einsteigen, um dich und deine Arbeit zu testen und weiterzuentwickeln. Das fehlt schlicht, wenn du alleine im Home-Office arbeitest.

Ganz schnell bist du dann in der Perfektions-Falle, der Ich-bin-noch-nicht-gut-genug-Falle, oder kann-ich-auch-morgen-noch-machen-Falle, weil du einfach den Blick von außen nicht hast, der dich nach vorne – in die Sichtbarkeit – drängt.

Ja, du hast das Feedback deiner Kunden, das sicher positiv ausfällt, du machst ja das was du machst, gut. Aber gerade wenn es um Strategien und Möglichkeiten geht, dein Business und dich selbst weiterzuentwickeln, wird dir kaum ein bestehender Kunde helfen können.

Du möchtest ja neue Kunden an Land ziehen. Vielleicht sogar eine ganz neue Zielgruppe ansprechen? Das heißt, du brauchst frischen Input und Feedback, um ins Tun zukommen.

Suche den Austausch!

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

1.Lockere Gruppen

Da bist du ja hier genau richtig. Eine Facebook- oder XING-Gruppe mit Gleichgesinnten kann dein erster Einstieg sein. Du “triffst” auf die gleichen Themen, die dich bewegen, auf Menschen, mit denen du dir eine engere Zusammenarbeit vorstellen kannst, kannst Frust aber auch Hochgefühle teilen. Und vielleicht ist sogar jemand dabei, den du dir als Accountability-Partner vorstellen kannst?

2. Accountability-Partner

Besonders hilfreich, wenn du das Gefühl hast, du bringst den ganzen Tag nichts weiter und verzettelst dich ständig. Sprich in deinem Netzwerk jemanden an, der in etwa die gleichen Herausforderungen wie du hat, ähnliche Ziele und vor allem ähnliche Umgebungs-Variablen. Ja, und sympathisch muss er/sie natürlich auch auf dich wirken.

Und dann arbeitet zusammen! “Trefft” euch so oft wie nötig per Skype, gib ein Commitment dafür ab, was du an diesem Tag oder in dieser Woche erledigen willst, besprecht die Ergebnisse miteinander.

3. Mastermind-Gruppe

Das ist für mich persönlich die Königsdisziplin der Zusammenarbeit. Und ich wäre ohne meine Mastermind ganz sicher jetzt noch nicht hier, wo ich bin. Der Unterschied zum Accountability-Partner ist dabei, dass es in einer Mastermind eher um strategische Business-Entscheidungen geht. Außerdem sind die Treffen nicht so engmaschig.

Noch ein Tipp: ich werde sehr oft gefragt: “Wie finde ich denn eine Mastermind-Gruppe?”. Und dann lese ich Aufrufe, die ca. so klingen: “Wer mag mit mir eine Mastermind bilden?”. Das funktioniert selten. Gehe aktiv auf Menschen zu, die zu dir passen und frag’ sie dann direkt!

Fangt zu zweit an und schaut euch dann gemeinsam um, wer noch eine Bereicherung für euch wäre. Oder wen ihr noch gerne unterstützen wollt. So bin ich übrigens zu meiner Mastermind gekommen: ich wurde direkt gefragt, ob ich dabei sein möchte.

3. Die Anfangen-Falle

Meistens hast du keinen Druck. Zumindest keinen Druck, den dir andere machen. Großartig, oder? Diese Freiheit ist ja auch als größter Vorteil vom Home-Office in meiner Blogparade genannt worden. Und zwar mit Abstand.

Wenn da nicht diese kleine Falle wäre: du hast auch keinen Druck, anzufangen. Womit auch immer. Und damit dauert das Anfangen oft länger als das Tun selbst.

Du erinnerst dich?

Dein Tun ist einer der Schlüssel zur Sichtbarkeit!

• Wer soll etwas von dir lesen, wenn du nicht schreibst?
• Wer soll dein Angebot kaufen, wenn du nicht im Netzwerk kommunizierst?
• Wer soll dich weiterempfehlen, wenn du deine Kunden nicht darum bittest?

Vor allem wenn es ungewohnte, neue oder aber auch “langweilige” Dinge sind, die du für deine Sichtbarkeit tun solltest, ist diese Falle sehr präsent. Der Gedanke daran bläht die Aufgabe in deinem Kopf auf eine Größe auf, die immer schwerer anzupacken wird.

Auch mir geht’s immer wieder so und oft stelle ich dann danach fest, dass ich wesentlich weniger Zeit gebraucht habe, als es sich vorher angefühlt hat. Oder dass es wesentlich leichter ging. Ein paar meiner Lieblings-Strategien habe ich in diesem Beitrag genauer erklärt.

4. Die Haushalts-Falle

Ich lehne mich jetzt ein bisserl weit zum Fenster hinaus, behaupte es aber trotzdem: Die Haushalts-Falle ist eine, in die fast ausschließlich Frauen tappen. So, jetzt ist es raus :-). Aber ehrlich: ich kenne keinen Mann, der sich durch Bügelwäsche, eine unaufgeräumte Küche oder Finger-Tapser am Fenster davon abhalten lässt, an seinem Business zu arbeiten.

OK, von Studenten habe ich das schon gehört … vor Prüfungen ist angeblich die Wohnung am saubersten ….Von Frauen höre ich oft, dass sie:

• Zuerst den Haushalt in Ordnung bringen möchten, weil sie sich sonst nicht auf die Arbeit konzentrieren können.
• Am Vormittag, wenn die Kinder nicht zu Hause sind, zuerst den Haushalt machen und am Nachmittag versuchen, neben den Kindern ihrer Arbeit nachzugehen.
• Ein schlechtes Gewissen der Familie und dem Haushalt gegenüber haben, wenn sie im Home-Office arbeiten.

Und ja, ich bin auch in dieser Falle gesessen. Sehr lange sogar.

Meine Taktik ist inzwischen:

• Alles liegen und stehen lassen, wenn die Familie außer Haus ist und Fokus aufs Business. Dazu gehört z.B. auch, dass ich die Fußballsaison (meine Männer sind im Verein aktiv) ausnutze, um an den Spiel-Wochenenden zu arbeiten.
• Vorher planen, damit ich Zeit nicht damit verschwende darüber nachzudenken, WAS eigentlich jetzt zu tun wäre.
• Haushalt bekommt ein Zeitkontingent zugewiesen und das wird genauso eingehalten (mit Timer …), wie Arbeitszeiten.
• Wenn schlechtes Gewissen aufkommt fährt meine imaginäre, innere Stopp-Tafel hoch.

Also. Wenn die nächste Herausforderung auf dich zukommt, lass’ dich nicht von schmutzigem Geschirr daran hindern, sie zu meistern und mit deinem Tun sichtbar zu werden!

5. Die ich-kann-nicht-aufhören-Falle

Das ist nach meiner Beobachtung eine Falle, die auch zuschlägt, wenn du nicht im Home-Office, sondern in einem eigenen, externen Büro arbeitest. Trotzdem ist sie im Home-Office verschärft, weil du dort auch alle Unterlagen, die zu deinem Business gehören, liegen hast.

Ich kenne Selbständige, die genau wegen dieser Trennung zwischen Arbeit und Privat das Home-Office aufgegeben haben und in ein eigenes Büro gezogen sind.

Natürlich ist das auch eine Möglichkeit. Aber ich gehe davon aus, dass du prinzipiell dein Home-Office magst. Dann vergiss bitte den unsäglich Spruch “Als Selbständige(r) arbeitest du selbst und das ständig.”.

Ja, eine gewisse Kontinuität und eine Art von Verlässlichkeit ist gerade für deine Sichtbarkeit im Netz wichtig. Aber das heißt nicht, dass du 24/7 online sein, binnen Minuten auf eMails antworten und dein Fokus ständig auf Business ausgerichtet sein muss.

Das funktioniert aber nur mit fixen Arbeitszeiten.

Ich weiß, bei Selbständigkeit geht es auch immer um den Wert “Freiheit”, das ist bei mir auch nicht anders. Aber: du hast die Freiheit, deine Arbeitszeiten dann einzuplanen, wann es für dich passt!

• Wenn dir ein Mittagsschläfchen gut tut, tu es.
• Wenn du eine Nachteule bist, dann versuche bitte nicht gegen deinen inneren Rhythmus zu kämpfen und um 05:00 Uhr Früh fit zu sein.
• Wenn du den Nachmittag mit deinen Kindern verbringen möchtest, dann arbeite vormittags.

Und vergiss bitte nicht die Pausen. Die kleinen zwischendurch und auch die großen. Es hilft deiner Sichtbarkeit nämlich gar nichts, wenn du ein Monat voll powerst und dann vor Erschöpfung einen Monat nichts oder wenig tust. Kontinuität und Verlässlichkeit, du weißt …

Zum Schluss noch ein paar Tipps zum Umsetzen!

  • Wenn du dich im Home-Office alleine fühlst, schau‘ dich hier in der Gruppe um und sprich jemanden an, der zu dir passen könnte!
  • Plane dir deine Haushaltszeit für die nächsten Tage genauso wie deine Arbeitszeit ein.
  • Entwickle für dich ein Ritual, mit dem du deine Arbeit abschließt. Das kann sein, den Schreibtisch aufzuräumen, den Computer abzudrehen, eine Kerze anzuzünden, eine Runde um den Häuserblock zu gehen. Ganz egal. Aber setze diesen Anker für dich!

Ich bin gespannt von dir zu hören!

Deine Claudia


Deine heutige Aufgabe:

Home Office: Welche Strategie fürs leichtere Anfangen funktioniert bei dir gut? Lass‘ uns in der Facebook-Gruppe deinen ultimativen Tipp lesen – und denke selbst beim nächsten Mal daran, wenn dir etwas schwerfällt. Vielleicht indem du dir in Sichtweite eine Erinnerung daran anbringst?

Viel Spaß bei dieser Aufgabe!

Werde sichtbar im Home-Office !

Deine Christina & Claudia


claudia_kauscheder

 

 

 

 

Claudia Kauscheder ist Online-Unternehmerin, Coach und Trainerin. Selbst seit mehr als 20 Jahren im Home-Office tätig, zeigt sie dir auf Abenteuer Home-Office und in ihren Online-Kursen, wie du den Überblick behältst, den Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge richtest und Spaß beim Tun hast.

Wenn du mehr hören möchtest, dann habe ich hier meinen kostenlosen Audio-Kurs für dich, auch ein paar Checklisten und Anleitungen sind dabei. Und ich freue mich, wenn du mir dein Ohr leihst!

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