Gefühlsgarten

12 Geheimnisse eines glücklichen und erfüllten Lebens

Ach, wäre das nicht wunderbar, wenn es ein Rezept für Glück und Erfüllung gäbe? Mit 12 Coaches habe ich Geheimnisse zusammengesammelt, mit denen Du ein glückliches, erfüllteres und einfach aufregendes Leben führen kannst.

Jeder der Coaches hat zu einem dieser Geheimnisse einen eigenen Artikel verfasst. Alle diese Artikel sind hier zusammengefasst. Für einen besseren Überblick ist gleich hier zu Anfang ein Inhaltsverzeichnis:

Das erwartet Dich in diesem Artikel:

1. Wenn der Verstand die Intuition küsst – von Regina Kienetz

Vor Jahren bot sich mir plötzlich die Gelegenheit mich unbezahlt für 12 Monate freistellen zu lassen. Uff! Lange hatte mein Verstand vergeblich nach einer Lösung gesucht. Plötzlich war sie da.

Bisher wusste ich nur: So wie es war, konnte es nicht weitergehen. Ich war 40 und völlig ausgebrannt, meine langjährige Beziehung vor kurzem gescheitert und ich steckte in einem Job, der zwar vernünftig war und gutes Geld brachte… doch ich konnte nicht mehr. Ich wusste sofort, dass ich JA sagen musste. Kurz nachdem die Freistellung klar war, hatte ich den Impuls, meine Wohnung zu kündigen. Eine Stimme in mir sagte: Regina in einem Jahr bist Du nicht mehr dort, wo Du jetzt bist.

Viele hielten mich für verrückt: Ich löste meinen ganzen Hausstand auf, verkaufte und verschenkte viel, lagerte einiges ein und entdeckte neue Lebens- und Arbeitsmodelle als Wwoofer (world wide opportunity on organic farms), also als Gasthelfer für Kost und Logis.

Das war für mich die beste Entscheidung und eine tiefgreifende Erfahrung: Eine, für die ich keine vernünftige Erklärung hatte.

Woran erkenne ich Intuition bzw. intuitive Entscheidungen?

* sie sind plötzlich im Bewusstsein.
* so etwas wie gefühltes Wissen.
* meistens mit dem Verstand nicht zu erklären.

Deshalb braucht es Mut, zu ihnen zu stehen.

Während unser Verstand nur einen Gedanken nach dem anderen denken kann und schlappe 40 Reize pro Sekunde verarbeitet, ist die Intuition in der Lage, 400 Milliarden Reize in der gleichen Zeit zu bewältigen.

Unsere Welt wird stets komplexer. Das macht es dem Verstand immer schwerer, „richtige“ Entscheidungen zu treffen. In unsicheren Zeiten, in denen wir nicht wissen, wie es sich entwickelt, in der es unglaublich viele Parameter gibt und uns wenig Daten zur Verfügung stehen, tun wir gut daran, unser Bauchgefühl mit einzubeziehen. Für ein entspanntes, glückliches Leben.

Keine gute Idee zu Heiraten…

Kurz vor meiner Hochzeit (vor gefühlten 100 Jahren) hatte ich so ein Bauchgefühl. Es sagte mir, es wäre keine gute Idee zu heiraten.

Es schien alles total vernünftig und logisch. Wir waren schon viele Jahre ein Paar, wollten zusammen bauen. Da konnten wir doch auch heiraten. Ich tat diesen Wink meiner Intuition ab. Und Du wirst es schon erraten: Die Scheidung ließ nicht lange auf sich warten.

Ebenso kann es sein, dass Du Dir jahrelang überlegst, ob Du heiraten sollst, wägst ab, machst Für- und Wider-Listen. Und plötzlich weißt Du: JA. Es ist richtig den Schritt zu wagen. Du kannst nicht erklären wieso. Vielleicht ist dein plötzliches Wissen sogar genau umgekehrt wie das Ergebnis Deiner Check-Listen. Dann braucht es Mut, der Stimme Raum zu geben.

Der Verstand küsst die Intuition

Das bedeutet auch, neugierig und freundlich auf die Impulse der Intuition zu schauen. Eher mit einer Haltung von: Oh, das ist ja interessant! Anstatt der üblichen Zweifel nach dem Motto: Wie soll das denn funktionieren?

In unserer Gesellschaft sind wir dazu erzogen, dem Bauchgefühl zu misstrauen und einer Bewertung durch den Verstand zu unterziehen. Wir schenken vor allem dem Glauben, was wir sehen, hören, riechen und schmecken können. Früher ging man davon aus, dass hauptsächlich das Gehirn Signale an den Bauch sendet. Jetzt wissen wir, dass 95% des Datenverkehrs umgekehrt läuft. Unser vegetatives System macht dem Gehirn Mitteilungen.

Es lohnt sich, sensibler zu werden für die (leise) innere Stimme, die in unserer kopflastigen Kultur schnell als Spinnerei abgetan wird. In meiner Arbeit begleite ich Menschen täglich dabei, ihre eigenen Impulse wieder wahr und ernst zu nehmen.

Sicher kennst Du die Methode des Brainstormings: Alle rufen ihre Ideen und Gedanken wild durcheinander in den Raum. Einer notiert ALLES. In dieser Phase wird ausdrücklich nicht bewertet. Das Chaotische hat Raum. Beim Brainstorming führt dann oft ein verrückter Gedanke zu einem neuen, vielleicht ganz wichtigem. Anschließend darf der Verstand analysieren. Für den Prozess des Brainstormings tritt er ganz bewusst zur Seite. Das ist wichtig, denn unser Gehirn kann nur entweder klar strukturiert denken oder kreativ chaotisch.

Was kann Deinen Verstand dabei unterstützen, zur Seite zur treten?

Die meisten von uns kennen den Zustand von Anspannung und Wachheit, was vor allem beim strukturierten Arbeiten benötigt wird. Oder entspannt und müde. Das ist meist die Folge, wenn wir uns länger im vorherigen Zustand befanden. Beides bietet wenig Raum für intuitive Impulse.

Es sind die Augenblicke, in denen wir entspannt und gleichzeitig wach sind. Ich selbst erlebe diese Momente von Intuition – des kreativen Gedanken- und Ideenflows – beim Yoga, wenn ich im Wald spazieren gehe oder ganz beim Streicheln meiner Katze bin.

Das kann Dir bei jeder Tätigkeit, in der Deine Gedanken aufhören wie eine Horde wilder Affen in Deinem Kopf zu zappeln, passieren. Auch beim Spülen, Sex oder Singen. Wichtig ist, nichts Bestimmtes zu erwarten und ergebnisoffen „auf Empfang zu sein“: Wach und entspannt.

Intuitionskiller Nummer 1: Angst

Zur Erinnerung: Intuitive Entscheidungen erkennst Du u.a. daran, dass sie mit dem Verstand nicht zu erklären ist und es Mut braucht, zu ihnen zu stehen.

In der Wirtschaft soll jede dritte Entscheidung defensiv sein. Das heißt, aus Angst eine fehlerhafte Entscheidung zu treffen (die ich noch nicht mal begründen kann) treffe ich lieber eine, die auf Nummer sicher geht. Also eine zweit- oder drittbeste Wahl. Männer haben dabei eher Angst zu einer intuitiven Entscheidung zu stehen als Frauen. Ca. jede zweite Entscheidung wiederum ist intuitiv.

Weil nun alles erklärbar sein muss, werden häufig intuitiv getroffene Entscheidungen mit großem Aufwand im Nachhinein begründet. Viele Entscheidungen kommen aus dem Bauch. Der Verstand sucht anschließend eine Erklärung, warum wir das so entschieden haben.

Ich erinnere mich gut, dass mein Partner mich häufig fragte, warum ich das so gemacht habe. Ich konnte oft keine Erklärung liefern und gab ihm zur Antwort „Das hat sich so ergeben“.

Ich hatte damals noch kein großes Vertrauen in meine Intuition und war deshalb verunsichert, wenn ich selbst keine plausiblen Erklärungen geben konnte. Heute weiß ich, dass genau das die Eigenschaft von Intuition ist.

Je erfahrener jemand in einem bestimmten Bereich ist, umso sicherer wird auch seine Intuition. Vertrauen wächst und macht mutiger.

Wenn ich Entscheidungen NUR mit dem Verstand lösen möchte, begrenze ich mich in den Möglichkeiten. Wenn ich NUR meiner Intuition folge, wird es chaotisch und verliert Struktur. Wir brauchen in dieser Welt aber Struktur.

Idealerweise verbindet sich statistisches Denken mit Intuition.
Dann gilt nicht ENTWEDER der Verstand ODER die Intuition.
Dann verbindet sich beides harmonisch.

Dann eröffnet sich die Fülle an Möglichkeiten.
Dann küsst der Verstand die Intuition.

Für ein entspanntes, glückliches Leben!

Regina Kienetz


Inhaltsverzeichnis

1. Wenn der Verstand die Intuition küsst
2. Weine Dich glücklich
3. Weltfrieden oder innerer Frieden
4. Wie du mit Hilfe deiner inneren Stimme Klarheit in Entscheidungen gewinnst
5. Wie ich über das Malen Vertrauen gewonnen habe
6. Warum dir Dankbarkeit dabei hilft, deine Ziele zu erreichen und erfüllter durchs Leben zu gehen
7. Warum es wertvoll ist, erst für sich und dann für andere zu sorgen
8. Sich zugehörig fühlen – Warum Gemeinschaft Zukunft erschafft
9. Wie Kartenlegen dich zur Selbstverantwortung erzieht
10. Die Entscheidung Deines Lebens
11. Wie aus mir ein (halbwegs) kommunikativer Mensch wurde
12. Mut für Veränderung


2. Weine Dich glücklich – von Dee Stolla

Hallo Du. Ich möchte mich Dir heute vorstellen. Mein Name ist Saddy. Saddy kommt aus dem englischen und ist die Abkürzung für Sadness. Ich bin die Traurigkeit.

Oh nein, bitte hör jetzt nicht gleich auf zu lesen. Ich weiß, ich bin nicht sehr beliebt und jeder will mich loshaben. Aber gib mir doch die Chance, mich vorzustellen, mich kennenzulernen. Ich würde dir so gerne die Angst vor mir nehmen und dir zeigen, dass ich wirklich wichtig bin, nicht nur für dich, sondern für jeden Menschen.

Gibst Du mir diese Chance?

Ehrlich? Das wäre toll, denn ich bin fest davon überzeugt, dass die Welt ein schönerer Ort wird, wenn die Menschen damit aufhören, vor mir wegzulaufen.

Ich würde dir gerne erzählen, warum es mich gibt und wofür Du mich wirklich brauchst. Weißt Du, ich bin eines der vier Grundgefühle, die jeder Mensch hat. Echt jeder. Egal wo Du auf diesem Planeten geboren bist oder aus welcher Kultur Du kommst, wir vier sind in jedem Menschen angelegt.

Bevor ich mehr über mich rede, will ich dir kurz die andere drei vorstellen, denn wir gehören eng zusammen.

Der Star von uns ist Joy. Die Freude.

Oh Mann, jeder will sie, jeder strebt nach ihr, und über sie und wie Du sie erreichen kannst sind schon unzählige Bücher geschrieben worden. Was Du nichts weißt, ist, dass Joy alleine völlig hilflos ist. Denn ohne uns drei funktioniert sie gar nicht. Aber: Jeder will nur sie haben, und dennoch fühlt sie kaum jemand. Schade, denn Joy ist toll.

Mein zweiter Kollege ist Rage, das Grundgefühl Wut. Oh Mann, der hat es auch nicht leicht. Sein Problem ist, dass nur die wenigsten Menschen wissen, wie wichtig er wirklich ist und vor allem, wofür sie ihn nutzen können.

Die vierte in unserem Bunde ist Feary, die Angst. Ich glaube, sie ist fast noch unbeliebter als ich. Keiner will sie haben. und alle denken ernsthaft, dass sie ihnen im Weg stünde, dabei ist sie so lebendig und kreativ. Ich mag sie sehr.

Ich mag uns alle vier sehr. Es wurde sogar mal ein Film über uns gedreht. „Alles steht Kopf“ heißt der und zeigt, wie wir in einem kleinen Mädchen am Werk sind.

Ich weiß, es ist schwierig für dich

Heute will ich dir gerne erzählen, warum Du mich brauchst, wenn Du erwachsen bist. Ich weiß, es ist schwierig für dich, mit mir sein zu können. Das liegt daran, dass ich, schon als Du ganz klein warst, immer ganz schnell „weggetröstet“ wurde. Weißt Du, für Eltern ist es ganz schwierig auszuhalten, wenn ihre Kinder traurig sind. Deshalb versuchen sie, mich immer ganz schnell wegzumachen. Sie lenken von mir ab, geben schnell einen Ersatz, weil sie unbedingt wollen, dass ihre Kinder glücklich sind.

Manchmal erklären sie ihren Kindern auch, dass es gar keinen Grund gebe traurig zu sein. Das ist schwierig für mich, weil ich ja da bin, und ich finde, es gibt ganz, ganz viele Gründe traurig zu sein. Weil wir Menschen vermissen, weil wir nicht bekommen, was wir uns wünschen, weil das Leben einfach manchmal anders will als wir.

Die Eltern meinen das nicht böse, sie haben einfach nicht gelernt, wie wunderschön es sein kann, gemeinsam zu weinen. Weil ich als schlechtes Gefühl gelte, werde ich schon sehr früh weggedrängt und verleugnet.

Die vier Grundgefühle haben ganz, ganz wichtige Aufgaben

Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass Du Nähe, Verbundenheit, Mitgefühl, Liebe und Akzeptanz in Deinem Leben hast. Findest Du nicht, dass das ganz tolle und erstrebenswerte Dinge sind? Und ja, glaub‘ mir: Ich, Saddy, bin dafür zuständig, dass Du sie in Deinem Leben hast.

Ich meine, zugegeben, ich habe durchaus auch Schattenseiten. Wenn Du mir freien Lauf lässt, kannst Du dich wunderbar in Selbstmitleid suhlen und als Trauerkloß durch Dein Leben gehen. Ich kann echt weinerlich drauf sein. Aber meist ist das nur eine Folge davon, dass ich immer verdrängt werde. Wie soll ich mich denn sonst bemerkbar machen? Und dann schieße ich halt manchmal übers Ziel hinaus und mache mich selbstständig.

Eigentlich ist das so nicht vorgesehen. Denn natürlicherweise bin ich dazu da, dass Du mich nutzen kannst, und nicht, dass ich auf eigene Faust handle. Ich bin immer da, immer in dir und Du kannst dich jederzeit mit mir verbinden.

Weißt Du, Weinen ist überhaupt nicht schlimm. Es kann manchmal sogar sehr erleichtern. Und wenn Du dich daran erinnerst, was mit dir geschehen ist, wenn Du zusammen mit einem anderen Menschen geweint hast, dann verstehst Du vielleicht, weshalb ich dich mit Nähe und Verbundenheit in Berührung bringe.

Weinen ist nichts schlimmes

Ich bin auch dafür zuständig, dass Du Dinge akzeptieren kannst. Es ist immer wieder komisch für mich, dass Menschen so gerne Akzeptanz in ihrem Leben haben wollen, mich aber nicht. Ich meine, Akzeptanz bedeutet ja nichts anderes, als dass irgendwas nicht so ist, wie ich es haben will und dass ich in der Lage bin, damit klar zu kommen. Wann immer etwas nicht so ist, wie Du es haben willst, dann drücke ich meinen Trauerknopf für dich. Denn es ist traurig, wenn Dinge, die Umstände oder auch Menschen nicht so sind, wie Du es gerne hättest. Du darfst darüber traurig sein, und wenn Du es bist und mich spüren kannst, dann musst Du nicht mehr kämpfen, oder dich wehren. Das ist dann Akzeptanz.

Meistens werde ich nur wahrgenommen, wenn ganz schlimme Dinge passieren. Wenn etwa ein Mensch stirbt. Dann bin ich sehr wichtig, um den Prozess des Loslassens in Gang zu setzen. Auch das ist eine Form von Akzeptanz. Aber selbst da gibt es Menschen, die dann lieber Rage wecken, um anderen die Schuld zu geben oder die verzweifelt versuchen, Joy zu nutzen, um sich die Sache schön zu reden. Dabei sind die Tränen, die ich dir schenke, ein Zeichen dafür, dass Du geliebt hast.

Verbindet euch

Ich bin fest davon überzeugt, dass es keinen Krieg, keine Gewalt und keinen Hass mehr auf dieser Welt gibt, wenn jeder Mensch sich mit mir verbindet. Denn mit mir halten Mitgefühl und Empathie Einzug in das Leben der Menschen und egal wer Dein Gegenüber ist, wenn Du dich mit mir verbindest, dann wirst Du Liebe spüren und Verbundenheit und damit wäre doch die Welt ein viel schönerer Ort.

Am allerliebsten mag ich es, wenn Joy und ich gemeinsam unseren Knopf in dir drücken. Das passiert nicht so oft, wie wir es gerne hätten. Meistens bei Hochzeiten oder bei der Geburt eines Babys. Das sind so berührende Erlebnisse, dass die meisten Menschen uns beide gleichzeitig wahrnehmen.

Aber wie gesagt, wir alle vier sind es, die dich als Mensch ausmachen. Ich weiß nicht, wann es angefangen hat, dass die Menschen dachten, sie müssten drei von uns loswerden. Wir gehören so selbstverständlich zu dir wie Dein Körper. Du würdest ja auch nicht wirklich auf die Idee kommen, dir einen Arm oder ein Bein abzuschneiden.

Warum also mich oder die anderen Gefühle?

Ja, ich gebe zu, als Mensch musst Du lernen, uns angemessen zu nutzen und einzusetzen. Weil Du das als Kind nicht wirklich lernen konntest, ist das manchmal etwas schwierig.

Aber o.k., manchmal ist das so. Wenn Du bis hierhin gelesen hast, hast Du vielleicht den allerersten Schritt schon getan: Du hast mich Da-Sein lassen und mir zugehört.

Danke dafür.

Ich verspreche dir: Wenn Du uns vier in dir und mit dir agieren lässt, ist das der Weg zu Deinem Glück und zu dem der gesamten Menschheit.

Danke fürs Zuhören.

Dee Stolla

 

 


Inhaltsverzeichnis

1. Wenn der Verstand die Intuition küsst
2. Weine Dich glücklich
3. Weltfrieden oder innerer Frieden
4. Wie du mit Hilfe deiner inneren Stimme Klarheit in Entscheidungen gewinnst
5. Wie ich über das Malen Vertrauen gewonnen habe
6. Warum dir Dankbarkeit dabei hilft, deine Ziele zu erreichen und erfüllter durchs Leben zu gehen
7. Warum es wertvoll ist, erst für sich und dann für andere zu sorgen
8. Sich zugehörig fühlen – Warum Gemeinschaft Zukunft erschafft
9. Wie Kartenlegen dich zur Selbstverantwortung erzieht
10. Die Entscheidung Deines Lebens
11. Wie aus mir ein (halbwegs) kommunikativer Mensch wurde
12. Mut für Veränderung


3. Weltfrieden oder innerer Frieden – von Antje Rohrbach

 

„Das ist doch wohl nicht Dein Ernst!“ ereiferte sich Fredi. „Weltfrieden?!?!“ sagte sie ironisch komisch übertrieben. Anna und sie hatten im Rahmen ihrer Ausbildung zum Coach und Trainer eine Übung zu ihren fünf wichtigsten Werten gemacht und Fredis fünf wichtigsten Werte lauteten „Weltfrieden, Menschen, Selbstverwirklichung, Kommunikation und Freiheit“.

Bei „Weltfrieden“ schossen Fredi die Tränen in die Augen. „Schau Dich doch einmal um in der Welt – wo man hinschaut: Krieg, Unruhen, Amokläufe, Menschen, die sich umbringen – und mein Wert, den ich leben möchte, ist Weltfrieden! Was Besseres hätte mir auch nicht einfallen können!

Und kennst Du den Film mit Sandra Bullock „Miss Undercover“? Alle Möchtegernmodells reden vom „Weltfrieden“ und fächerte sich mit der Hand Luft zu. „Was soll ich denn nur damit anfangen?“ Fredi sank frustriert zurück und stöhnte erneut auf. Anna betrachtete sie und sagte: „Ach, Fredi, „Weltfrieden“ ist doch erstmal nur ein Wort und Du bringst so viel Emotion dahinein. Geht es nicht mehr darum, wie Du einen Beitrag zum Weltfrieden geben kannst und wie genau Du diesen Begriff mit Leben füllen möchtest?“

Wie wäre es, wenn eine Welt in Frieden lebt?

Das ist jetzt fast 15 Jahre her – Fredi muss noch heute bei der Erinnerung an diese Situation herzhaft lachen. Diese beiden Sätze von Anna klingen ihr noch in den Ohren und als wäre es heute, sieht sie sich und Anna in dem nach zarten Flieder duftenden Raum. Sie hat noch den Geschmack des leckeren Orangensaftes im Gaumen und da war dieses Gefühl das erste Mal einen kleinen Moment bewusst für sie spürbar. So begann Fredis Weg zu ihrem „Weltfrieden“.

Wie wäre es, wenn eine Welt in Frieden lebt? Konflikte wertschätzend, höflich und respektvoll gelöst werden würden? Menschen ohne Existenzängste leben könnten – ohne Angst vor Hunger, Feindseligkeit, Verfolgung, Rassismus, Tötung und sie nicht auf der Flucht sind? Fredi malte sich oft aus, wie Menschen ihre Waffen freiwillig abgeben und Abrüstung normal ist.

Ihr wurde bewusst, dass es viele Gründe für „Nicht-Weltfrieden“ gibt. Zu Gruppen dazuzugehören war zu Beginn der Menschheit überlebenswichtig. In der Gruppe zu sein, hieß Schutz, Essen und Sicherheit. Die Aufgaben konnten geteilt werden und das Überleben sichergestellt. Der Wunsch nach Frieden wuchs als Konsequenz der Auswirkungen von kriegerischen Auseinandersetzungen.

Eine gemeinsame Vision

Und natürlich gab es immer Menschen, die Zwietracht säten und ihre Vorteile aus den Zwistigkeiten der Anderen zogen. Und doch entwickelten sich immer größere Gemeinschaften und Nationen im friedvollen Miteinander, während die Neigung zur Feindseligkeit gegenüber Andersdenkenden und Anderslebenden nach wie vor im Menschen verwurzelt ist.

Um einen nachhaltigen Weltfrieden zu leben, braucht es eine gemeinsame Vision. Gerade in unserer heutigen Welt sollte es möglich sein, die Gemeinsamkeiten der Religionen herauszustellen, Geld mit weniger Wichtigkeit zu belegen oder entgiftend die Umwelt zu gestalten. Und elementare Grundbedürfnisse der Menschen in Bezug auf Nahrung, Obdach, Bildung, Kleidung und medizinische Grundversorgung befriedigen und abzurüsten. Freude, Lebenslust und sinnerfüllte Tätigkeiten, gemeinsame Feste gestalten, anderen wertschätzend begegnen, eigene innere Konflikte lösen – für einen gemeinsam gestalteten „Weltfrieden“. Letztendlich profitieren doch alle davon, wenn es Frieden auf der Welt gibt – letztendlich gibt es nur Verlierer, wenn es keinen Frieden gibt.

Fredi ist davon überzeugt, dass eine ganzheitliche Strategie unter Einbeziehen aller Menschen zum Frieden führt! Würde den Menschen doch bewusst werden, wie viel reicher das Leben in Frieden ist und dass diese feindliche Grundhaltung ein Überbleibsel aus den frühen Jahren der Menschheit ist. Es ist mit den heutigen Möglichkeiten leicht, dass alle Menschen genug Wasser, Nahrung und die Dinge für ein einfaches und gutes Leben haben können.

Definitionen von Weltfrieden

Konflikte und unterschiedliche Meinungen gibt es in allen Lebensbereichen. Jeder blickt auf Situationen, Gegebenheiten aus seiner subjektiv gefärbten Wahrnehmung. Durch diese ganz eigenen persönlichen Blickwinkel kommt es zu anderen Auffassungen.

Am Anfang definierte Fredi für sich „Weltfrieden“. Mit großen Strategien alle Menschen retten – das war mächtig und riesig. Sie überlegte sich anschließend, welchen Beitrag sie selbst zum Weltfrieden leisten könnte. Ihre Motivation, mit Menschen zu arbeiten, deren innere und äußere Konflikte und der eigene Stress zu Gefühlen von Wertlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit führten, war begleitet von dem Wunsch „Frieden“ herzustellen. Ja, das war ihr persönlicher Beitrag zum „Weltfrieden“.

Sie erinnerte sich an den Beginn ihres Weges und ihr klangen die Worte an ihre Freundin im Kopf nach: „Jedes Kind, das ich vor Medikamenten bewahren kann, weil es sich der Welt anpassen soll und nicht es selbst sein darf, ist mein Beitrag zum Weltfrieden.“

Innerer Frieden als Anfang

Fredi erinnert sich an ein Coaching. Die junge Frau erkundete mit ihr zusammen ihre Werte. Sie befand sich mit ihrem Arbeitgeber in einen Konflikt und war im Zwiespalt, ob sie das Unternehmen zu verlassen oder sich arrangieren und unzufrieden weiter machen sollte.

Ihr Wert „Toleranz“ war für die junge Frau eine Offenbarung. Sie nahm sich als tolerant war – bis sie erkannte, dass ihre Toleranz endete, wenn ihre persönlichen Grenzen überschritten wurden. Mit ihrem Verstand meinte sie die Andersartigkeit der Anderen akzeptieren zu können. Doch dann kamen ihre Vorgesetzten und benahmen sich wie in einem Selbstbedienungsladen, frauenfeindlich und abwertend gegenüber der Belegschaft. Und das in einem gemeinnützigen Unternehmen! Im Herzen konnte sie diese Werteverletzungen nicht aushalten.

Im Laufe ihrer Arbeit und ihrer persönlichen Entwicklung stellte sie fest, dass es mehr und mehr gar nicht unbedingt um das Außen ging – viel mehr um ihren eigenen inneren Frieden.

So erinnerte sie sich an all die Wut und den Groll, die sie aus Überforderung auf ihre Familie und andere Menschen und letztendlich auf sich selbst hatte. Vor lauter Problemen und Schmerzen der Vergangenheit und Angst vor der Zukunft könnte sie sich irgendwann nicht mehr auf die schönen Momente und Gegebenheiten der Gegenwart freuen. Sie selbst war ihre härteste Kritikerin! Ihr wurde klar – so wollte sie nicht leben! Sich an den Schönheiten des Lebens zu freuen, Leichtigkeit spüren, aus der Fülle heraus agieren, bedeutete für sie Freiheit, Gesundheit und Zufriedenheit und mit sich selbst wohlwollend und sanft umgehen – kurz um inneren Weltfrieden leben.

Jeder Mensch lebt in seiner eigenen Welt

Eine ihrer Töchter stellte irgendwann fest, dass jeder Mensch sein eigenes Universum ist. Und in diesem Universum kann jeder für sich für „Weltfrieden“ sorgen. Genial! Und jede Familie ist ebenfalls ein Universum – und jede Familie kann für „Weltfrieden“ sorgen. Weltfrieden in der eigenen Welt.

Noch heute ist Fredi erstaunt, was Menschen anderen Menschen antun können. Verbale oder körperliche Gewalt, Verletzungen, Zerstören der Natur, des Lebensraumes, Vermüllung der Weltmeere – hier sind wir alle gefragt, Lösungen zu finden.

Ihre Familie und sie haben einen Garten für Insekten, Schmetterlinge, Bienen und Hummeln angelegt, Sie haben Hecken für Vögel gepflanzt und unterstützen Unternehmen, für die Bio ein wichtiger Wert ist.

Lass alle Dinge in Liebe geschehen

Fredi und Anna sitzen im Kaffee – eine ganz spontane Idee. In Köln hat Fredi ein Seminar gegeben, als ihr einfiel, dass Anna nun hier lebt. Ein Anruf, und nun dieses entspannte, gemeinsame Frühstück. Sie erzählten sich aus ihrem Leben. Es ist so schön, an die alte Freundschaft anzuschließen. Anna lächelt Fredi an, während sie sagt: „Du siehst aus, als ob Du Deinen „Weltfrieden“ gefunden hast.“ Fredi überlegt, während sie antwortet: „Weißt Du Anna, ich bin für „Weltfrieden“ oft aufgezogen worden.

Heute gehört es zu mir. Ich bin viele meiner inneren Konflikte und Blockaden angegangen und habe sie gelöst. Es schaut dann manchmal das Leben vorbei und zeigt mir eine neue Facette des Themas. Und ich darf mich dann daran weiterentwickeln. Das macht mich gelassener und gibt mir „inneren Frieden“. Diesen Frieden spiegele ich in meine Familie und kann sie so liebevoll begleiten. Und ich spiegele es in meine Seminare und Coachings und in die Begegnungen, die mir das Leben schenkt. Das macht mich authentisch.

Wertschätzung ist mir sehr wichtig geworden, und das verhindert nicht, dass sich andere von mir verletzt fühlen. Doch für seine Gefühle ist jeder selbstverantwortlich, und mein Wert „Weltfrieden“ ist für mich eine tiefe selbsterfüllende Kraft, die mir viel Energie gibt. Für mich heißt Weltfrieden mittlerweile: Lass alle Dinge in Liebe geschehen! Und das begleitet mich schon mein ganzes Leben. Dafür bin ich so dankbar.“ Die Sonne kam hinter den Wolken hervor und wärmte die Haut. Fredi nahm dieses Gefühl des Friedens wahr – ein wohliges, wärmendes Strahlen im Bauch und sie wusste, dass sie ihre Reise zum „Weltfrieden“ sinnerfüllt fortsetzen wird.

Antje Rohrbach


Inhaltsverzeichnis

1. Wenn der Verstand die Intuition küsst
2. Weine Dich glücklich
3. Weltfrieden oder innerer Frieden
4. Wie du mit Hilfe deiner inneren Stimme Klarheit in Entscheidungen gewinnst
5. Wie ich über das Malen Vertrauen gewonnen habe
6. Warum dir Dankbarkeit dabei hilft, deine Ziele zu erreichen und erfüllter durchs Leben zu gehen
7. Warum es wertvoll ist, erst für sich und dann für andere zu sorgen
8. Sich zugehörig fühlen – Warum Gemeinschaft Zukunft erschafft
9. Wie Kartenlegen dich zur Selbstverantwortung erzieht
10. Die Entscheidung Deines Lebens
11. Wie aus mir ein (halbwegs) kommunikativer Mensch wurde
12. Mut für Veränderung


4. Wie du mit Hilfe deiner inneren Stimme Klarheit in Entscheidungen gewinnst – von Anke Braun

Soll ich nun lieber das Programm von Coach Maria nehmen oder doch lieber das von Coach Elisabeth? Oder vielleicht doch besser das von Coach Helmut? Coach Maria wirkt so souverän, das gefällt mir. Coach Elisabeth hat aber so gute Kundenfeedbacks: das überzeugt schon. Und außerdem sieht sie so sympathisch aus. Aber es fehlt mir doch ein bisschen was. Was eigentlich? Hmm, ich glaube, es ist die Überzeugung, dass sie mir wirklich helfen kann.

Ich bin da ja schon anders als das, was in den Kundenbeispielen steht. Am Telefon schien es mir auch eher so, als ob es nur um meine Kaufkraft ging. Dann eben Coach Helmut: seine Webseite: also die ist echt richtig professionell. Das macht Eindruck. Und das Programm hat auch Hand und Fuß. Kennenlernen durfte ich ihn auch schon. Aber ein Mann für mich als Frau? Kennt der wirklich meine Bedürfnisse? Und kann der sich auch ernsthaft in meine Situation einfühlen?

Hmm, ach, jetzt weiß ich gar nicht mehr, was ich machen soll. Ich suche nochmal neu. Vielleicht finde ich ja doch noch den einen Coach, bei dem alles passt. Und nicht nur so 60-80%.

Die Auswahl wird immer größer. Die Verwirrung leider auch.

Jetzt sind noch einmal ganz neue Aspekte dazu gekommen. An die hatte ich ja noch gar nicht gedacht. Gut, dass ich nochmal geschaut habe. Jetzt habe ich wieder neue Ideen. Und weiß auch, was mir wichtig ist. Ich will ja schließlich wirklich meine Berufung finden. Und jemanden, mit dem ich das auch wirklich zuverlässig erreichen kann. Die versprechen ja viel heutzutage.Und gutes Marketing machen die auch.

Aber ob die auch halten, was sie da versprechen? Und wie kann ich herausfinden, ob der Inhalt auch wirklich der Verpackung entspricht?‘ PUH -wenn ich mir so anschaue, was da alles auf dem Tisch liegt, fühle ich mich total überfordert. Nach welchen Kriterien soll ich denn nun vorgehen? Wie und für wen soll ich mich entscheiden? Ich will nichts falsch machen. Ich bin ehrlich gesagt völlig orientierungslos.

Innere Klarheit? Weit weit weg.

Erscheint mir wie von einem anderen Stern. Wie komme ich da bloß wieder raus? Am besten ich wart noch ein bisschen. Bis der Coach auftaucht, bei dem einfach alles stimmt.

Und da begegne ich Rita. Die erzählt mir von ihrem Kontakt mit ihrer inneren Stimme. Und wie sie damit auf ganz einfache Art und Weise Entscheidungen trifft. Und dass diese Entscheidungen dann immer gut sind und genau passen. Fast magisch. Weil sie manchmal anders sind als das, was der Verstand sagt. Und doch im Nachhinein betrachtet immer richtig.

Rita sagt, sie hört einfach in sich rein und schwupps, weiß sie, was sie machen soll. Klingt spannend. Aber wie geht das? Und was ist das eigentlich genau, diese innere Stimme? Ich höre da eigentlich mehrere Stimmen. Die eine sagt ja, die andere nein, die dritte zweifelt.

Wie Du Deine innere Stimme erkennst

„Nein“, sagt Rita. „Das ist nicht die innere Stimme. Deine innere Stimme erkennst du, wenn du ganz still wirst.“ „Wie soll das denn gehen? Ganz still werden? Bei mir ist immer was los. Tausend Gedanken, die mir im Kopf herumschwirren“, merke ich zweifelnd an. „Ja, das ist eine Kunst. Die aber gar nicht so schwer ist, wie du glaubst“, erklärt Rita. „Da bin ich ja mal gespannt“, sage ich.

Geheimnis Nr. 1 für innere Klarheit: der Atem

Rita fängt an zu erklären: „Hör zu: schließe die Augen. Achte nur auf deinen Atem, sonst nichts. Du musst jetzt gar nichts mehr tun. Atme ein paarmal. Und beobachte, wo du deinen Atem wahrnimmst.

Ich mache, was Rita sagt. Ihre Stimme ist echt angenehm. Ich achte nur auf meinen Atem. Merke, wie ich langsam innerlich ruhiger werde. Was im Außen passiert, ist gar nicht mehr wichtig. Aber ich fühle mich auch echt wohl mit Ritas Stimme und in diesem bequemen Sessel.

Geheimnis Nr. 2 für innere Klarheit: Wahrnehmung nach innen richten

Da höre ich wieder Ritas Stimme: „Und dann richte deine Aufmerksamkeit in Richtung deines Rumpfes. Also in den Bereich ab dem Becken aufwärts bis zum Hals.

Einfach nur wahrnehmen, wie es sich da gerade anfühlt. Und atme weiter. Vielleicht bemerkst du ja deinen Atem auch im Brustkorb oder im Bauch. Wie sich der Brustkorb oder der Bauch langsam heben und senken. Einfach nur wahrnehmen.“

Ich folge wieder Ritas Stimme und richte meine Aufmerksamkeit nach innen. Interessant, was ich da wahrnehme. Es fühlt sich nach einem riesigen Druck auf der Brust an. Als ich anfange, meinen Atem im Brustkorb wahrzunehmen, wird das Druckgefühl weniger. Als ich dann meinen Atem im Bauch wahrnehme, geht so etwas wie ein Ruck durch meinen Körper. Ich entspanne merklich.

Und kann plötzlich ganz frei in den Bauch atmen. Das war mir vorher gar nicht bewusst, dass ich viel oberflächlicher geatmet habe. Ein befreiendes Gefühl macht sich in mir breit. Sehr angenehm.

„Vielleicht merkst du schon, wie das Gedankenkarussel im Kopf weniger geworden ist oder sogar ganz aufgehört hat“, sagt Rita. Oh stimmt. Das hatte ich gar nicht bemerkt. Durch das Fokussieren auf den Atem ist es in meinem Kopf plötzlich ruhiger geworden. Das ist ja interessant. Und ganz schön cool, muss ich zugeben. Ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht.

Geheimnis Nr. 3 für innere Klarheit: deine Frage nach innen richten

Da höre ich Rita weitersprechen: „Bleibe mit deiner Aufmerksamkeit im Rumpf und stelle dir nach innen gerichtet eine Frage. Z.B. ob sich das jetzt gerade gut anfühlt, oder was du bräuchtest, um dich gut entscheiden zu können, oder was auch immer du gerne wissen möchtest gerade.“

Natürlich will ich wissen, was ich bräuchte, um mich gut entscheiden zu können. Und schneller als ich will ist meine Aufmerksamkeit wieder im Kopf und fragt sich, wie das denn nun gehen soll. Gott sei Dank redet Rita weiter und ich kann gar nicht bei meinen Gedanken bleiben.

Geheimnis Nr. 4 für innere Klarheit: dein Körper weiß die Antwort

„Behalte weiter deine Konzentration auf den Atem. Die Antwort soll nicht aus deinem Kopf kommen. Atme ruhig weiter, wenn du merkst, dass das Gedankenkarussel wieder anspringt. Und richte deine Aufmerksamkeit in den Körper und das, was im Körper passiert. Vielleicht reagiert dein Körper mit Druck an irgendeiner Stelle oder einer kleinen Verspannung. Achte auf jede kleine Veränderung in deinem Körper. Das ist viel wichtiger als das, was dein Kopf zu sagen hat.“

Aha. So geht das also. Ich folge Ritas Anweisungen und beobachte meinen Atem. Und meinen Körper. Das ist neu für mich.

Tatsächlich merke ich, wie es im Brustkorb weiter wird. Es fühlt sich an, als ob ich da plötzlich wieder einen Raum erhalten würde. Ich genieße dieses Gefühl. Weite entsteht in mir. Wow. Ganz leise bemerke ich, wie sich da eine Stimme erhebt. Die mir sagt, ‚das ist es‘. Mit genau diesem Gefühl kann ich gute Entscheidungen treffen. Ich brauche nur dieses Gefühl von Weite anstatt der Enge und dem Druck, den ich vorher wahrgenommen habe.

Euphorisch berichte ich Rita davon. Die saß die ganze Zeit neben mir und hat mich beobachtet. Sie strahlt mich an.

„Siehst du, war gar nicht so schwer mit dieser inneren Stimme, oder?“

Anke Braun

 

 


Inhaltsverzeichnis

1. Wenn der Verstand die Intuition küsst
2. Weine Dich glücklich
3. Weltfrieden oder innerer Frieden
4. Wie du mit Hilfe deiner inneren Stimme Klarheit in Entscheidungen gewinnst
5. Wie ich über das Malen Vertrauen gewonnen habe
6. Warum dir Dankbarkeit dabei hilft, deine Ziele zu erreichen und erfüllter durchs Leben zu gehen
7. Warum es wertvoll ist, erst für sich und dann für andere zu sorgen
8. Sich zugehörig fühlen – Warum Gemeinschaft Zukunft erschafft
9. Wie Kartenlegen dich zur Selbstverantwortung erzieht
10. Die Entscheidung Deines Lebens
11. Wie aus mir ein (halbwegs) kommunikativer Mensch wurde
12. Mut für Veränderung


5. Wie ich über das Malen Vertrauen gewonnen habe – von Dorothea Runck

Das unendliche Potential der Kreativität

Fast ausgebrannt, mental am Boden, schleppe ich mich abends nach 8 Stunden Krankenhausjob niedergeschlagen in das Hamburger Künstleratelier. Weiße Wände, karges Mobiliar, Papier, Farbpigmente, Ei und Leinöl. Pinsel. Erschöpft lasse ich mich auf dem Hocker nieder. Malen? Völlig unmöglich. Die Gedanken schleppen sich kreisend um den Ärger, warum ich mir um alles in der Welt jeden Montagabend vier Stunden freies Malen zumute.

Nun bin ich da. Keine Ahnung. Der Künstler ratlos und überfordert ob einer so erschöpften fantasielosen Teilnehmerin. Ich starre auf die weiße Wand vor mir. Wand. Mauer eher. Meine Mauer. Aber dann, bevor ich wieder zusammenpacke und lieber nach Hause schleiche – bleib ich da.

Es gab etwas in mir, dass mich bewog hierher zu gehen. Das meldet sich ganz sachte. Und ich beginne. Ich rühre langsam mein Eigelb mit dem Leinöl und dem Wasser zu einer Emulsion, mit der ich die Farbpigmente verbinde. Eitempera. Nichts ist weiter vorgegeben. Allein das Beginnen etwas zu tun, löst die erste Anspannung. Und dennoch, der Künstler ist immer noch ratlos. Dann stellt er mir ein Stillleben hin, damit ich mit irgendetwas anfangen kann. Und ich beginne.

Ich werde munter und die Anspannung löst sich. Aber – keiner gibt mir die Erlaubnis und den Hinweis, dass alles erlaubt ist, dass ich alles alles alles malen darf. Dass nichts falsch ist. Es bleibt ein Rest Angespanntheit. Das vergesse ich nicht. Trotzdem, diese verzweifelten Malstunden gaben mir Kraft und sie verhalfen mir später sogar zur Zusage an der Fachhochschule zur Gestaltung.

Jahrzehnte später

Mein Atelier. Ich stehe vor der weißen Wand. Mauer. Mauer? Nein. Eine wunderbare Projektionsfläche, eine Einladung an meine innere Kreativität, meinem Potential, meiner unbewussten Kraft, mich durch Bilder auszudrücken.

Ich habe schon viel gemalt. Nun verlasse ich mich heute total auf meinen inneren Reichtum, auf ein Können, dass nicht erlernt habe. Es ruft: teste aus, geh auf Risiko, zerstöre, hab eine Krise, mache neu, staune, lache und liebe.

Ich beginne zu tanzen, ich bewege mich zwischen Farben und Papier hin und her. Ich denke nicht mehr nach und lasse mein Bewusstsein in die Herzgegend fallen. Schwungvolle Musik im Hintergrund lockert mich auf und lässt mich vibrieren. (Das) Salsa(z) beim Malen.

Ich male wie verrückt mit all den Farben, nehme Spachtel, Papierstücke, Hände zu Hilfe. Wähle Farbe und Werkzeug wie es gerade kommt. Ich kratze Muster rein, hinterlasse Spuren. Alles geht schnell, damit der Verstand keine Chance bekommt. Und er will sich melden, aber ich geh weiter. Auf volles Risiko. Ich hinterfrage nichts, gar nichts.

Ich finde nun Stellen hässlich, ich bewerte und prompt kommt Angst des Versagens hoch. Aber ich übe weiter in Vertrauen und Mut. Und übermale 2 x bewusst das Bild zum großen Teil. Es wird immer lebendiger. Und dieses spontane vertrauensvolle Tun zahlt sich aus.

Ich habe die innere Kraft gespürt

Und ich habe mich getraut. Auf ungefährlichem Terrain. Es ist doch nur Papier und Farbe. Was kann schon passieren. Und es ist dann viel passiert. An Staunen und Freuen, Spannung und Experiment. Und ich erlebte wie eine Malkrise das Bild anschließend um Klassen lebendiger werden ließ.

Das erlebe ich immer wieder. Auch bei anderen Malteilnehmern. Und ich muss dafür nicht malen gelernt haben. Und das ist, was ich an der Kreativität so fantastisch finde:

  • Die Erfahrung, dass wir so unendlich viele Möglichkeiten haben, dass wir viele Wege nehmen können. Wenn wir das kreative Tun dann aus dem Herzen tun, wird aus den vielen Wegen ein Weg. Unser richtiger Weg. Der uns intuitiv führt.
  • dass wir beim kreativen Tun Vertrauen schöpfen können, Freude erleben können, neue Lösungen wagen. Krisen auch im Leben nicht mehr so fürchten, weil wir gelernt haben, dass sie nicht unser Feind, sondern auch immer unser Förderer sein können.
  • Wir können das gefahrlos üben, wenn wir in der Freizeit schöpferisch kreativ sind. Und die erfahrenen Ressourcen dann auf Lebensthemen übertragen.

Deshalb finde ich Kreativität, intuitiv zugelassen, so wertvoll. Es ist ein Geheimnis zu einem vertrauensvollen, glücklichen, erfüllenden und überraschenden Tun. Sie führt uns zu uns zurück.

Vertraue dir und werde kreativ

Ob beim Kochen, Tanzen, Reise planen, Skizzenblock füllen, Einkaufen, einen Arbeitsplan machen, Einkaufsliste oder Briefe schreiben. Oder: beim Lösungen finden. Probiere es aus. Vertraue dir und werde kreativ. Lass den Kopf für eine Weile draußen.

Geh doch mal intuitiv spazieren. Tritt aus dem Haus und lasse dich leiten von deiner Intuition wo du hingehen magst. Und beobachte was passiert, was du siehst, wen du triffst. Fotografiere intuitiv was dich anzieht und betrachte später diese Bilder. Spüre wie sich das anfühlt. Oder lasse dich inspirieren mit welchen Zutaten du kochen willst. Geh durch den Laden und lass dich durch dich leiten was du kaufen sollst. Du bist kreativ. Immer Und denk dran immer wieder mit dem Herzen zu leben.

Lerne die kopflose Kreativität lieben, dann lernst du dich lieben. Und wenn du deinen Verstand wieder nutzen musst, weißt du wieder, dass es da noch einen anderen Mitspieler gibt, der das Leben harmonisch macht.

Wir sind Schöpfer. Nutzen wir es. Zum Glücklichsein. Unserem Urzustand.

Dorothea Runck


Inhaltsverzeichnis

1. Wenn der Verstand die Intuition küsst
2. Weine Dich glücklich
3. Weltfrieden oder innerer Frieden
4. Wie du mit Hilfe deiner inneren Stimme Klarheit in Entscheidungen gewinnst
5. Wie ich über das Malen Vertrauen gewonnen habe
6. Warum dir Dankbarkeit dabei hilft, deine Ziele zu erreichen und erfüllter durchs Leben zu gehen
7. Warum es wertvoll ist, erst für sich und dann für andere zu sorgen
8. Sich zugehörig fühlen – Warum Gemeinschaft Zukunft erschafft
9. Wie Kartenlegen dich zur Selbstverantwortung erzieht
10. Die Entscheidung Deines Lebens
11. Wie aus mir ein (halbwegs) kommunikativer Mensch wurde
12. Mut für Veränderung


6. Warum dir Dankbarkeit dabei hilft, deine Ziele zu erreichen und erfüllter durchs Leben zu gehen – von Michaela Thiede

Manchmal fällt es uns leichter, dankbar zu sein, wenn wir – zumindest vorübergehend – auf alltägliche Dinge verzichten oder verzichten müssen. Wir haben vor ein paar Jahren ein altes Bauernhaus gekauft und umgebaut, bzw. umbauen lassen. In der Bauphase habe ich immer mal wieder einen Tag dort verbracht und „Hilfsarbeiten“ erledigt. Alles, wofür man nicht unbedingt ein Handwerker zu sein braucht.

In dieser Zeit habe ich gelernt, wieder für „Kleinigkeiten“ dankbar zu sein, die ich vorher als selbstverständlich angesehen habe: warme Räume, fließend Wasser, eine Toilette, …In einer Frostperiode kann ein Haus ganz schön kalt werden, wenn es überhaupt nicht mehr beheizt wird. Sich da von 6:30 bis 16.00 Uhr oder länger aufzuhalten, ist echt keine Freude.

Wenn ich durchgefroren nach einem langen Tag auf der Baustelle wieder zurück in unserer Wohnung war, dann war ich so dankbar dafür, dass wir dort eine funktionierende Heizung hatten. Dass ich mir die Finger unter fließend warmen Wasser waschen konnte. Dass ich eine richtige Toilette mit Spülung hatte. Diese Dankbarkeit kam tief aus meinem Herzen und ich hätte sie wohl ohne das „Erlebnis Baustelle“ nicht so wahrnehmen können.

Dankbarkeit ist oft eine bewusste Entscheidung

Man kann und darf sie üben. Wie will ich eine Situation wahrnehmen? Wie will ich mich fühlen?

Ich bin arbeitslos und beziehe HartzIV. Bin ich sauer, weil ich nicht weiß, wie ich damit über die Runden kommen sollen? Oder bin ich dankbar für jeden Euro an Unterstützung, den ich bekomme?

Mein Job füllt mich nicht aus. Bin ich nörgelig, ärgerlich und unzufrieden, weil mich mein Job total nervt und ich jede Minute bedauere, die ich auf der Arbeit verbringe? Oder bin ich dankbar dafür, dass ich überhaupt ein eigenes Einkommen & eine Arbeitsstelle habe und jetzt viel besser weiß, was mir für meinen neuen Job wichtig ist?

Eine Erkältung hat mich erwischt und ich liege flach. Halte ich mir die ganze Zeit über vor Augen, was ich alles machen müsste und grad nicht kann? Wie lästig Husten und Schnupfen sind? Oder bin ich dankbar für diese Auszeit und gebe mir Zeit zum Entspannen?

Das Handy hat nur eine langsame Internetverbindung. Ärgere ich mich darüber, dass ich nur im Schneckentempo im Internet unterwegs sein kann? Oder bin ich dankbar dafür, dass ich überhaupt ein Handy und den Zugang zum Internet habe? Nutze ich die Zeit, um mich in meiner Umgebung umzuschauen?

Spür doch mal rein, welche Variante sich besser anfühlt.

Dankbarkeit lässt sich trainieren wie ein Muskel

In der Situation selbst ist es oft nicht so leicht, etwas zu finden, für das man dankbar ist. Je mehr wir uns aber auf das Gute und Schöne fokussieren, desto leichter fällt es uns insgesamt, positiv zu bleiben und das Gute zu sehen. Probier‘ doch mal aus, wie wertvoll Dankbarkeit für dich und dein Leben sein kann.

Kauf dir ein schönes Heft oder Buch und schreib jeden Abend vor dem Schlafengehen 3 Dinge auf, für die du dankbar bist. An den ganzen „Mist“, der über den Tag verteilt immer mal wieder passiert, denken wir automatisch immer wieder. Nach den schönen Dingen, für die wir wirklich dankbar sind, dürfen wir manchmal etwas suchen. Aber es ist den Aufwand wert und lohnt sich. Versprochen.

Du kannst es dir wie einen Muskel vorstellen, den du trainieren darfst. Deinen Glücksmuskel. Nach 2 Tagen Training im Fitnesscenter wirst du – außer vielleicht Muskelkater – keine körperliche Veränderung merken, aber nach 4 Wochen täglichem Training ist dein Muskel flexibler und stärker geworden. So ist es mit dem Glücksmuskel auch.

Je mehr wir ihn trainieren und je mehr wir uns nach schönen Dingen umgucken, desto mehr schöne Dinge fallen uns ein und auf. Und umso leichter wird es, jeden Abend 3 Dinge aufzuschreiben. Wichtig ist, wie du dich FÜHLST, wenn du es aufschreibst. Du solltest die Dankbarkeit spüren und deutlich wahrnehmen.

Dankbarkeit üben darf sich leicht anfühlen

Spürst du eher ein „ich muss das jetzt 30 Tage aufschreiben und hoffe, dass der Monat bald um“, dann lass es besser bleiben und überleg dir etwas, bei dem du dich gut fühlst! Wenn du es mit dem Schreiben in Büchern und Heften nicht so hast, dann leg dir doch ein Glücksglas zu. Kauf dir ein schönes Bonbonglas. Ein Einmachglas – gerne mit Bügelverschluss – tut es auch. Du schreibst jeden Abend 3 Dinge, für die du am Tag dankbar warst, auf drei kleine Notizzettel. Diese Zettel faltest du zusammen und legst sie in dein Glücksglas.

Am Ende des Monats feierst du deine persönliche Glückparty. Du setzt dich gemütlich hin und liest dir alle Zettel durch, die du in das Glücksglas gelegt hast. Du wirst merken, wie viel besser du dich fühlst. Auch an Tagen, an denen „alles schief läuft“ kann der Griff in das Glücksglas Wunder wirken.

Wenn du richtig schlecht drauf bist, dann ziehst du 2-3 Zettel aus deinem Glücksglas, erinnerst dich an die Momente und wirst feststellen, wie gut es dir tut.

Du atmest ruhiger und fühlst dich besser – obwohl sich im Außen gar nichts verändert hat. Ein toller Nebeneffekt ist, dass du besser schläfst, wenn du dich am Abend mit schönen Dingen und guten Gefühlen beschäftigst. Es lohnt sich also wirklich, den Dankbarkeitsmuskel täglich zu trainieren.

Wie hilft dir Dankbarkeit jetzt dabei, deine Ziele zu erreichen?

Je mehr du das wertschätzt, was du hast, desto besser fühlst du dich. Je besser du dich fühlst, desto klarer kannst du deine Ziele setzen und sie auch einfacher erreichen. Ich habe ein Beispiel für dich. Wenn dein Ziel etwas anderes ist – wovon ich ausgehe –, dann pass die Übung für dein Ziel an.

Es ist schwer zu messen, ob und wie du dich besser fühlst, wenn es um nichts Konkretes geht. Darum bitte ich dich, dir vor der Übung spontan aufzuschreiben: Wie zufrieden fühle ich mich in diesen Lebensbereichen:

Schreibe bitte eine Zahl in % auf, z.B. 32% oder 96%

Gesundheit ________________________ %

Schlaf ___________________________ %

Familie ____________________________%

Beziehung __________________________%

Beruf _____________________________ %

Freizeit ___________________________ %

Finanzen ___________________________ %

Nehmen wir an es ist dein Ziel, einen Marathon zu laufen. Dann wirst du nicht sofort einen Flug nach New York buchen, dich dort für den Marathon anmelden und loslaufen. Du wirst dir wohl eher Unterstützung suchen oder recherchieren, wie man für einen Marathon trainiert. Dann wirst du dir einen Trainingsplan erstellen und anfangen zu laufen. Zuerst mit kleinen Einheiten, die erst dann größer werden, wenn du fitter bist. Du steigerst dich immer weiter, bis du irgendwann „reif“ bist für den Marathon. Dann meldest du dich an und läufst. Wenn du zuversichtlich mit einem Kribbeln voller Vorfreude an dein Ziel denkst, dann wirst du es schneller und leichter erreichen, als wenn du nur dunkle Wolken siehst, die dir den Weg zum Ziel versperren.

Stell dir vor, du läufst total erschöpft aber glücklich über die Ziellinie.

Spüre, was du wahrnimmst. Was denkst, fühlst, schmeckst, riechst, siehst, hörst du? Stehen Freunde und Familienmitglieder im Zielraum und jubeln dir zu? Spürst du, wie die anderen Marathonläufer verschwitzt und genauso kaputt wie du neben dir ins Ziel kommen?

Denkst du ein: jaaa!! Geschafft!!!? Siehst du dich auf der Großleinwand selbst über die Ziellinie laufen? Spüre rein und nimm alles so deutlich und intensiv wie möglich wahr. Und JETZT, wo du quasi mittendrin bist und mit jeder Faser weißt, wie großartig es sich anfühlt, einen Marathon zu laufen, sei dankbar dafür, dass du es geschafft hast. Spüre diese Dankbarkeit in all deinen Zellen.

  • Dankbarkeit für die Menschen, die dich dabei unterstützt haben.
  • Dankbarkeit für dein Durchhaltevermögen und deinen Willenskraft.
  • Dankbarkeit für die neuen Laufschuhe, die so super sitzen und mit denen es sich klasse läuft.
  • Dankbarkeit für das Wetter, das sowohl beim Training als auch beim Rennen ideal war.
  • Dankbarkeit für deinen Körper, der die Strapazen mitgemacht hat.
  • Dankbarkeit für die Organisatoren, die einen super Job gemacht haben.
  • Dankbarkeit für alle Zuschauer, die jeden Läufer angefeuert haben.
  • Dankbarkeit für die Verpflegungsstationen auf der Strecke.
  • Dankbarkeit für…

Überlege dir, wofür du dankbar bist und SPÜRE es

Wiederhole diese Übung für einen Monat täglich. Und dann schreib wieder spontan auf, wie zufrieden du dich in diesen Lebensbereichen fühlst:

Gesundheit ________________________ %

Schlaf ___________________________ %

Familie ____________________________%

Beziehung __________________________%

Beruf _____________________________ %

Freizeit ___________________________ %

Finanzen ___________________________ %

Vergleich es mit dem, was du dir zu Anfang der Übung aufgeschrieben hast.

Haben sich die Werte verändert? In der Regel fallen dir im Alltag immer mehr schöne Situationen und Dinge auf. Kleine Momente, für die du dankbar bist und in denen du dich glücklich fühlst.

Jetzt, wo du weißt, wie sich dein Ziel anfühlt, solltest du dich so oft wie möglich daran erinnern. Besonders in Zeiten, wo du das Gefühl hast, dass sich die Welt hat gegen dich verschworen hat. Bis du dein Ziel wirklich erreichst, sind ja noch einige Schritte zu gehen. Und auch bei diesen Schritten kann dir Dankbarkeit sehr helfen.

Bleiben wir beim Beispiel Marathonlauf

Ja, du bist heute noch nicht so fit, dass du am nächsten Wochenende einen Marathon absolvieren kannst. Aber was kannst, bist und / oder hast du heute schon, was eine Voraussetzung dafür ist, dass du überhaupt irgendwann mal einen Marathon wirst laufen können?

Zum Beispiel:

  • du hast 2 gesunde Beine und Füße, die dich bei gutem Training und ausreichend Durchhaltevermögen über die Ziellinie beim Marathon tragen
  • du hast 1 gesundes Bein, einen gesunden Fuß und eine Prothese, die dir Halt gibt und den Marathonlauf ermöglicht
  • du hast für dich ideale Laufschuhe
  • es ist dir gesundheitlich möglich, mit dem Training anzufangen und „irgendwann“ einen Marathon zu laufen
  • du hast Zugang zum Internet und kannst über Marathontraining recherchieren
  • du hast Zugang zum Internet und kannst recherchieren, welche Ernährung für Marathonläufer ideal ist
  • du gehst in die örtliche Bücherei und leihst dir Bücher zum Thema Ernährung, Lauftraining, etc. aus
  • du kannst täglich fitter werden und gehst z. B. die Treppen zum Büro, anstatt den Fahrstuhl zu nehme
  • du kannst – wenn nötig – medizinische Hilfe in Anspruch nehmen
  • in vielen kleineren Orten, aber natürlich auch in Großstädten werden Marathonläufe angeboten (du brauchst dafür nicht sonst wohin zu reisen oder das Event selbst zu organisieren)
  • du kannst mit Shorts und T-Shirt trainieren und brauchst keine teure Ausrüstung

Fokussiere dich auf die guten Gefühle

Je länger diese Liste für dich wird, desto besser. Und jetzt pick dir einen Punkt raus, für den du jetzt, in diesem Augenblick, besonders dankbar bist. Tauche in das Gefühl der Dankbarkeit ein. Spüre es so intensiv wie möglich. Je öfter du dankbar bist für das, was du hast, desto näher kommst du dem, was du gerne möchtest. Deinem Ziel. Wenn du dich auf das konzentrierst und fokussierst, was du schon hast, kannst und bist, dann bekommst du auch mehr von dem: in diesem Fall Dinge, für die du dankbar bist.

Wenn du ständig dasitzt und dir immer selbst erzählst, dass du es nie schaffen wirst, einen Marathon zu laufen, weil… (hier ist Platz für deine Erklärungen und Ausreden, warum es nicht geht), dann bekommst du mehr von dem, auf das du dich konzentrierst: in diesem Fall mehr Gründe, warum es für dich nicht geht.

Mir gefällt dazu die Analogie mit dem Radiosender: Es gibt unendlich viele Radiosender, aber wir hören nur die Musik von dem, den wir aktuell in unserem Radio eingestellt haben – obwohl alle anderen Radiosender zeitgleich auch senden und vielleicht sogar ein schöneres Programm haben. Solange wir nicht umschalten, hören wir immer den gleichen Sender.

Wenn du dich auf Dankbarkeit fokussierst, dann ist das ungefähr so, als schaltest du innerlich auf einen anderen Radiosender um. Es kommt andere Musik (andere Gefühle), andere Moderatoren (andere Gedanken) und schlussendlich auch ein anderes Programm (andere Situationen). Und alles davon bringt dich deinem Ziel näher.

Du hast dich damit innerlich auf dein Ziel ausgerichtet und den Radiosender „Marathonlauf“ angeschaltet. Solange du dir nicht wieder einen anderen Sender aussuchst, bist du auf dem Weg, dein Ziel zu erreichen. In Situationen, in denen es zäh wird oder du keine Lust aufs Training hast, erinnerst du dich wieder an das tolle Gefühl, wie du über die Ziellinie läufst und spürst die Dankbarkeit.

Diese Gefühle motivieren dich dann, dran zu bleiben, weiterzumachen, zu trainieren und alles zu geben. Ein Nebeneffekt ist, dass es sich einfach saugut anfühlt, von Herzen dankbar zu sein. Wofür du dankbar bist, ist relativ wurscht. Wenn es vom Herzen kommt, dann fühlt es sich gut, leicht, kribbelig, wohlig warm (oder für dich auch ganz anders) – einfach schön an.

Je öfter du dankbar bist, desto öfter fühlst du dich gut.

Je öfter du dich gut fühlst, desto besser geht es dir insgesamt – nicht nur auf dieses Thema und Ziel bezogen. Das wirst du sicher bei der Dankbarkeitsübung nach einem Monat auch feststellen. Dadurch, dass du dich so gut fühlst, werden in deinem Köper bestimmte Hormone ausgeschüttet, die dafür sorgen, dass du dich noch besser fühlst. Indem du dich auf Dankbarkeit ausrichtest, erschaffst du dir sozusagen selbst eine positive Gefühlsspirale.

Ich hoffe, dir ist jetzt bewusst, warum es so wichtig ist, sich auf Dankbarkeit zu konzentrieren. Und noch mehr hoffe ich, dass du es ausprobierst. Nur vom Lesen wird sich bei dir nichts verändern. Wenn du dir ein Glas Wasser anschaust, ändert das nichts an deinem Durst. Du musst es schon trinken. Such dir eine Übung aus und erlebe selbst, wie schön es sich anfühlt, dankbar zu sein. Und erlebe mit der Zeit, was sich dadurch alles bei dir verändert.

Ich bin auf jeden Fall dankbar, dass du bis zum Ende gelesen hast.

Liebe Grüße

Michaela Thiede

 

 


Inhaltsverzeichnis

1. Wenn der Verstand die Intuition küsst
2. Weine Dich glücklich
3. Weltfrieden oder innerer Frieden
4. Wie du mit Hilfe deiner inneren Stimme Klarheit in Entscheidungen gewinnst
5. Wie ich über das Malen Vertrauen gewonnen habe
6. Warum dir Dankbarkeit dabei hilft, deine Ziele zu erreichen und erfüllter durchs Leben zu gehen
7. Warum es wertvoll ist, erst für sich und dann für andere zu sorgen
8. Sich zugehörig fühlen – Warum Gemeinschaft Zukunft erschafft
9. Wie Kartenlegen dich zur Selbstverantwortung erzieht
10. Die Entscheidung Deines Lebens
11. Wie aus mir ein (halbwegs) kommunikativer Mensch wurde
12. Mut für Veränderung


7. Warum es wertvoll ist, erst für sich und dann für andere zu sorgen – von Anja Wiebers

Als erstes – für sich selbst zu sorgen und sich selber am nächsten zu sein, wird sicherlich eine ganz wichtige und wertvolle Bedeutung für unsere Gesundheit und Zufriedenheit bekommen. Es ist keineswegs egoistisch, narzisstisch oder was man sonst noch behaupten mag, um es nicht gut zu heißen, erst an sich zu denken.

Im Gegenteil – es ist eine sehr wichtige Grundvoraussetzung an dich selbst zu denken. Für deine eigne Kraft und dein Wohlbefinden ist es enorm wichtig, dich selbst an erster Stelle zu sehen. Du kannst wunderbar „auf gesunde Weise“ geben, wenn du selber genug Energien hast. Jedoch nicht geben ohne selbst genug Energie zu besitzen, dich aufopfern und ständig erst an alle anderen denken, bevor du an dich selber denkst.

Dein Energiekonto

Wenn du dir vorstellst, du hast ein Energiekonto (das natürlich auch gefüllt sein sollte), dann kannst du entscheiden wohin und wofür du es einsetzt. Es kommt dann aus der Fülle und nicht wie es heute noch so oft geschieht, aus dem Mangel. Minus und Minus ergibt zwar in der Mathematik Plus J aber das ist sicher kein sinnvolles Plus, sondern es bringt dich immer weiter von dir weg oder raubt dir zumindest immer mehr Kraft, Energie und auch Lebensfreude.

Kennst du Menschen, die aus sich heraus strahlen? Was denkst du, wodurch sie dieses tun? Empfindest du es als sehr angenehm und förderlich, wenn Menschen wieder aus sich heraus strahlen? Und ist es eine Wohltat Ihnen zu begegnen? In das eigene Strahlen zu kommen, wird sicherlich immer mehr werden. Menschen die Selbstfürsorge als wichtig ansehen, sind nicht nur gesünder, sondern auch Vorbilder und erinnern andere wieder an sich selbst.

Die, die gerne geben, weil sie ihre eigene Energie haben und andere schätzen, weil sie sich selber genauso wertschätzen, sind ein großer Gewinn für uns alle. Kein Kampf mehr um Aufmerksamkeit oder kraftloses aufopfern. Wie sie das anstellen, möchtest du wissen?

Momente für die Selbstfürsorge

Sie kennen Lieblingsorte: Ob es das Meer, der Wald, ein eigener Garten oder der Park um die Ecke ist, in denen sie sich aufhalten um sich zu stärken und somit auftanken. Die ihre Lieblingslieder hören, weil sie spüren, wie es in die eigne Kraft bringt. Die (wieder) gelernt haben auch mal Nein sagen zu dürfen. Weil es damit ein Ja zu sich selbst ist.

Sie spüren wieder ob Ihnen eine Mahlzeit gut tat oder was sie an Essen benötigen. Ob sie sich ausruhen sollten oder etwas Bewegung gerade das richtige wäre. Schauen, welche Menschen sie um sich haben. Sendungen im Fernsehen die Angst und Schrecken verbreiten getrost verpassen. Sie haben ein Gespür für sich, und entwickeln es immer weiter.

Als ich vor langer Zeit einmal wieder bewusst einen Sonnenaufgang gesehen hatte, staunte ich, wie lange ich dieses wundervolle Naturschauspiel gar nicht bemerkt hatte. Dabei geschieht es jeden Tag von neuem. Sonnenuntergänge ebenso. Nicht alle sind spektakulär, zugegeben – aber sie begeistern mich immer wieder aufs Neue. Mal schaffe ich es morgens und manchmal am Abend mir die Zeit zu nehmen. Und selbst wenn nicht, so weiß ich heute, dass es selbst ohne dass ich Anwesend bin, gerade geschieht und das macht mich Demütig und lässt mich staunen. Denn ich weiß wieder um diese Naturspiel und deren Schönheit.

Wenn du mehr Energie „ausgibst“ als Du hast – machst du Miese

Erst vielleicht:

  • miese Laune
  • oder auch miese Gefühle
  • und dann auch eine miese GRUNDstimmung

Der Grund für die Stimmung ist genau der Punkt!

Du hast Dich verausgabt.

Zu viel von deinem Freudenkonto ausgegeben:

  • in anderen „gefällig sein“
  • oder „sich selber nicht so ernst nehmen“
  • vielleicht auch in sich „zusammen reißen“
  • aber ganz bestimmt für „andere oder anderes

Und das nicht einmal, sondern immer wieder.

Einbezahlen ist wichtig!

Die kleinen Freuden oder Auszeiten sind damit gemeint:

  • sich etwas Gutes gönnen
  • mal eine Pause einlegen
  • oder Musik hören, die Dich Be- Geistert
  • Dir dein Lieblingsgetränk,
  • oder Lieblingsbuch zu schnappen
  • die Seele baumeln lassen und Auftanken

Noch wichtiger sind aber die kleineren oder größeren NEINS

  • wie oft sagst du spontan „JA“, wo du ehrlicher“ Nein“ hättest sagen sollen?
  • wie oft übernimmst Du etwas, das nicht deines ist??

Die Energie-Abheber

Allerdings gibt es gibt auch die, die lieber nur abheben als einzahlen: Diese Menschen erwarten ständig von anderen, dass Sie etwas bekommen oder Ihnen etwas abgenommen wird.Sie nennen es auch manchmal Ihr Recht auf…und einbezahlt haben sie nichts!

Sie machen jedem Vorwürfe oder sind zumindest niemals Schuld oder schuldig. Es sind immer die anderen!! Schau dir deine Konten an – hast du GUTHABEN oder bist du eher BLANK (und deine Nerven vielleicht auch) ?! Dann darfst du auf dich achten und dein Guthaben woanders „füllen“.

Das Alles ist vielleicht nicht neu für Dich, doch ich hoffe, jetzt um einiges wichtiger. Ich wünsche mir, dass es dich erinnert hat und sogar ermutigt, wieder darüber nachzudenken, was dir wichtig und wertvoll ist. Das du in kleinen Schritten immer mehr auf dein Wohlbefinden schaust, dich an Dinge erinnerst, bei denen du merkst, dass deine Energien ansteigen. Dass du öfters an dich denkst und es immer wieder neu zulässt an erster Stelle zu stehen und dann feststellst, es ist das Beste, was du zu geben hast.

Ich wünsche Dir ein prachtvolles GUThaben!

Anja Wiebers


Inhaltsverzeichnis

1. Wenn der Verstand die Intuition küsst
2. Weine Dich glücklich
3. Weltfrieden oder innerer Frieden
4. Wie du mit Hilfe deiner inneren Stimme Klarheit in Entscheidungen gewinnst
5. Wie ich über das Malen Vertrauen gewonnen habe
6. Warum dir Dankbarkeit dabei hilft, deine Ziele zu erreichen und erfüllter durchs Leben zu gehen
7. Warum es wertvoll ist, erst für sich und dann für andere zu sorgen
8. Sich zugehörig fühlen – Warum Gemeinschaft Zukunft erschafft
9. Wie Kartenlegen dich zur Selbstverantwortung erzieht
10. Die Entscheidung Deines Lebens
11. Wie aus mir ein (halbwegs) kommunikativer Mensch wurde
12. Mut für Veränderung


8. Sich zugehörig fühlen – Warum Gemeinschaft Zukunft erschafft – von Robert Heeß

„Neues Wohnen im Odenwald“, so war das Zeitungsinserat überschrieben, das mich Funken sprühen ließ wie eine Straßenbahn die vereiste Oberleitung. Da war von Gemeinschaft die Rede. Von Zusammenhalt. Von gesundem Leben in einer baubiologisch renovierten Renaissance-Mühle. Wow! Sollte sich jetzt ein lange gehegter Traum verwirklichen?

Das war vor fast 30 Jahren. Als junge Familie waren wir damals schon längere Zeit auf der Suche gewesen nach eigenen vier Wänden und grünem Umfeld. Und wir waren auf der Suche nach Gemeinschaft. Suchten Kontakt und Verbindung mit anderen. Das Familiensystem Mama-Papa-Tochter-Sohn wollten wir ausdehnen. Freundschaft, Ansprache und lebenspraktisches Sich-Unterstützen sollten sich etablieren als inspirierende Elemente unseres Arbeits- und Familienlebens.

Sozialromantiker aufgepasst!

Das „Neue Wohnen“ war ein Cohousing-Projekt, realisiert in einem Gebäude-Ensemble mit privaten Wohnungen und Gemeinschaftseigentum. Ein Zuhause auf dem Land, wo wir als Bewohner*innen mit möglichst vielen Gästen möglichst viel organisieren und erleben wollten. Für mich persönlich war das der Beginn von mehr als 20 Jahren gemeinschaftlichen Lebens. Zunächst mit zehn Erwachsenen und fünf Kindern, später mit rund 80 großen und kleinen Menschen in einer Art eigenständigem kleinen Dorf.

Im Nachhinein weiß ich: Wir sind mit einer gehörigen Portion Sozialromantik gestartet.
Wie so viele andere auch. Die Erkenntnis daraus, die nur banal klingt: Zusammen zu leben braucht mehr als zusammen leben zu wollen – es braucht eine größere verbindende Idee. Eine Ausrichtung.

Echte Gemeinschaft ist eine Herausforderung

Als Gemeinschaft zu leben, das ist ein Dauer-Workshop in Sachen Kommunikation und Konfliktklärung. Das muss man wissen und das muss man genau so wollen. Echte Gemeinschaft ist auf Dauer gesehen enorm herausfordernd und anstrengend, aber auch enorm erweiternd, reifen lassend und wachstumsfördernd. Deshalb halte ich Gemeinschaft – wie immer sie sich auch zeigen mag – für einen entscheidend wichtigen Baustein für jede Art von Zukunft.

Ich bin dankbar für meine gemeinschaftlichen Jahre, möchte nichts davon missen. Seit einiger Zeit habe ich diese Wohn- und Lebensform eingetauscht gegen eine Drei-Zimmer-Wohnung auf einem Vierseit-Hof mit entsprechend dörflichem Umfeld. Und halte Kontakt zur Gemeinschaftsszene. Eine neue Phase in meinem Leben. Wieder einmal.

Gemeinschaft ist eine Frage der Haltung. Zunächst.

Man muss nicht gleich zusammen leben, muss nicht unbedingt Haus und Hof teilen, um sich eingebunden zu fühlen. Gemeinschaft ist eine innere Haltung. Zumindest zunächst.

Es hängt fürs erste von mir selbst ab, ob ich das Fundament gießen kann für ein Gemeinschaftsgefühl. Denn dafür muss ich bereit sein, mich zu öffnen, mich einzulassen und mich einzubringen. Das heißt, ich muss mich aus dem Sessel wuchten und meine Komfortzone verlassen.

Und wieso überhaupt Gemeinschaft?

Wir sind soziale Wesen, wir wollen uns zugehörig fühlen, wollen ein Teil sein von etwas Größerem. Sich zusammentun, gemeinsam etwas auf die Beine stellen, miteinander reden, sich unterstützen, das sind menschliche Grundbedürfnisse. Es sind universelle Bedürfnisse, unabhängig von unseren kulturellen und individuellen Erfahrungen und Prägungen.

„Wo wir uns verstanden wissen, da sind wir zu Hause. Verständnis fördert die Zugehörigkeit“, schreibt der irische Philosoph John O’Donohue in „Anam Cara: Das Buch der keltischen Weisheit“ (Buch bei Amazon). „Zugehörigkeit reicht tief; nur im oberflächlichen Sinne des Wortes verweist sie auf unser äußerliches Hängen an Menschen, Orten und Dingen. Sie ist die lebendige, leidenschaftliche Gegenwart der Seele. Sie ist das Herz und die Wärme der Intimität.“

Das Herz und die Wärme der Intimität. Das sind große Worte. Angemessene Worte, wie ich finde. Weil sie ein so großes Gefühl in den Fokus nehmen. Ich habe erfahren, wie viel Mut es braucht, der Größe dieser Worte nachzuspüren und sie in sich klingen zu lassen. Sie bergen das Risiko, dass uns diese Worte in Kontakt bringen mit nicht erfüllter Sehnsucht. Sie konfrontieren uns möglicherweise mit dem klaren Blick auf etwas, das gerade schmerzlich fehlt.

Dazu noch einmal John O’Donohue: „Sind wir in der Geborgenheit des Zugehörens aufgehoben, nehmen wie sie als etwas Selbstverständliches hin. Doch das menschliche Herz besitzt eine unschuldige, kindliche Seite, die zutiefst verletzt ist, wenn sie sich ausgeschlossen fühlt.“ („Echo der Seele: Von der Sehnsucht nach Geborgenheit“, Buch bei Amazon )

Was kannst du tun? Wie fütterst du das Bedürfnis, dich zugehörig zu fühlen?

Die Arbeit kann Gemeinschaft und Verbindung schenken

Wenn wir uns aktiv einbinden wollen in eine Gruppe – wen wundert´s –, müssen wir uns bewegen. Wir müssen die Bürostühle verlassen – und rausgehen! Auch das erfordert eine gehörige Portion Mut: sich zu zeigen und gesehen zu werden.

Nicht allen Beteiligten einer Gemeinschaft – ob es eine Familie ist, ein Arbeits-Team, eine Wohn- oder (weiter gefasst) z.B. eine Facebook-Gruppe – nicht allen wird passen, WAS du tust und WIE du es tust. Ob du davon auch erfährst, so dass du daran wachsen kannst, das steht auf einem anderen Blatt.

Je enger und ehrlicher die Menschen deiner Gruppe, deiner Gemeinschaft, miteinander umgehen, umso häufiger wirst du dir Meinungen anderer zu dir und deinem Verhalten anhören müssen. Beziehungsweise dürfen. Denn wenn es FeedForward ist, wirst du beschenkt. Obwohl es sich nicht immer angenehm anfühlt.

Oder du selbst bist verärgert bis genervt durch bestimmte Ereignisse und Verhaltensweisen anderer – und musst das ansprechen. Sofern du dir, deinen Interessen und ethischen Werten treu bleiben willst. Da kommt niemand drum herum, wenn es um echte Gemeinschaft geht.
Jedenfalls nicht auf Dauer gesehen. Du musst deine Karten auf den Tisch legen, und auch das fühlt sich nicht unbedingt angenehm an.

Das große Ziel: Potentialentfaltung

Im Idealfall ist solch eine Gruppe ein Feld für Potenzialentfaltung. Der Neurobiologe und Hirnforscher Gerald Hüther hat sich dieses Thema auf die Fahnen geschrieben, z.B. mit der Akademie für Potentialentfaltung. Er sagt: „Wir brauchen Gemeinschaften, deren Mitglieder einander einladen, ermutigen und inspirieren, über sich hinauszuwachsen.“ Dies ist der Leitgedanke der Akademie (http://www.akademiefuerpotentialentfaltung.org/).

Ich teile diese Einschätzung, auch wenn ich diesen Idealzustand in all den Jahren meines Gemeinschaftslebens immer wieder nur temporär erlebt habe (wegen der Arbeit an unserer Kommunikations- und Konfliktkultur, wie oben erwähnt). Für mich gilt: Gemeinschaften, die Potenzialentfaltung ermöglichen, erschaffen Zukunft. Weil Menschen qualitativ wachsen! Die bisherige Individualisierung fördert vor allem das quantitative Wachsen und verbraucht viel zu viele Ressourcen.

Das sind Geschenke, die dir Gemeinschaft im Geist von Potentialentfaltung bieten kann:

  • Wissen teilen
    • Kräfte bündeln
    • Gebrauchsgegenstände teilen
    • sich unterstützen
    • gemeinsam etwas erreichen
    • hören und gehört werden
    • Freundschaft, Herzlichkeit, Austausch
    • ….

Wir sind Gestalter unseres Lebens und Zusammenlebens

Dass die Arbeit eine wunderbare Chance sein kann, all das zu erleben, brachte Hüther im Februar 2018 in einem Aufsatz auf den Punkt (WEGE – Das Magazin zum Leben, Februar 2018, https://www.wege.at). Dort heißt es:

„Im eigenen Tätigsein können wir Menschen zwei seelische Grundbedürfnisse gleichzeitig stillen: einerseits das Bedürfnis nach Kompetenzerwerb, Autonomie und Freiheit – andererseits jenes nach Zugehörigkeit, Verbundenheit und Geborgenheit. Wer etwas tut, das ihm eigene Weiterentwicklung ermöglicht und ihn gleichzeitig mit anderen Menschen verbindet, ist kein Bedürftiger mehr. Nur unter dieser Voraussetzung können wir die in uns angelegten Potenziale frei und aus uns selbst heraus entfalten.

Denn nur dann erleben wir uns nicht als Objekt der Absichten, Erwartungen und Belehrungen, Bewertungen oder gar der Maßnahmen und Anordnungen anderer, sondern als Subjekt, als Gestalter unseres Lebens und Zusammenlebens.“

Okay, gestalten wir unser Leben und Zusammenleben.

Jetzt.
Nimm dir drei Minuten Zeit und frage dich ehrlich:

Bin ich eingebunden?
Kann ich das fühlen?

Wenn ja:
Wie und was könnte ich demnächst beitragen für das Ganze?

Wenn nein:
Welche Menschen, welche Projekte oder Gruppen finde ich spannend?
Und wenn du Antworten hast: Hingehen, „hallo“ sagen – und schauen, ob da was zusammenpasst.
Das ist meistens viel einfacher und leichter, als wir denken.

Viel einfacher!

Robert Heeß

 

 


Inhaltsverzeichnis

1. Wenn der Verstand die Intuition küsst
2. Weine Dich glücklich
3. Weltfrieden oder innerer Frieden
4. Wie du mit Hilfe deiner inneren Stimme Klarheit in Entscheidungen gewinnst
5. Wie ich über das Malen Vertrauen gewonnen habe
6. Warum dir Dankbarkeit dabei hilft, deine Ziele zu erreichen und erfüllter durchs Leben zu gehen
7. Warum es wertvoll ist, erst für sich und dann für andere zu sorgen
8. Sich zugehörig fühlen – Warum Gemeinschaft Zukunft erschafft
9. Wie Kartenlegen dich zur Selbstverantwortung erzieht
10. Die Entscheidung Deines Lebens
11. Wie aus mir ein (halbwegs) kommunikativer Mensch wurde
12. Mut für Veränderung


9. Wie Kartenlegen dich zur Selbstverantwortung erzieht – von Stephanie Mertens

Methode zur Planungs- und Wachstumshilfe in der Selbständigkeit

Kartenlegen ist dafür bekannt, dass es einen Blick in die Zukunft bietet. Das jedenfalls ist die eine Sicht auf diese Methode mit bildhaften Assoziationen zu arbeiten. Und ich gebe zu: Das war auch ursprünglich das, was ich mir vom Kartenlegen erhofft hatte. Dass jemand oder etwas weiß, wofür ich berufen bin, was noch auf mich wartet, was von alleine in mein Leben kommen würde, und dass die Karten mir das dann offenbaren würden.

Dieser aufregende und spannende Aspekt beim Kartenlegen hat es allerdings auch in sich, habe ich festgestellt. Auf der einen Seite bietet der Blick in eine Kartenlegung Stärkung, Entscheidungshilfe und Orientierung. Sehr wichtig, gerade dann, wenn man selbständig arbeitet und damit auf einem Weg ist, auf dem sich im eigenen Umfeld oft nicht gerade viele tummeln, die einem diese Hilfestellung bieten könnten.

Auf der anderen Seite ist der Wunsch nach einem Rat, einem Weg, den man gehen sollte, auch ein Abgeben von eigener Verantwortung. So habe ich es wenigstens immer empfunden, und tue es noch, wenn die Rede von höheren Mächten ist. Für mich ist das eigentlich nur eine Ausdrucksform von – vielleicht universalem? – Wissen.

Ist Kartenlegen ein Abgeben der Verantwortung?

Manchmal ist genau das sehr hilfreich. In belastenden Situationen zum Beispiel. Mal gefühlt die Verantwortung aus der Hand zu geben, den Ballast von den Schultern zu nehmen, und sich einem übergeordneten Rat zu überlassen. Das kann den Kopf freimachen und helfen neue Perspektiven zu finden. Wenn man dann schon „weiß“, wie das Ergebnis wird, ist das Risiko ja auch nicht mehr so groß, oder? Eine schöne Vorstellung. Ich denke, ich muss nicht extra erwähnen, dass diese Haltung auch ihre Schattenseiten haben kann. Die Abgabe von Verantwortung „nach oben“, oder wohin auch immer, macht am Ende eher unfrei und stärkt den Frager nicht wirklich.

Warum kann das Kartenlegen dann trotzdem eine Hilfe beim Planen und Wachsen, gerade in der Selbständigkeit sein?

Ganz einfach: Das Kartenlegen bedient sich der Sprache des Unterbewussten, und drückt sich in Bildern aus. Die Bilder, die im Grunde zufällig auf deine Frage hin gezogen werden, stehen für deine eigene, innere Wahrnehmung. Du selbst gibst ihnen die Bedeutung. Du bringst sie in Zusammenhang mit dem, was dich beschäftigt und ergänzt so das Bild, das du dir von einer Sache machst. Wenn du das weißt, merkst du, dass du im Grunde mit dir selbst sprichst. Mit den Anteilen in dir, die bisweilen scheinbar gegeneinander arbeiten, die dich verwirren, die dich vielleicht sogar ängstlich oder negativ machen.

Was es zu beachten gilt

Wichtig ist, dass du dir bewusst bist, dass du dich beim Deuten von Kartenbildern in deiner eigenen Welt der Wahrnehmung bewegst. Dann erfährst du hier viel über dich selbst, wenn du dich darauf einlässt. Und wenn du weißt, wer du bist, wohin du willst, was für dich passt, kannst du bessere Entscheidungen in deiner Planung und deiner Selbständigkeit, in deinem Leben treffen.

Was ist, wenn du dich nicht darauf einlässt, fragst du dich vielleicht? Dann bist du vielleicht versucht den Bildern Bedeutungen zu geben, die dir in den Kram passen. Indem du dir Bildaussagen zurechtdrehst, um sie passend zu deinen Wünschen und Zielen zu machen.

Würdest du nie tun? Ich denke, es ist eher so, dass du genau das erstmal instinktiv tust, denn du hast ja einen Wunsch, ein Ziel, ein unerfülltes Bedürfnis, wenn du um Rat fragst. Und du hoffst, dass es gut werden wird. Das ging mir am Anfang auch so. Ich war allerdings froh, als ich für mich herausfand, dass ich mich selbst manipuliert hatte, weil ich auch meine Ängste in meine Interpretationen brachte. Das, wovor ich am meisten Angst hatte, lag scheinbar am meisten in meinen Karten. Ein Spiegel, halt.

Karten dienen als Impuls

Hier setzt auch deine Selbstverantwortung ein, wie bei mir auch. Indem du übst mit einem unverstellten Blick die Möglichkeiten, die durch Kartenmotive ausgedrückt werden, sowohl im Guten, wie im weniger Guten, wertfrei zu betrachten. Und in dir selbst nachspürst. Den Impuls aufnimmst und damit arbeitest.

Vielleicht stehts du gerade hier: Du willst wachsen, du willst ein Ziel erreichen, dir einen Wunsch erfüllen, deinen Platz finden in der Welt und als Selbständige. Einmal gestartet, heißt es wachsen, sich Ziele setzen, umsetzen, lernen, neu denken, wachsen. Du bewegst dich im Grunde zyklisch durch Veränderungsprozesse, die in dir selbst ablaufen. Prozesse, die mit etwas Neuem beginnen, eine Aufwärtsbewegung erfahren, eine Hürde erreichen, sich zeitweise im Kreis drehen, auf der Stelle treten, vielleicht sogar Rückschritte erfahren, bis Du diesen Punkt geknackt hast, darüber hinauswächst, wieder etwas Neues aufnimmst, die Aufwärtsbewegung erfährst, usw.

Das Leben besteht aus Zyklen

Ich hatte geglaubt, wenn ich mich einmal selbständig mache, dann ist das ein einmaliger Prozess, der sich in einem einzigen Bogen, bzw. auf und ab, über die Dauer der Selbständigkeit, quasi ein Leben lang, hinziehen würde. Ich war schon sehr irritiert, als ich feststellte, dass ich mittlerweile zum 3. Mal dabei bin, alles neu zu machen. Und es fühlt sich an, wie ein Neuanfang.

Wenn dir das grundlegend klar ist, mit zyklischen Prozessen, dann kannst du jetzt ja mal die Karten einsetzen, um zum Beispiel zu schauen, an welcher Stelle du gerade stehst. Stell dir Fragen: Wieso du im Moment nicht weiterkommst, was hinter einer Hürde liegt, was dir eigentlich wirklich wichtig ist (ganz spannend -hohes Überraschungspotential!) und was als nächstes zu tun ist.

Kartenbilder helfen dir dann dabei zu entscheiden, welcher nächste Schritt jetzt der Richtige für dich ist. Dadurch, dass nicht nur das rationale Denken spricht, sondern deine Gefühle und unterbewussten Motive mit ins Spiel kommen. Du wirst zwar auch beim Kartenlegen deine blinden Flecken haben, doch diese kannst du einkreisen und verstehen lernen.

Kartenlegen ist im Grunde eine Coaching-Methode

Es lebt vom Fragen, und von der Wahrnehmung und Interpretation des Fragestellers. Ach? Du hast gemerkt, dass jetzt nicht mehr die Rede davon ist, dass jemand anderes dir „vorsagt“? Genau! Du selbst stehst im Mittelpunkt und begegnest dir selbst.

Ein Kartenleger hilft dir ggf. dabei die Bildsprache zu verstehen, so wie sie sich für dich in deiner Wahrnehmungswelt äußert. Der Kartenleger leistet dann Übersetzungshilfe zur Bildsprache, indem er Anregungen und Impulse gibt, Möglichkeiten ausspricht, Alternativen benennt, die du dann für dich anschaust und guckst, was es in dir auslöst.

In der Praxis könnte die Methode Kartenlegen dir zum Beispiel Hilfestellung bei der Frage nach den richtigen Zeitpunkten geben, passende Zahlen ermitteln, wie zum Beispiel Preise, dein Gefühl bei mehreren Angeboten und Entscheidungsmöglichkeiten sichtbar machen, dir helfen zu verstehen, welche Entwicklung für dich jetzt gut passt, um dein Ziel, das du dir gesetzt hast, zu erreichen. Unabhängig davon, was andere für das Beste halten. Vielleicht passt das Beste der anderen nicht zu dir? Und du brauchst dein eigenes Bestes?

Wie bin ich zum Kartenlegen gekommen?

Vor dem Schritt in die Selbständigkeit stand für mich erstmal grundsätzlich die Frage, wohin ich mich beruflich wenden sollte. Wollte ich Karriere machen in meinem erlernten Beruf? Wollte ich die Branche wechseln? Wollte ich mehr oder weniger arbeiten? Wenn selbständig, womit nur?

Es waren also sehr grundsätzliche Fragen, die ein interessantes Hin und Her in mir, meinem Kopf und meinem Herzen auslösten. Wenn man nicht gerade auf etwas spezialisiert ist, sondern eher vielseitig ist, dann ist es nicht nur schwer selbst zu erkennen, was gut passt, es ist auch für andere schwerer zu erkennen, was passt. Das Umfeld meint es in der Regel gut, bietet aber wenig Impulse, wenig Neues, das hilft aus eingefahrenen Denkmustern herauszukommen. Es braucht auch jemanden, der an einen glaubt, wo man selbst zweifelt. Woher nehmen?

Fragen über Fragen

Ein Coaching zu machen ist sicher gut. Doch auch hierzu braucht es in der Regel eine Zielvorstellung. Gut, das kann man auch erarbeiten im Coaching, doch das braucht Zeit und Zeit ist in diesem Zusammenhang natürlich auch Geld. Ungünstig, wenn man an der Schwelle zu Veränderungen steht, die erst in der Folge mehr Geld bedeuten können. Und dann muss der passende Coach ja auch erst noch gefunden werden.

Einen Kartenleger kontaktieren? Das ist schon ein Schritt, der ein wenig Beklemmung auslösen kann. Besonders, wenn man sich damit bislang nur wenig befasst hat. Wer weiß, ob die nicht wirklich was sehen können, was die Zukunft betrifft? Und womöglich ist das negativ? Was dann? Oder das sind die Scharlatane, von denen in den Medien immer berichtet wird? Psychologisch geschult und wollen nur Geld und Macht über dich.

Wie wäre es mit Selbstcoaching? Gute Idee. Es gibt ja jede Menge Methoden dafür. Viele klingen nach den lockeren Unterrichtseinheiten in der Schule damals, wo es um Kreativität und Querdenken ging, das hat immer viel Spaß gemacht. Wie wendet man das aber bei sich selbst an? Und welche Methode ist jetzt die beste oder passende?

Kartenlegen, ein spannendes System

Mich hat es zum Kartenlegen hingezogen. Das war vor einigen Jahren gerade schwer in Mode. Ich mag Systeme. Systeme bieten immer auch das Gefühl von Zugehörigkeit durch Klassifizierung, bleiben aber oberflächlich genug, dass es nicht einengt. Mit Bildern kann ich sowieso gut, und ich liebe Worte! Beides harmonisiert gut miteinander.

Außerdem habe ich auch irgendwie geglaubt, dass es Geister geben könnte, oder vielmehr gehofft, dass ich welchen begegnen würde. Das fand ich total spannend, spooky, aufregend und mysteriös. Ich bin übrigens leider (oder zum Glück?) nie einem Geist begegnet, irgendwie doch schade. Doch ich habe einige Menschen kennengelernt, die offenbar einem begegnet sind.

Ich lerne am liebsten autodidaktisch. Zum Kartenlegen gab es damals eine Menge. Im Internet, in den Buchläden, Treffen zum Kartenlegen im Umfeld, sogar ganze Fernsehshows! Es war also nicht schwer, sowohl an Lernmaterial, als auch an Auswertungen von Erfahrungen zu kommen. Durch die eigenen Erfahrungen und aus den Berichten anderer.

Spannend fand ich außerdem, dass das Kartenlegen auch Brücken bauen konnte. Hin zum psychologischen Wissen, astrologischen Qualitäten, antikem Wissen, Symboldeutung, Farbdeutung, es gibt ja kaum etwas, das ich nicht im Zusammenhang mit Bildsprache als Deutungsinhalt anwenden kann. Cool!

Ob Kartenlegen auch was für dich ist?

Diese Entscheidung musst du natürlich für dich selbst treffen, und auch die Auswahl und den Weg dorthin auf dich nehmen. Und dich generell von dem Gedanken verabschieden, dass andere genau wissen, wie es in deinem Leben besser geht. Keiner kann das für dich wissen. Das kannst nur du selbst. Aber das ist ja auch das Schöne dabei. Was du erreichst, hast du erreicht. Das ist dein und das bist du!

Und wie hilft dir nun das Kartenlegen? Kartenlegen ist eine vergleichsweise leicht erlernbare Methode, die du für dich selbst sehr gut einsetzen kannst. Sie bietet dir die Möglichkeit in deinem eigenen Tempo an den Punkten zu arbeiten, die du gerade brauchst, und vor allem wann immer dir danach ist. Außerdem hat das Kartenlegen auch einen gewissen Unterhaltungswert. Du kannst spielerisch deine Kreativität einsetzen und kommst dennoch zu wichtigen Erkenntnissen, wenn du es willst.

Wenn bei mir zum Beispiel Wandlungsprozesse anstehen, die ich nicht gleich verstehe, oder ich an Punkten stehe, an denen ich nicht weiterkomme, nehme ich mir Zeit. Ein paar Stunden, einen Tag, immer am Stück. Und mache zunächst ein Brainstorming mit den Karten, worum es mir gerade geht. Oder ich schaue mir Legemuster an und spüre nach, welches sich jetzt für mein Thema gut eignet.

Selbstreflektion sorgt für den AHA-Effekt

Dann stelle ich Fragen. Je mehr ich frage, umso mehr nähere ich mich dem heiklen Punkt. Wenn ich denke, dass ich ihn gefunden habe, mache ich das „Was passiert“ Spiel. Und zwar, Was passiert, wenn ich dies tue, oder jenes tue. Was passiert, wenn ich dies lasse, oder jenes lasse. Ich frage nach Alternativen, die ich vielleicht bis jetzt übersehen habe. Überlege, was noch gehen könnte. Und lasse mir dabei Impulse durch die Bildmotive geben. Das erweitert mein Blickfeld, macht mir Mut, und hilft mir dabei mehr Klarheit zu haben, um eine Entscheidung für mich treffen zu können. Das geht allerdings, je nach Thema, nicht immer an einem Tag. Das braucht manchmal auch mehr Zeit.

Es ist also die Selbstreflektion, die beim Kartenlegen für AHA-Effekte sorgt. Das Kartendeuten macht innere Prozesse sichtbar, verständlich, und vor allem steuerbar. Denn es sind ja persönliche, innere Prozesse, auf die du selbst Einfluss hast. Beim verantwortlichen Umgang mit Selbstreflektion und Selbstcoaching, dem Kartenlegen als Methode für Planung und Wachstum, geht es also immer darum zu erkennen, zu verstehen, zu probieren, abzuwägen, nachzuspüren, um am Ende den für sich selbst passenden Weg zu wählen.

Und das Gute beim Kartenlegen ist: Es ist auch eine Form von Psychohygiene. Indem du dich mit dir, deinem Leben, deinem Beruf, deinen Wünschen, deinen Zielen, deinen Hürden befasst, übernimmst du die Verantwortung für dich selbst.

Probiere es aus

Nimm dir mal ein Skatblatt, wenn du keine anderen Karten, wie Tarot, Lenormand, Kipper- oder Zigeunerkarten zur Hand hast. Stelle dir eine einfache Frage: Wie stehe ich zu …? Ziehe eine Karte. Schaue erstmal nur nach der gezogenen Farbe: Rot oder Schwarz? Wenn du unterstellst, dass Rot für dich positiv ist und schwarz negativ, dann hast du eine erste Impression, wie du zu etwas stehst. Schau mal, ob es dann passt. Trifft es zu, dass du positiv oder negativ zu dem fraglichen Thema stehst?

Und was bedeutet das dann in der Konsequenz für dich? Wenn du nun zum Beispiel unsicher bist, ob du für dein Angebot 59, 89 oder 129 Euro nehmen sollst, als Beispiel, dann kannst du für jeden Preis eine Karte ziehen, und schauen, ob der jeweilige Preis positiv oder negativ für dein Gefühl ist.

Bei drei Preisen musst du natürlich mehrmals ran, denn bestimmt hast du nicht sofort eine endgültige Antwort. Vermutlich hast du zwei rote und eine schwarze Karte, oder umgekehrt. Dann schmeiße erstmal den Preis mit der schwarzen Karte raus. Lege dann nochmal auf die verbleibenden zwei Preise. Jetzt nur ein Preis rot? Dann hast Du vielleicht schon die Entscheidung. Zumindest kannst du mal nachfühlen, ob das für dich passen würde. Und manchmal muss man auch einfach mal was wagen. Letztlich lernen wir nur aus Erfahrungen, und am besten aus Fehlern. Abartig, oder? 😊

Die Karten entscheiden nicht für dich

Sie helfen dir dabei zu verstehen, welche Entscheidung für dich jetzt passt und richtig ist. Wenn du das eine Zeitlang gemacht hast, dir Zeit für Klarheit, Entscheidungen und Beweggründe in deinen Angelegenheiten genommen hast, lernst du dich selbst immer besser kennen, und musst immer weniger darüber nachdenken, was für dich gut und richtig ist. Du lernst schlicht mit dir selbst eine gelungenere Kommunikation zu führen. Du weißt immer besser, was du wirklich willst.

Auf diesem Weg ist das Kartenlegen eine prima Planungs- und vor allem Wachstumshilfe für dich und dein Business.

Stephanie Mertens

 

 


Inhaltsverzeichnis

1. Wenn der Verstand die Intuition küsst
2. Weine Dich glücklich
3. Weltfrieden oder innerer Frieden
4. Wie du mit Hilfe deiner inneren Stimme Klarheit in Entscheidungen gewinnst
5. Wie ich über das Malen Vertrauen gewonnen habe
6. Warum dir Dankbarkeit dabei hilft, deine Ziele zu erreichen und erfüllter durchs Leben zu gehen
7. Warum es wertvoll ist, erst für sich und dann für andere zu sorgen
8. Sich zugehörig fühlen – Warum Gemeinschaft Zukunft erschafft
9. Wie Kartenlegen dich zur Selbstverantwortung erzieht
10. Die Entscheidung Deines Lebens
11. Wie aus mir ein (halbwegs) kommunikativer Mensch wurde
12. Mut für Veränderung


10. Die Entscheidung dEines Lebens – von Michaela Forthuber

Eines Tages stand der Meister mit seinem Schüler in einem Raum mit 7 verschlossenen Türen. Der Meister sagte: „Du musst Dich entscheiden, eine dieser Türen wird Dir beim Durchschreiten Liebe, Glück und Freude für Dein ganzes Leben bringen.“

Der Meister ging und ließ seinen Schüler alleine zurück. Dieser wusste einfach nicht, wie er sich entscheiden sollte. Da war guter Rat teuer. Er begann die Türen genau zu untersuchen, um Unterschiede zu finden. Aber jede Klinke glänzte golden wie die andere. Er untersuchte die Farbe der Türen. Aber auch hier waren augenscheinlich alle exakt gleich gestrichen. Er studierte alle Türen sehr, sehr genau. Er prüfte auch, ob alle Türen gleich hoch und breit waren. Auf diese Weise hoffte er, eine Entscheidung zu treffen, damit er ohne zu zögern die „richtige“ durchschreitet, um Liebe, Glück und Freude zu empfangen.

Die Zeit verging Stunde um Stunde. Er konnte einfach nicht den kleinsten Unterschied feststellen. Es machte ihn rasend. Da er die ganze Zeit hoch konzentriert alles untersuchte und unheimlich angespannt war, wurde er plötzlich sehr, sehr müde und schlief erschöpft, in der Mitte des Raumes auf dem Boden ein.

Es ist wichtig, dass du dich entscheidest!

Als sein Meister zurückkam, schreckte sein Schüler aus dem Schlaf hoch. Voller Verzweiflung musste er ihm sagen, dass er sich nicht entscheiden konnte. Er erzählte seinem Meister von seinem Plan und was er alles an den Türen untersuchte, um einen Unterschied auszumachen.

Der Meister hörte geduldig seinem Schüler zu und fragte ihn am Ende, ob er eine Entscheidung bei unterschiedlichen Türen hätte treffen können. Welcher Unterschied wäre dann für seine Entscheidung ausschlaggebend gewesen? Die Farbe, die Größe, der Klang, wenn man an die Türe klopft?

Sein Schüler wurde blass und war der Verzweiflung nahe. Wie sollte er denn nun diese Frage seines Meisters beantworten können? Leichter wurde die Aufgabenstellung hierdurch gerade nicht. Sein Meister sprach ruhig zu ihm und gab die Antwort: „Es kommt nicht darauf an, für welche Tür Du Dich entscheidest, sondern dass Du überhaupt entscheidest und was du tust, nachdem Du die Tür durchschritten hast.“

Worum es eigentlich geht?

Um Liebe, Glück und Freude im Leben? Oder darum, dass wir richtige Entscheidungen für uns und unser Leben treffen und welche uns dort hinführen? Wer kennt das nicht, die Qual der Wahl? Oft fragen wir dann unsere Freunde, Familie und Bekannten um Rat. Wir recherchieren im Internet und in Büchern, um Antworten zu finden. Wir geben die Expertise ab, glauben das Andere es besser wissen. Am liebsten hätten wir eine Anleitung, wie es geht, was richtig ist und welcher Schritt nun folgt.

Wir vergessen dabei, dass wir keine Kopie von jemand oder etwas Anderem sind. Wie sollen uns dann die Ratschläge von außen nützen? Irgendwie sagt es das Wort schon Rat „schläge“, die wir dann einstecken. Muss ich nicht viel mehr nach Innen hören, um meine Antwort für mein Thema zu erhalten? Die Lösung heißt also, schaffe Klarheit in Dir und dadurch dann auch für Außen. Wenn Du weißt was Du willst, kannst Du es auch Entscheiden.

Wie sollen uns Ratschläge von außen nützen?

Eine der Regeln, innere Sicherheit zu erlagen, d. h. wie Du die richtige Entscheidung treffen kannst, verrate ich Dir jetzt: Du beginnst damit, mit Deiner Aufmerksamkeit in den Bauch zu gehen. Du kannst dazu einen oder mehrere tiefe Atemzüge nehmen, deine Hand flach auf den Bauch legen und Dich nur auf diesen Bereich konzentrieren. Spüre und höre hinein in Dich. Danach gehst Du mit Deiner Aufmerksamkeit in Dein Herz. Auch hier kannst Du Dich über den Atem und das aufgelegen der Hand, spüren.

Achte darauf was Du hier wahrnehmen kannst. Zuletzt gehst Du nun mit Deiner Aufmerksamkeit in den Kopf. Ja auch dort kann man „hin atmen“ und wenn die Augen zum Himmel sehen dann ist die Aufmerksamkeit dort oben angekommen. So schärfst Du Deinen Wahrnehmungsfilter in diesen drei Bereichen. Höre genau hin, wenn Du jetzt dEin Entscheidungsthema hinzunimmst. Gehe alle drei Bereich erneut mit Deiner Aufmerksamkeit durch unter der Einbeziehung Deiner zu treffenden Entscheidung.

Entscheide Dich für Dich!

Im nächsten Schritt bedarf es dem Bewusstsein, dass Entscheidungen Mut erfordern, Mut zur Selbstverantwortung. Denn nur wer Verantwortung übernimmt kann seine Realität gestalten. Du hast immer die Wahl, wie es weitergehen soll bzw. durch welche Tür Du gehst und was Du daraus machst. Aus meiner Sicht gibt es bei Entscheidungen kein richtig oder falsch, sondern „ein sowohl als auch“. Du bestimmst die Tür, welche Dir Liebe, Glück und Freude bringt und bist Dein eigener Realitätengestalter. Anderenfalls würdest Du Dich manipulieren und betrügen lassen.

Nimm Deine Entscheidungen und Dein Leben selbstbestimmt in die Hand. Mein Tipp: Schärfe Deinen Wahrnehmungsfilter für Deine eigene Entscheidungsarchitektur. Eine der wichtigen Grundlagen hierfür hast Du gerade kennengelernt, Bauch/Herz/Kopf (triadisches Prinzip).

Ich wünsche Dir entschiedene Klarheit und das Du Dein Leben selbstbestimmst führst, es Bedarf dafür nur dEiner Entscheidung, nichts weiter.

dEine Entscheidung.

Michaela Forthuber

 

 


Inhaltsverzeichnis

1. Wenn der Verstand die Intuition küsst
2. Weine Dich glücklich
3. Weltfrieden oder innerer Frieden
4. Wie du mit Hilfe deiner inneren Stimme Klarheit in Entscheidungen gewinnst
5. Wie ich über das Malen Vertrauen gewonnen habe
6. Warum dir Dankbarkeit dabei hilft, deine Ziele zu erreichen und erfüllter durchs Leben zu gehen
7. Warum es wertvoll ist, erst für sich und dann für andere zu sorgen
8. Sich zugehörig fühlen – Warum Gemeinschaft Zukunft erschafft
9. Wie Kartenlegen dich zur Selbstverantwortung erzieht
10. Die Entscheidung Deines Lebens
11. Wie aus mir ein (halbwegs) kommunikativer Mensch wurde
12. Mut für Veränderung


11. Wie aus mir ein (halbwegs) kommunikativer Mensch wurde – von Kirstin Schena

Nein, es geht hier nicht um meine Wortwahl – wenn ich will, dann kann ich sehr gepflegt Konversation betreiben, dafür habe ich eine gute Kinderstube genießen dürfen. Auch geht es nicht darum, irgendwelche Reden schwingen zu können oder sicher vor Publikum auftreten zu können. Worum es hier geht, ist viel banaler:

Die Frage „Wann sage ich etwas und wann nicht?“ hatte ich mir nie gestellt.
Ich war erzogen worden, immer schön brav im Hintergrund zu stehen, ja nicht auf mich aufmerksam zu machen, es sei denn … ja es sei denn, ich hätte etwas wirklich, wirklich Wichtiges und Herausragendes zu erzählen.

Was hatte ich schon zu sagen?

Doch wann ist schon etwas wichtig oder herausragend? Auch da hatte ich schon früh gelernt: Perfekt ist das, was ich von mir gebe, nie. Also tat ich das, was ich bis dato als einzigen Lösungsweg gefunden hatte: ich schwieg. Egal ob unter Freunden, auf Firmen-Events oder im Supermarkt: auch wenn es mir manchmal nicht leichtfiel, sagte ich nur das Allernötigste, denn was hatte ich schon zu sagen?!

Doch dann kam der Tag, an dem ich den Innermetrix-Test machte. Der war eigentlich zu dem Zeitpunkt dafür gedacht herauszufinden, welche Fähigkeiten und Motivationen ich habe, die ich für mein zukünftiges Berufsleben am besten einsetzen kann. Auch wurde hier gemessen, wie ich mich verhalte. Zum einen, wie ich mich wirklich verhalte und zum anderen, wie ich mich verhalten würde, wie es meiner eigentlichen ursprünglichen Natur entspricht.

Hier war ganz klar zu erkennen, dass ich in der Kommunikation so viel mehr zurückhaltend war als es mir guttat. Ich bin ein durchschnittlich kommunikativer Mensch behauptete der Test. Doch ich verhielt mich wie ein Mensch, der so gut wie gar keinen Wert auf Kommunikation legt -sagte der Test auch und damit hatte er Recht. Die Diskrepanz zwischen beiden Werten war so groß, dass es in mir starken Stress verursachte, hieß es.

Still sein kann Stress verursachen?

Skeptisch wagte ich einen Selbstversuch: Ich fing an, indem ich im Supermarkt an der Kasse die Kassiererin nicht nur freundlich anlächelte, sondern auch etwas Nettes zu ihr sagte. Mehr als nur „einen schönen Tag noch“. Mit der Zeit stellte ich fest, dass mir ganz natürlich Gesprächsthemen einfielen, ohne dass ich mich hierfür anstrengen musste – und auch, dass es bei meinem Gegenüber gar nicht übergriffig ankam, wie ich es befürchtet hatte!

Als nächster Schritt waren Diskussionsrunden dran. Hier fühlte ich mich wie in einer Arena!
Was, wenn das, was ich sage, lächerlich wäre? Vor allem: Was, wenn ich zu viel Raum einnehme durch meine Worte? Was würden wohl die anderen Teilnehmer sagen? Es kostete mich sehr, sehr viel Überwindung. Doch zu meinem echten Erstaunen war das Ergebnis, dass mein Umfeld mein Verhalten als ganz natürlich annahm!

Es war sowas von ungewohnt!

Wenn ich das Gefühl hatte, viel zu viel Raum einzunehmen, fiel es anderen nicht einmal auf, so sehr war meine eigene Wahrnehmung entfernt von der der anderen! Klar war ab und zu jemand erstaunt, doch wenn, dann war es ein freudiges Erstaunen. Ich durfte mehr und mehr erkennen, dass die Menschen um mich herum wirklich interessiert an meinen Anteilen waren. Es war genau das Gegenteil von dem, was ich befürchtet hatte.

Mehr und mehr gewöhnte ich mich daran, mehr zu sagen. Von Tag zu Tag fühlte es sich normaler an, mich mitzuteilen, etwas von mir preiszugeben. War ja auch eigentlich klar, denn es war und ist ja auch meine natürliche Verhaltensweise! Früher habe ich viel Energie dafür aufgewendet, meinen Impuls zu unterdrücken, etwas beizutragen. Es war schon so automatisiert, dass es mir gar nicht bewusst war! Diese Energie darf jetzt frei fließen und macht mich zu einem freieren Menschen. Was für ein Geschenk!

Natürliches Verhalten kommt von ganz allein

Diese kleine Anekdote aus meinem Leben ist nur ein Beispiel für gelebte bzw. nicht gelebte Authentizität. Wenn Du nicht authentisch lebst, also nicht so, wie das Leben Dich gedacht hat, gehen Unmengen von Energie verloren. Natürliches Verhalten kommt ganz von allein.
Sobald wir von unserem natürlichen, authentischen, Verhalten abweichen, kostet es uns Kraft.

Wenn wir unser authentisches Verhalten unterdrücken, geht uns zum einen eine Menge Energie dadurch verloren, dass wir sie auf das Zurückhalten unseres wahren Wesens verschwenden. Zum anderen setzt freies, natürliches Verhalten in uns Energien frei. Je natürlicher wir uns verhalten, desto näher befinden wir uns am Leben wie es für uns gedacht ist, desto größer die Lebensfreude, die sich ganz natürlich entwickelt und uns dadurch weitere Energie spendet.

Authentisches Verhalten hat viele Facetten

Bei dem Einen kann es das Stillsitzen sein, beim Nächsten ist es das andauernde Unterwegs sein, das zu ihm passt. Bei der Nächsten geht es darum, dass ihr beigebracht wurde, dass immer alles akkurat sein muss, doch sie ist ein eher kreativer Kopf und schneidet sich dadurch völlig von ihrer Lebensfreude ab.

Was ist es bei Dir? Konntest Du schon eine Parallele entdecken? Weißt Du noch, was Dir Spaß machte, als Du noch klein warst? Was davon ist mittlerweile völlig aus Deinem Leben verschwunden? Was bereitet Dir viel Freude, doch Du hast es – aus welchen Gründen auch immer – lange nicht mehr gewagt zu tun? Spürst Du das Leben, das da in Dir brodelt, spürst Du das, was da raus will und durch Dich gelebt werden will?

Ja, es kann ordentlich Angst machen, unsere altgewohnten Pfade zu verlassen. Doch glaube mir, jeder noch so kleine Schritt in die Richtung, DICH zu leben, lohnt sich. Probiere es aus und teste mal in kleinen Portionen aus, was passiert, wenn Du Dich da rauswagst, so wie das Leben Dich geschaffen hat. Du wirst Wunder-volles erleben! Was auch passieren kann ist, dass Du das hier liest und zwar einerseits spürst, dass Du noch nicht authentisch lebst, doch Du hast noch überhaupt keine Ahnung, woran das liegt.

Hierfür verrate ich Dir eine meiner Lieblingsübungen (die sich für jeden Menschen und immer lohnt!). Diese Übung ist so simpel, dass Du vielleicht zunächst den Kopf schüttelst und Dich fragst, ob das ein Scherz ist, den ich mir da erlaube. Doch es ist wirklich ernst gemeint.
Mit dieser Übung lerne ich noch heute täglich mehr über mich. Ich kann wirklich behaupten, dass diese Übung mein Leben verändert hat. Gib ihr die Chance, das Gleiche mit Deinem zu tun! Diese Übung ist in einem Satz erklärt. Also, hier ist sie:

Mache täglich eine Sache, die Du so noch nie gemacht hast

Das war es schon. Ich hab‘ ja gesagt, eigentlich ganz einfach.

Es reichen wirklich kleine Dinge, wie zum Beispiel den Scheitel auf der anderen Seite ziehen, die Schnürsenkel mal andersherum binden, das Haarshampoo auf den Kopf stellen. Oder auch die grüne Jacke zum pinken T-Shirt tragen? Den üblichen Weg mal andersherum zu laufen, Deinem Schatz ein „Danke für Dich“ ins Ohr zu flüstern, ….es gibt unzählige Möglichkeiten!

Wenn Du diese Übung mindestens 21 Tage lang machst, wirst Du bemerken, wie sich Deine Wahrnehmung verändert. Plötzlich lernst Du Seiten an Dir selbst kennen, die bisher im normalen Alltagstrott verloren gingen. Seiten, die Dich aufblühen lassen. Seiten, die Dir ein authentisches, freies Leben ermöglichen, wenn Du sie mehr lebst.

Also auf geht’s!

Probiere Dich aus. Werde authentisch. Werde DU.

Du kannst der Welt nichts Schöneres schenken als Dich selbst in Deiner freiesten authentischsten Version!

Kirstin Schena

 

 


Inhaltsverzeichnis

1. Wenn der Verstand die Intuition küsst
2. Weine Dich glücklich
3. Weltfrieden oder innerer Frieden
4. Wie du mit Hilfe deiner inneren Stimme Klarheit in Entscheidungen gewinnst
5. Wie ich über das Malen Vertrauen gewonnen habe
6. Warum dir Dankbarkeit dabei hilft, deine Ziele zu erreichen und erfüllter durchs Leben zu gehen
7. Warum es wertvoll ist, erst für sich und dann für andere zu sorgen
8. Sich zugehörig fühlen – Warum Gemeinschaft Zukunft erschafft
9. Wie Kartenlegen dich zur Selbstverantwortung erzieht
10. Die Entscheidung Deines Lebens
11. Wie aus mir ein (halbwegs) kommunikativer Mensch wurde
12. Mut für Veränderung


12. Mut für Veränderung – von Pia-Marie Wartmann

Überall begegnen uns seit geraumer Zeit diese Begriffe. Knappe 29 Mio. Einträge zeigt Google zu diesen Begriffen. Ob in Unternehmen, in der Politik, im gesellschaftlichen Kontext oder im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung. Überall ruft es nach Veränderung. Aber warum wird gerade jetzt so viel darüber geredet und geschrieben? Warum treibt dieser Begriff derart wilde Blüten? Impliziert dieser Begriff, dass unsere aktuelle Lage als Gesellschaft nicht richtig und gut ist? Und es einer Veränderung bedarf? Was denkst du?

Veränderung ist zunächst einmal etwas Selbstverständliches und ganz Natürliches. Wir ändern uns ständig – jede unserer Zellen ist in einem steten Veränderungsprozess – ganz ohne unser Zutun. Der Grund, warum Veränderung seit einigen Jahren stärker im Bewusstsein der Menschen ist, liegt wohl an verschiedenen zusammenkommenden Phänomenen.

Digitalisierung – Fluch oder Segen?

Nur eines von vielen Stichworten und Erklärungen für die rasche Veränderung in unserem Leben ist die Digitalisierung: Fluch und Segen zugleich schafft sie Neuerungen im quasi Sekundentakt. Das fordert uns als Menschen heraus – Unsere Körper genauso wie unseren Geist. Und Fakt ist, dass wir uns zwar gedanklich auf (technische) Neuerungen relativ schnell einstellen können – unser biologisches System ist allerdings in vielen Bereichen noch in der Steinzeit – und das lässt eine Lücke entstehen, ein GAP – eine Diskrepanz zwischen Wunsch nach Anpassung an das Neue und unserem eigentlichen Können.

Und auch wenn wir meinen, dass wir diese Lücke mit unserem Willen, mit Disziplin und Training schließen können – es klappt oftmals doch nicht so, wie uns unser Kopf dies glauben machen will. Aus dem Bedürfnis, die Lücke zwischen aktueller Anforderung (oder drohender Überforderung) und Sehnsucht nach realistisch Machbarem ist ein boomender Markt für Persönlichkeitsentwicklung entstanden mit einer Vielzahl von Angeboten. Um der Schnelligkeit der Digitalisierung mit genügend Kraft folgen zu können gibt es mittlerweile Schweige-Retreats, Magazine, Workshops, Seminare, Apps für die Kurzmeditation zwischendurch und auch Selbstoptimierungs-Wochenendkurse.

Sich seiner Verantwortung bewusst werden

Egal welches Angebot man auswählt – es hilft. Entschleunigung, Selbstreflektion, Begegnungen mit der Natur, Sich-Selbst-Kennenlernen, bewusster Verzicht und alternative Lebensformen – sie alle wirken anziehend auf eine ganz bestimmte Gruppe. Nach dem Besuch des Kurses oder Workshops fühlen sich die Menschen in der Regel verändert. Verändert im Denken und im Verhalten. Manchmal geschieht sogar ein kleines – oder auch größeres – Wunder und jemand stellt sein bisheriges Leben völlig auf den Kopf.

Dies begründet sicherlich auch das Phänomen, dass immer mehr Menschen sich ihrer Verantwortung für sich, für die Natur und für gesellschaftliche Entwicklungen bewusst werden. Offensichtlich dringt der Wunsch, Dinge oder Situationen zu verändern, immer weiter ins Bewusstsein der Menschen. Und dennoch glaube ich, dass diese Gruppe von Menschen immer noch in der Minderheit ist. Trotz aller digitalen Angebote und Belege, dass Veränderung erfolgreich gelingen kann.

Was bedeutet eigentlich Veränderung?

Hat man sich schon verändert, wenn man bewusst auf Fleisch verzichtet, bei Campact unterzeichnet, Bioprodukte kauft, Yoga macht und meditiert? Ist man dann ein ‚guter‘ Mensch? Einer mit wachem Bewusstsein? Und die anderen noch Schlafende? Ehrlich gesagt glaube ich, dass Yoga, Meditation und Fleischreduktion o Verzicht äußere Erscheinung der eigentlichen inneren Veränderung sind. Veränderung ist ein Prozess, ein spannender, freudvoller und in manchen Momenten kurzzeitig auch mal ein schmerzhafter Prozess, aber ich kann verspreche dir – es lohnt sich.

Es gab eine Zeit, da lebte ich nach ganz klaren Strukturen, Vorstellungen und Regeln. Ich war „Chefin“ meines Lebens, erfolgreich, hatte einen tollen Mann und zwei wohlgeratene Kinder, Haus mit Garten und Hund – halt alles so, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Und dann kam die Krise – mein Auftraggeber wurde kurzfristig zahlungsunfähig und ich, die ich Hauptverdienerin war, saß auf einem Haufen Zahlungsforderungen, von denen ich wusste, dass sie nicht beglichen wurden und vor dem beruflichen Nichts.

Veränderung durch Krise

In dieser Krise sah ich damals keine Chance für Veränderung! Nein – für mich war das der Mega-Gau. Fragen nach dem Warum, nach einer schnellen Lösung kreisten in mir und ich schob Panik. Ich suchte und suchte und tatsächlich fand ich nach einigen Monaten eine Lösung. Hurra, vor mir lag ein sensationeller Vertrag eines großen deutschen Konzerns und ich musste nur noch unterzeichnen.

Aber sicherlich ahnst du es schon… ich grübelte einige Tage und entschied mich dann – trotz des Ärgers und der Ungewissheit – gegen die Unterzeichnung. Dabei wären wir alle wundervoll versorgt gewesen. Keine Selbstständigkeit mehr, keine wirtschaftlichen Sorgen – alles rundum wundervoll. Und doch sagte mir damals etwas in mir, dass es für mich nicht gut wäre, diesen Vertag zu unterzeichnen. Heute bin ich froh, dass ich trotz aller Bedenken diesem Impuls gefolgt bin. Heute weiß ich auch, welcher Impuls es damals war und woher er kam. Es war meine Herzintelligenz, die mir damals den Weg zeigte.

Warum ich mich für diese Veränderung entschied

Ich hätte mit der Unterzeichnung des Vertrages mich und meine Werte nicht weiter leben können. Freiheit, Unabhängigkeit, Selbstbestimmung, Authentizität und Kreativität wären auf der Strecke geblieben – erhalten hätte ich (lediglich) wirtschaftliche Sicherheit. Und tatsächlich: vier Wochen später eröffnete sich mir eine ganz andere Chance und ich konnte einer Tätigkeit nachgehen, die mich ausfüllte und wo ich meine Fähigkeiten optimal einsetzen konnte. In der Retrospektive war es somit absolut richtig, den so sexy wirkenden Vertrag nicht zu unterzeichnen.

Aber woher weiß man dies im Vorfeld? Damals begann ich mich mehr mit diesem Phänomen auseinanderzusetzen. Ich las viel und besuchte unzählige Aus- und Weiterbildungen und der Prozess der Veränderung begann. Ich lernte, dass

  1. Veränderung ein lebenslanger Prozess ist
  2. Veränderung aus unserem Herzen gesteuert wird
  3. Veränderung immer, wirklich immer dem eigenen Wachstum dient
  4. Veränderung leicht ist, wenn man sie als Chance betrachtet
  5. Veränderung oftmals Mut erfordert
  6. Die Weigerung zur Veränderung immer mit Schmerz verbunden ist
  7. Impulse zur Veränderung von innen und außen kommen
  8. Veränderung am besten in Gemeinschaft gelingt

Und wahre Veränderung bedeutet noch mehr. Mit der Veränderung ändern wir unsere Haltung dem Leben gegenüber und unserer Aufgabe hier auf dem Planeten. Wahre Veränderung bedeutet eine Bewusstwerdung unseres inneren Wertesystems. Zu wahrer Veränderung bedarf es des Entschlusses. Veränderung zieht Leadership nach sich.

Steh‘ für deine Werte ein!

Wenn du für deine Werte einstehst, wenn du Achtsamkeit, Mitgefühl und Menschlichkeit wieder in den Mittelpunkt deines Handels stellst, dann bist du im wahren Veränderungsprozess. Dann bist du schwingungsfähig, flexibel, dir deiner Person und deiner Macht bewusst und stellst diese in den Dienst der Menschheit. Dann geschieht Veränderung – Für dich und dein Umfeld. Und noch nie war Veränderung so notwendig wie in diesen spannenden Zeiten. Denn es braucht Menschen, die für ihre Werte einstehen. Es braucht Menschen, die Leadership übernehmen.

Und wenn du den Ruf in dir nach Veränderung spürst, dann zeige ich dir, wie du ihm folgen kannst und ohne viele Umwege zum wahren Leader werden kannst. Ein Leader der Veränderung liebt und immer wieder seinen Mut aktiviert, Veränderung zu bewirken und vorzuleben.

Ich freue mich auf dich! Denn was sagte schon Mahatma Gandhi:

Be the change you want to see in the world.

Pia-Marie Wartmann

 

 


Inhaltsverzeichnis

1. Wenn der Verstand die Intuition küsst
2. Weine Dich glücklich
3. Weltfrieden oder innerer Frieden
4. Wie du mit Hilfe deiner inneren Stimme Klarheit in Entscheidungen gewinnst
5. Wie ich über das Malen Vertrauen gewonnen habe
6. Warum dir Dankbarkeit dabei hilft, deine Ziele zu erreichen und erfüllter durchs Leben zu gehen
7. Warum es wertvoll ist, erst für sich und dann für andere zu sorgen
8. Sich zugehörig fühlen – Warum Gemeinschaft Zukunft erschafft
9. Wie Kartenlegen dich zur Selbstverantwortung erzieht
10. Die Entscheidung Deines Lebens
11. Wie aus mir ein (halbwegs) kommunikativer Mensch wurde
12. Mut für Veränderung


So, das war’s!
Ich bin mir sicher, Du konntest aus diesen wundervollen Beiträgen das ein oder andere für Dich mitnehmen!
Ich wünsche Dir, dass Du Dir ein erfülltes Leben erschaffst!
Alles Liebe
Christina


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