Erziehung Mutter sein Partnerschaft und Familie

Führen heißt der neue Gehorsam

Wie Eltern ihre Kinder gut begleiten

Gehorchen muss der Hund! Ich will ein Kind, das selbstbewusst und selbstbestimmt seinen Weg geht. Ich will ihm Respekt und Wertschätzung gegenüber bringen. Und ich möchte genauso respektiert und wertgeschätzt werden. So oder so ähnlich lauten sie, die Gedanken einer Mutter.

Der Alltag mit dem Baby ändert sich

So klein und hilflos war es. Und ist doch so schnell gewachsen. Hat seinen eigenen Bereich entdeckt. Jetzt bin ich es, die hilflos ist. Wo muss ich halten, wo freilassen? Wann gehen seine Bedürfnisse vor, wann die meinen? Was sind meine Ängste? Wo mute ich ihm zu viel zu? Ich will anders erziehen, als ich erzogen wurde. Doch wie? Wie finde ich das richtige Maß?

Ich habe bestimmte Vorstellungen von meinem Leben. Ich will in Beziehung leben mit meinem Kind. Ich will ihm vertrauen und sein Vertrauen gewinnen. Und doch schlagen immer wieder die Wellen der Hilflosigkeit über mir zusammen und ich beginne zu schreien. Ich sehe sein erschrecktes Gesicht und erschrecke selbst.

Alte Begriffe bekommen eine neue Bedeutung

Gehorsam – welch ein Wort!

Hören – ja, ich will es hören, will verstehen. Will verstehen, was in ihm vorgeht. Ich will seine Bedürfnisse erkennen, spüren, was es braucht. Erst dann kann es mich hören. Und ich will auch, dass es auf mich hört.

Folgsam – auch so ein Wort!

Folgen – ja, folgen soll es mir. Ich will es führen in eine Welt, die ich liebe. Ich will es führen und anleiten zu einem Leben voller Werte, die mir wichtig sind. Doch führe ich klar erkennbar? Oder doch in einem Zickzack – heute so, morgen so? Bin ich klar, wohin mein Leben mich führen soll?

Ich führe und begleite mein Kind in sein Leben

Ich will offen sein und mich zeigen. So wie ich es führe, hat seinen Grund in meinem Bestreben, es teilhaben zu lassen in meiner Welt. Ich will ihm Vorbild sein. Gutes Vorbild. Ich will es aber auch ermutigen, wenn es Fehlschläge hinnehmen muss. Erfahrungen kann ich ihm nicht ersparen. Doch ich kann es halten und stärken. Ich kann es trösten und ermuntern. Und einfach nur da sein, seinen Schmerz aushalten.

Sehe ich die Dringlichkeit in seinen Anliegen? Oder ist der Telefonanruf, die Zeitung, die Arbeit wichtiger als mein Kind? Was kann leichter warten? Mein Kind hat Würde, von Anfang an. Sie will ich achten und mein Kind in alle Belange des Alltags so miteinbeziehen, dass es beteiligt und doch nicht überfordert ist. Wie gerne mag es doch helfen!

Rede ich in seinem Beisein über mein Kind? Würde ich wollen, dass andere über mich reden? Rede ich für mein Kind? Darf es seine Meinung selbst äußern? Ich will ihm Zeit geben zum Üben, auch wenn es anfangs viel schneller ginge, wenn ich es erledigen würde. Die Zeit, die ich jetzt investiere, trägt später Früchte.

Ich bin Vorbild für mein Kind

So will ich die Verantwortung tragen für ein Leben, in das sich mein Kind hinein entwickeln darf, sicher und gehalten. Und ich will ihm die Verantwortung überlassen, die es bereits für sich tragen kann. Und ich will Verantwortung tragen für das Leben, das ich führe.

Es ist meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass der Stress des Alltags mich nicht auffrisst. Mein Kind darf nicht das Ventil sein, an dem ich meinen Druck ablasse. Das ist ihm einfach nicht würdig.

Ich will immer das Gute in meinem Kind sehen. Gefällt mir sein Verhalten nicht, darf ich mich hinterfragen, wo ich mein Verhalten ändern kann. Denn ich kann nur mich verändern, niemals mein Kind. Und mein Verhalten hat Einfluss auf mein Kind. Ich bin Vorbild – in jeder Beziehung und Richtung!

Auch wenn andere Bezugspersonen in das Leben meines Kindes einwirken, bin ich diejenige, die die Weichen stellt. Im gegenseitigen Austausch suchen wir gemeinsam einen für alle gut gangbaren Weg. Biete ich meinem Kind einen sicheren Hafen, kann es draußen stürmen – bei mir ist es sicher.

Ich lerne in der Beziehung mit meinem Kind

An mir liegt es, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich mein Kind ausprobieren kann.
Es entwickelt sich weiter, verlangt mehr Freiraum – und manchmal schränkt es meinen Freiraum ein. Vielleicht wäre es auch gut, ich würde meinen Freiraum weiten. Würde meine Interessen mehr wahrnehmen. Wir würden beide wachsen. Ich würde erkennen, dass nichts Schlimmes passiert, wenn ich meinen Horizont weite.

So erkenne ich, wie viel mich mein Kind lehrt. Wie oft ich selbst noch klein und hilflos bin und ich mich an meine Kindheit erinnere. Als ich selbst nicht gesehen wurde. Jetzt erkenne ich, wie ich noch in diesem eingefahrenen Verhalten feststecke; mit wie vielen Gummibänder ich an meine Eltern gebunden bin. Jetzt darf ich mich befreien.

Ich erlaube mir, Hilfe in Anspruch zu nehmen

Und wenn ich dabei an meine Grenzen stoße, hole ich mir Rat und Hilfe. Es tut mir einfach gut, zu wissen, dass ich mit diesen Themen nicht alleine bin und nicht allein gelassen werde.
In meiner Geschichte ist einfach so viel passiert, was ich meinem Kind nicht zumuten will.

Mein Kind lehrt mich, mich mit meinen Bedürfnissen wahrzunehmen und für sie einzustehen. Unsere beiden Bedürfnisse sind wichtig und dürfen erfüllt werden. Auch wenn ich es scheinbar damit einschränke, lehre ich es doch, dass auch andere Menschen wichtig sind und Bedürfnisse haben.

Ich bin wie ein Leuchtturm

Nur wenn ich zuverlässige Strukturen vorgebe, kann das Spiel des gegenseitigen Respekts und Anerkennens stattfinden. Wenn ich verlässlich bin in meiner Rede, in meiner Handlung, kann sich mein Kind auf mich verlassen.

Erst wenn ich mir vertraue, kann mein Kind mir vertrauen. So wie es mir vertraut, vertraut es auch sich. Damit schaffe ich die Grundlage für eine gesunde Entwicklung in ein gelingendes Leben.

So gesehen: mag mein Kind auf mich hören und mir folgen.


 

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