Frau arbeitet am Computer im Café
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Burnout und Stress oder ein Leben in Balance?

Warum Prävention gerade für Leistungsträger notwendig ist

Stellen Sie sich vor, Sie werden vor die Wahl gestellt, sich für eine der folgenden zwei Szenarien zu entscheiden:

Eine Woche Erholung in einer schmucken, blumenreichen Hotelanlage direkt an einer sonnenwarmen ruhigen Bucht mit kristallklarem, türkisblauem Meerwasser. Vormittags und nachmittags setzen Sie sich im Schatten von Tamarisken jeweils drei Stunden konzentriert mit sich selbst, mit Ihren Wünschen, Bedürfnissen und Ihrem aktuellen Lebensplan auseinander. Gesundes, schmackhaftes Essen auf einer herrlichen Terrasse über dem Meer, Schwimmen und Spazieren zwischen Oleander, Bougainvillea, Zypressen, Zitronen- und Olivenbäumen. Erkenntnisse und Klarheit und nachhaltig eine neue Lebensbalance schaffen.

Oder andererseits: einfach weitermachen wie bisher, Augen zu und durch! Eine Woche Zeit für mich kommt nicht in Betracht

Ist doch sonnenklar, welche Wahl Sie treffen würden! Oder?

Erst gestern telefonierte ich mit einer befreundeten Geschäftsfrau, Immobilienmaklerin aus Köln, die mir mit großem Ernst erläuterte, warum das Szenario mit der einen Woche am Meer keine Option für sie sei.

Wenn sie auch nur eine Woche nicht vor Ort wäre oder von ihrer zwölf-Stunden-am-Tag-durcharbeiten-Strategie abweichen würde, kämen sofort die Kollegen – die Konkurrenz im Haifischbecken – und sofort seien alle ihre Kunden weg und ihr Einkommen, Auskommen und ihre Altersvorsorge gefährdet.

Gerade jetzt könne sie sich keine Illusionen über ein Leben ohne Stress machen. Klar, sie sei eine „Workoholic“, aber das müsse sie ja auch sein, wenn sie ihren Lebensstandard aufrechterhalten wolle. Diese zwingende Logik erläuterte sie mir sehr verschnupft angesichts einer Grippeerkrankung, von der sie sich einfach nicht so recht erholen kann.

Mehr als 60 % der Angestellten in Unternehmen sind mit ihrer Arbeitssituation nicht zufrieden Klick um zu Tweeten

Berichte von Burnouts und Depressionen bis hin zu Suiziden von überforderten oder überlasteten Prominenten erfahren wir immer wieder aus den Medien. Titel wie „Die Burn-out-Gesellschaft – macht uns der Job krank?“ haben wir schon oft gelesen, aber es bessert sich wenig. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Weltbank sehen unter den Krankheiten, die die Menschheit am stärksten belasten, bis 2030 die Depression an zweiter Stelle.

Unternehmenskultur, Arbeitsqualität und Mitarbeiterengagement in den Unternehmen in Deutschland lassen zu wünschen übrig. Mehr als 60 % sind mit ihrer Arbeitssituation nicht zufrieden. Leistungsanforderungen einerseits, Arbeitsdruck und Angst vor Job- und Einkommensverlust und Arbeitslosigkeit nach 50+ steigen.

Was ist da im Gange, was fehlt den arbeitenden Menschen?

Glaube an den eigenen Wert und die Fähigkeit, das eigene Leben selbst bestimmen zu können, Liebe zum Leben und zum Ausdruck der persönlichen Kompetenzen und Kreativität auch im Arbeitsleben – und Hoffnung auf die Möglichkeit, etwas zu verändern und zu verbessern? Vielen fehlt mindestens ein der drei genannten nicht greifbaren mentalen Einstellungen und Überzeugungen.

Was ist es eigentlich genau, das Menschen zufrieden, engagiert, motiviert und damit erfolgreich sein lässt und was lässt sie erschöpft, frustriert, resigniert und schließlich krank werden? In den vergangenen 20 Jahren wird mit großem Interesse und Akribie neurobiologisch geforscht was in unserem menschlichen Gehirn abläuft und welche Zusammenhänge zwischen den elektrischen und biochemischen Abläufen im Gehirn mit welchen Konsequenzen für Wahrnehmung und Verhalten bestehen. Auch soweit es das Phänomen Burnout betrifft.

Was lässt uns gesund und (gemeint ist nicht in erster Linie nur finanziell) erfolgreich sein – und was geschieht in unserem Gehirn und unserem Körper, wenn wir an unserer Arbeitswelt erkranken?

Warnsignale des Körpers

Sicher ist, dass unser Gehirn mit seinen über 100 Milliarden Nervenzellen über das Blut eine Vielzahl von gesundheitserhaltenden Nährstoffen und Sauerstoff benötigt, um gut zu funktionieren. Auch ist bekannt, dass ein fortdauernder Mangel an Motivation und angemessenen Herausforderungen einen physiologisch nachteiligen Effekt auf die Hirnregion hat, die Hippocampus genannt wird.

Bei Menschen, die an Depression leiden, hat man zum Beispiel unter anderem mit Hilfe von bildgebenden Verfahren eine deutliche Verkleinerung der Hirnregion genannt „Hippocampus“, im Mittelhirn, feststellen können.

Der sogenannte „Burnout“

Dabei handelt es sich nicht schon an sich um eine Krankheit, sondern einen Indikator, ein Warnsignal, das eine noch versteckte Depression oder eine andere Krankheit anzeigt. Die Warnsignale, die uns den Grad der Betroffenheit anzeigen, zeigen sich dabei nach aktuellen Forschungserkenntnissen in drei Phasen:

  • Die erste Phase ist einfach die emotionale Erschöpfung, man fühlt sich frustriert, ausgelaugt und schwunglos.
  • In der zweiten Phase ist eine „Depersonalisation“ zu beobachten, die sich zunächst in Gereiztheit und schließlich in einer gefühllosen Gleichgültigkeit ausdrückt. Eine Resignation stellt sich ein, die zu Rückzug und Kontaktvermeidung führt.
  • Die dritte Phase zeigt sich in einem starken Leistungsabfall, der einhergeht mit einem massiven Verlust von Kompetenzgefühl, Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Eine verzerrte, negative Bewertung prägt die Wahrnehmung und reduziert so auch die eigene Kreativität und Produktivität.

Es braucht Bewusstsein für Veränderung

Wir Menschen streben jedoch danach, Verhaltensweisen und Ereignisse herbeizuführen, die positive Gefühlszustände anregen. Und wir streben danach, solche Ereignisse zu vermeiden, die zu negativen Gefühlszuständen führen. Trotzdem halten wir oft an manch konditioniertem, festgefahrenem Verhalten fest, obwohl uns irgendwie klar ist, dass es uns schadet.

Konditionierungen und negative Überzeugungen sind oft die Wurzel für selbstschädigendes Verhalten. Es braucht Bewusstsein, um hier wohltuende Veränderungen herbeizuführen. Nur wenige Menschen suchen diese Veränderung des Bewusstseins und dessen Training freiwillig. Oft entsteht eine Bereitschaft zur Veränderung und persönlicher Weiterentwicklung tatsächlich erst aus Anlass einer spürbaren persönlichen Krise oder Krankheit.

Erinnern Sie sich noch an die ruhige, sonnige Bucht am kristallklaren, blauen Meer?

[box type=“note“ width=“100%“ ]Mit meiner Burnout-vorbeugenden Work Life Balance Woche auf der Ägäisinsel Samos habe ich ein effektives, einwöchiges Präventions-Programm entwickelt, das wir, meine Reiseveranstalterin Claudia El Zorkany mit ihrer Firma Reisen&Speisen und ich, in der warmen Jahreszeit auf der griechischen Ägäisinsel Samos anbieten.[/box]

In diesem Programm sind wichtige Komponenten eines wirksamen Schutzprogramms berücksichtigt: Erholung und Stille in einer Wohlfühl- Hotelanlage, die eine Entspannung oder Regeneration einleitet. Gesundes, natürliches Essen mit sonnengereiften Produkten von der Insel und heilsamer, achtsamer Bewegung, die den bewussten, geistigen Klärungsprozess unterstützen.

Dabei wird in dem dreitägigen Seminar außer den gemeinsamen Arbeitseinheiten mit schriftlichen Arbeitsunterlagen jeder Teilnehmer individuell begleitet. Anhand der „Vier-Brunnenbecken-BalanceModells®“ klären die Seminarteilnehmer, wie viel gesunde oder ungesunde Aufmerksamkeit sie den vier grundlegenden Lebensbereichen: Persönlichkeit, Gesundheit, soziale Beziehungen und Berufstätigkeit geben und wie sich dies praktisch in ihrem Alltag auswirkt.

[box type=“success“ width=“100%“ ]Weitere Informationen zum Seminar auf Samos[/box]

Alle TeilnehmerInnen werden für sich einen individuellen, zu ihren persönlichen Werten und Bedürfnissen passenden, angemessenen Lebens- und Umsetzungsplan entwickeln. Verschiedene praktische Untersuchungs- und Übungseinheiten wechseln sich mit Erholungs- und entspannenden Bewegungseinheiten und Pausen ab.

Die berührende griechische Naturlandschaft in ihrem sonnigen Klima tut ein Übriges, um die Lebensgeister zu mobilisieren. Gleichzeitig soll für die Teilnehmer beruflicher Erfolg wieder mit mehr persönlicher Zufriedenheit einhergehen. Und so kann die Balance im Leben wieder neu geschaffen werden.

©Friederike Luise Matheis, Hamburg 2018 beyourself!


 

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2 Kommentare

  1. Liebe Friederike,

    fast 20 Jahre waren wir jedes Jahr auf Kreta. Eine kleine Taverna von Freunden, 45 Minuten unausgebaute Piste vom nächsten Dorf entfernt, am Anfang ohne Strom. Jedes Jahr haben wir dort im Nichts aufgetankt, direkt am Meer, jeder Tag war gleich, Langeweile pur und damit Erholung für Seele und Körper. Und wichtig für unsere Ehe und unsere Familie. Vor zwei Jahren hat sich dann mein Mann Matthias selbstständig gemacht. Da war unser Kreta erstmal gestrichen. Anfangsphase , Aufbau, keine Zeit für Urlaub und nebenbei bemerkt auch kein Geld. Zwei Jahre ohne Kreta – und ich kann nur sagen Ich geh‘ auf dem Zahnfleisch, bin ausgehungert nach Ruhe, Frieden, Sonne…
    und dann kommt dein Artikel und ich denke: Oh Ja, wie blöd muss man eigentlich sein: In der Zeit , in der wir es am nötigsten haben, haben wir unsere „Tankstelle“ gestrichen….
    Wenn wir Kreta nicht hätten, würden wir ganz sicher mit dir nach Samos kommen.
    Aber erstmal haben wir Flüge gebucht. Im Juni geht es nach Hause…..

    Ich Danke Dir.

    Liebe Grüße

    Dee

    1. Liebe Dee, danke für Deinen mich sehr berührenden Kommentar! Ja , wir Selbständigen kennen das , diese Dauer-Balance zwischen neuen Aufträgen , Marketing und Akquisitionsnotwendigkeiten und dabei oft Geld- Engpässe. Ich glaube , es hilft sehr , wenn man die griechische Erholung nicht aussetzt , sondern auf einem „Sonderkonto“ das ganze Jahr über spart (laufend kleine Beträge) und diese Auszeit auch als Investition versteht. Ich wünsche Euch viel Glück! Und gute Erholung auf Kreta!

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