Gesundheit Körper und Gesundheit Sucht

Sucht – Ein Hilferuf der Seele

Was sind überhaupt Süchte und wieso ist es oft so schwer, sich davon zu befreien? In Wikipedia finden wir folgende Definition für den Begriff „Sucht“:

„Abhängigkeit (umgangssprachlich Sucht) bezeichnet in der Medizin das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und beeinträchtigt die sozialen Chancen eines Individuums.“*

In dieser Definition erfahren wir, worin die große Schwierigkeit der Befreiung von einer Sucht besteht: Sie liegt darin, dass das Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand so groß wird, dass diesem Verlangen die Kräfte des Verstandes untergeordnet werden.

Anders ausgedrückt: Der eigene Wille, die Sucht loszulassen, ist zu schwach, um dem Verlangen zu widerstehen und auf die Anwendung des Suchtmittels zu verzichten. Dabei werden die Suchtmittel selbst nicht näher bezeichnet; es ist für das Vorliegen einer Sucht nicht wesentlich, von was wir süchtig sind, sondern dass wir davon süchtig sind.

Welche Süchte gibt es?

Süchte umfassen nicht nur Abhängigkeiten von Substanzen, die wir auf irgend eine Weise in unseren Körper bringen, um dadurch bestimmte erwünschte Körpergefühle (Entspannung, Glückszustände, Euphorie…) auszulösen oder unerwünschte Körpergefühle (Schmerzen, Angst, Stress… ) zu unterdrücken. Zu Süchten gehören auch bestimmte Beschäftigungen und Tätigkeiten, die wir zwanghaft im Übermaß ausüben, weil wir glauben, über diese einen Mehrwert in unser Leben zu bringen (Aufmerksamkeit, Selbstwert, Liebe, Anerkennung, Gemeinschaft, gesellschaftlicher Status…).

Wir können also zwei Kategorien von Suchtmitteln nennen:

  1. Innerlich angewandte Suchtmittel:
    • Ess-Sucht (z. B. Sucht nach Zucker oder Sucht nach innerlicher Befriedigung durch Essen allgemein)
    • Magersucht (das polare Gegenteil von Ess-Sucht)
    • Nikotin
    • Alkohol
    • Drogen
    • Medikamente (z. B. Schmerzmittel)
  2. Äußerlich angewandte Suchtmittel:
    • Arbeits-Sucht
    • Fernseh-Sucht
    • Smartphone-Sucht
    • Internet-Sucht
    • Sucht nach Social-Media (Facebook-Sucht…)
    • Sucht nach Gewalt (zwanghaftes Anschauen von Horror-Filmen, Lesen von Gewalt-Romanen, Spielen von gewaltverherrlichenden Computerspielen)
    • Spielesucht (Sucht nach Gewinn)
    • Sex-Sucht
    • Konsumzwang (Sucht, permanent Befriedigung über das Kaufen aller möglichen, unnötigen Sachen zu finden)
    • Helfersyndrom (auch das kann eine Sucht sein)

Nicht nur Nikotin, Alkohol und Drogen machen süchtig

Wie wir an den oben genannten Beispielen sehen, können wir das Thema „Sucht“ nicht umfassend begreifen, wenn wir uns bei der Betrachtung des Themas „Sucht“ nur auf die typischen Suchtmittel „Nikotin“, „Alkohol“ und „Drogen“ beschränken. Tatsächlich sind sämtliche Dinge in unserem Leben, die wir im Übermaß tun, Süchte, denn sie stellen Abhängigkeiten da, denen wir (unbewusst) eine höhere Priorität in unserem Leben geben, als einer bewussten und achtsamen Lebensgestaltung.

Das Problem dabei ist: Wir suchen mit jeder einzelner dieser Abhängigkeiten die Lösung für ein bestimmtes Problem im Außen, anstatt in uns selbst.

Gesellschaftlich motivierte Süchte

Nicht immer wählen wir bewusst, uns von einem Suchtmittel abhängig zu machen. Oft ist es auch unser Umfeld, dass uns zu einer Sucht „einlädt“, indem sie uns das Konsumieren eines Suchtmittels vorlebt und dabei das Gefühl gibt, dass wir „nicht dazu gehören“, wenn wir uns dieser Sucht nicht anschließen.

Im Fall der „Smartphone-Sucht“, der „Internet-Sucht“ oder der „Social-Media-Sucht“ ist uns das oft gar nicht bewusst, denn es tun ja alle, und es schadet uns vermeintlich ja auch nicht. Erst, wenn wir merken, dass wirklich wesentliche Dinge in unserem Leben zu kurz kommen, wird uns klar, dass wir unsere eigene Lebenskraft verschenken, ohne dadurch echte Freude, Kraft und Erfüllung zu erhalten.

An dieser Stelle sollten wir also ernsthaft innerlich einen Schritt zurücktreten und uns ganz bewusst die Frage stellen: Was von all dem brauche und möchte ich wirklich? Und was ist mir in meinem Leben wirklich wichtig?

Süchte zur Betäubung von Schmerz

Eine häufige Ursache von Süchten sind „Schmerzen“ jeder Art: Intensive, quälende physische oder emotionale Empfindungen, die in ihrem Ausmaß so extrem geworden ist, dass der Betroffene nicht mehr auf gesunde Weise mit ihr umgehen kann und versucht, diese mit Hilfe von Suchtstoffen zu übertünchen oder zu betäuben. Dies können z. B. physische oder seelische Schmerzen oder Angstzustände aus traumatischen Erfahrungen sein, die z. B. in der Kindheit durch Missbrauch oder Gewalt erlebt oder durch Extremsituationen wie Kriege ausgelöst wurden.

Intensiver Stress oder auch herausfordernde Lebenssituationen wie Beziehungs- oder Geldprobleme können ebenso Auslöser für eine Sucht sein, wenn die Herausforderungen nicht mehr durch eine gesunde Bewältigungsstrategie gemeistert werden können und der innere Schmerz zu groß wird.

Der Ausweg aus der Sucht

In dem Wort „Sucht“ steckt auch das Wort „Suche“: Die Suche nach einem Ausweg. Sucht ist also immer ein Hilfeschrei der Seele, ein Hilferuf des Menschen, der keinen anderen Ausweg aus seinem Schmerz gefunden hat.

Der Ausweg ergibt sich, sobald die Ursache, der ursprüngliche Schmerz, in das Bewusstsein zurückgerufen, angeschaut und geheilt wird. Daraus können wir auch erkennen, dass wir nicht in Suchtgefahr sind, solange wir unserem Leben einen Sinn geben und unsere Lebenssituationen eigenverantwortlich bewältigen. Dazu gehört es auch, Hilfe zu suchen, wenn wir eine Herausforderung aus eigener Kraft nicht mehr bewältigen können.

In jedem Fall braucht es ein klares Bewusstsein für unser Leben und einen starken Willen, unser Leben wirklich zu meistern.

Die eigene Entscheidung ist der Schlüssel für die Befreiung von einer Sucht

Kein noch so großer Druck von außen reicht aus, um einen Süchtigen aus der Sucht herauszubringen, wenn dieser nicht aus sich selbst heraus die klare Entscheidung trifft, von seiner Sucht freizukommen. Dazu gehört die Bereitschaft, diese Entscheidung in jedem einzelnen Moment neu zu treffen und dieser die höchste Priorität im Leben zu geben.

Der Abhängige muss die Wahl für sich selbst treffen, nicht für die Angehörigen oder Freunde, die mit ihm leiden oder die er durch seine Sucht verletzt.

Aus einer Sucht freizukommen ist letztlich eine Entscheidung für das eigene Leben, und somit eine Entscheidung für das Leben des eigenen Lebens!

Dem eigenen Leben einen Sinn geben – Die beste Vorbeugung

Ein wesentlicher Schlüssel für die Befreiung von einer Sucht ist es zu erkennen, dass es im eigenen Leben darum geht, dem Leben einen wirklichen Sinn zu verleihen. So haben schon viele Menschen nach der Befreiung von ihrer Sucht ihr Leben dazu genutzt, anderen Menschen bei der Befreiung von deren Süchten zu unterstützen. Eine Sucht zu bewältigen heißt immer auch, die eigene Willenskraft und Disziplin unter Beweis zu stellen. Wenn dies dem Betroffenen erfolgreich gelingt, weiß er, dass er ebenso jede andere noch so große Herausforderung bewältigen kann.

Süchte müssen nicht immer Drogenabhängigkeiten sein. Auch die Abhängigkeiten von bestimmten Medien oder von zwanghaften Handlungen (z. B. Konsumzwang) sind Süchte, deren Auflösung sehr viel Einsicht, Willensstärke und Disziplin erfordern. Doch egal, um welche Form von Sucht es sich handelt: Je mehr wir ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln und unserem Leben durch unser Tun und Sein einen wirklichen Sinn geben, desto wertvoller fühlen wir uns und desto geringer ist die Gefahr, in eine Sucht abzugleiten.

Wahres Glück und wirkliche Erfüllung kommen immer von innen, und dieses innere Glück ist die beste Garantie dafür, ein Leben lang suchtfrei zu bleiben

 

 

* Seite „Abhängigkeit (Medizin)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 25. November 2017, 10:39 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Abh%C3%A4ngigkeit_(Medizin)&oldid=171366380 (Abgerufen: 5. Januar 2018, 14:35 UTC)


 

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