Wie achtsame Momente Dein Mutter-Sein bereichern

Achtsame Momente als Mutter? Gerade als Mutter hat man doch keine Zeit und muss meist im Multitasking alles regeln! Siehst Du das genauso? Dann möchte ich Dich einladen, diesen Blogbeitrag einmal ganz aufmerksam zu lesen – nur lesen und nichts anderes nebenher machen. Denn Achtsamkeit und achtsame Momente sind gerade für Dich als Mutter sehr wertvoll und hilfreich.

Mein Weg zur Achtsamkeit

Meine „Berührung“ mit Achtsamkeit habe ich zum einen durch zahlreiche Asienurlaube vor mittlerweile über 10 bis 15 Jahre gemacht. Vor allem Myanmar war ein sehr nachhaltiges Erlebnis für mich.

Den Menschen dort ging es materiell damals wahrlich nicht gut, aber so strahlende, lachende und freundliche Menschen habe ich nie wieder so wahrgenommen. Und so glücklich und bereichert kam ich nie zuvor und danach aus einem Urlaub nach Hause.

Später habe ich an der Uni erste Seminare in klinischer Psychologie mit Bezug zu Achtsamkeit besucht und den Ansatz und Nutzen von Achtsamkeit wissenschaftlich kennengelernt, mich sehr mich sehr begeistert haben.

Achtsamkeit bedeutet immer wieder eine bewusste Entscheidung! Klick um zu Tweeten

Der Besuch eines MBSR-Kurses (Mindfulness Based Stress Reduction) war ein ganz besonderes Erlebnis. Ich habe mich auf eine intensivere Art kennengelernt, aber damals auch festgestellt, dass Achtsamkeit praktizieren gar nicht so selbstverständlich ist, sondern immer wieder eine bewusste Entscheidung bedeutet.

Und dass ich mir dafür Zeit nehmen muss und diese schützen muss vor innerer und äußerer Ablenkung und Multitasking.

Neue Situation als Mutter

Nun mittlerweile mit Kind und den verschiedenen Rollen als Mutter, Mitarbeiterin (bzw. mittlerweile Unternehmerin und Kooperationspartnerin), Lebenspartnerin und Frau ist es eine ganz andere Situation als vor der Zeit mit Kind.

So habe ich die ersten beiden Jahre mit Kind auch für mich üben und lernen müssen, welche Zeit da überhaupt für mich ganz alleine übrig bleibt und wie ich auf mich achte und was ich brauche.

Seit über einem Jahr habe ich meinen festen Abend, an dem ich in den Sportkurs gehe. Es gibt schon längere Zeit den Samstag Morgen, den ich für mich alleine nutzen kann. Auch wenn ich ihn manchmal für übrig gebliebene Arbeiten am Auf- und Ausbau meiner Selbständigkeit verwende. So nutze ich ihn aber auch regelmäßig für Weiterbildungen oder Spaziergänge oder Sport.

Selbstfürsorge

Je nachdem, was sich in der Familie bei meiner Tochter, meinem Partner oder mir ändert, hat dies auch Einfluss auf die Aufteilung unserer Arbeiten und Verpflichtungen, unsere Familienzeit wie auch unserer jeweiligen Auszeiten für eigene Interessen und unsere Selbstfürsorge.

Natürlich ist dies zum einen ein gewisser Prozess, aber zum anderen auch etwas flexibel zu handhaben – mal ganz abgesehen von Kind-krank oder Eltern-krank.

Achtsamkeit als Mutter

In der Schwangerschaft habe ich meinen Yoga-Kurs und vor allem die Atemübungen und Meditationsübungen sehr genossen.  Ganz bei mir und meinem Baby im Bauch zu sein, zur Ruhe zu kommen und zu entschleunigen.

Mit Kind war dann zunächst im Rückbildungskurs das in mich hineinspüren während der Stunde ein wichtiger achtsamer Moment. Mal wieder zu fühlen, wie es mir ging, körperlich und mental.

Auch die zahlreichen Spaziergänge mit Kind gehören sicher zu meinen besonderen Momenten der Achtsamkeit als „junge“ Mutter. In dieser Zeit ist mir einiges in unserer Umgebung, wie zum Beispiel dem Kurpark aufgefallen, was ich vorher gar nicht wahrgenommen haben. Die tollen alten Bäume, der neu gestaltete See mit Bach und die wunderschönen Blumen je nach Saison.

Achtsame Momente als Mutter sind möglich!

Sicher ist es oftmals in einem Alltag als Mutter nicht so selbstverständlich, dass man eine Stunde täglich meditiert oder Yoga macht. In einigen Phasen als Mutter (in Eltern- oder Erziehungszeit oder berufstätig) bleibt wenig Zeit übrig, die selbstbestimmt wahrgenommen wird.

Und in manchen besonderen Phasen, wie z.B. der Geburt eines weiteren Kindes, mehrerer kleiner Kinder oder der Eingewöhnung in Kita oder Kindergarten, findet man als Mutter noch weniger mögliche Pausen.

Doch ich wage zu behaupten, dass es in gewissem Maße in vielen Familien möglich sein müsste, einige Momente des Tages achtsamer wahrzunehmen, als dies oftmals getan wird.

Mit voller Aufmerksamkeit

Achtsamer bedeutet dann vielleicht, etwas mit der vollen Aufmerksamkeit zu betrachten oder zu machen, etwas anderes währenddessen liegen zu lassen, etwas langsamer zu gehen oder arbeiten.

Zum Beispiel:

  • beim Essen kochen die Zutaten und Gemüse bewusst fühlen und riechen und schmecken
  • beim Schmusen mit dem Kind ganz bewusst die Nähe genießen und den angenehmen Duft des Kindes einatmen
  • beim Zubettgehen noch einmal bewusst ein paar Atemzüge langsam und intensiv machen

Auch dies ist meiner Erfahrung nach – sowie der meiner Klientinnen und Freundinnen – auch eine bewusste Entscheidung als Mutter. Sicher aber auch eine Entscheidung, die ich mir erst einmal zugestehen muss und die ich mich trauen muss.

Achtsamkeit braucht nicht zwangsweise viel Zeit, aber Regelmäßigkeit. Klick um zu Tweeten

Die bewusste Entscheidung ist wichtig

Wo lasse ich mich nicht weiter wie von einem Autopiloten „fremdsteuern“? Wo muss ich von mir aus die Bremse ziehen, um mal bewusst und langsam durchatmen zu können? Wo möchte ich raus aus der Hetze und Mehrfachbelastung und dem ständigen Multitasking? Wo brauche ich eine kleine Pause?

In einem Blogbeitrag auf der Seite mymonk.de ging es kürzlich um glückliche Kinder und ihre Eltern mit Bezug auf wissenschaftliche Studien. Unter anderem wurde hier auch zitiert, dass Kinder negativ beeinflusst werden, wenn ihre Mütter gestresst seien. Vor allem der Stress aufgrund des Wunsches nach maximaler Zeit mit dem Kind neben der Arbeit mit dem Opfern jeglicher Zeit für sich selbst wurde hier als ein wichtiger Zusammenhang genannt.

Stress überträgt sich

Wenn also Mütter keine Zeit für sich selbst haben, keine Zeit für Selbstfürsorge, für eigenen Sport oder Entspannung oder Hobby haben. Dann sind nicht nur die Mütter gestresst, sondern dies überträgt sich auch auf ihre Kinder.

Und das wollen wir als Mütter doch gar nicht.

Für Dich als Mutter und für Dein Kind ist es sehr wichtig, dass Du als Mutter auch einmal durchatmen kannst. Dass Du einmal langsam machen kannst. Dass Du einmal abschalten kannst vom Mutter-Sein und von der Arbeit. Dass Du Dir Auszeiten nimmst und Dich erholst.

Besondere Momente

Außerdem kannst Du Momente mit Deinem Kind bewusst noch viel mehr genießen. Zum Beispiel den gemeinsamen Spaziergang im Park, den Besuch auf dem Spielplatz, das Malen eines Bildes oder das Kuscheln am Abend vor dem Zubettgehen. Sei neugierig, was Du mit den wachsamen Augen Deines Kindes alles noch entdecken kannst, denn

kleine Kinder sind viel mehr im Hier und Jetzt als wir Klick um zu Tweeten

So bin ich oftmals ganz erstaunt, was meine Tochter beim Blick aus dem Fenster oder beim Spaziergang alles am Himmel entdeckt. Vögel, die ganz weit entfernt sind, den Mond am Nachmittag oder Flugzeuge.

Und wenn Du ganz achtsam im Moment bist, kannst Du auch schwierige Situationen mit Deinem Kind, zum Beispiel dessen Wutanfall, anders wahrnehmen und es mehr begleiten.

Wie kann das überhaupt funktionieren?

Zum einen durch die bewusste Entscheidung dafür. Und vermutlich gleichzeitig mit der bewussten Entscheidung gegen etwas (vielleicht den Hausputz oder das selbstgekochte Essen oder den selbstgebackenen Kuchen für das Kindergartenfest etc.). Oder für einen Babysitter oder einen Nachmittag mit Oma oder Opa oder ein etwas späteres Abholen im Kindergarten.

Verstehe mich nicht falsch, Du sollst schon Zeit mit Deinem Kind verbringen. Doch manchmal brauchen wir als Mütter noch 10 oder 20 Minuten für uns, um nach der Arbeit durchzuschnaufen und unser Kind dann für den gemeinsamen Nachmittag abzuholen.

Für Mütter ist Achtsamkeit nicht nur eine Entscheidung - sie müssen es sich auch erlauben Klick um zu Tweeten

Und hilfreich sind erste kleine Schritte zu achtsameren bewussten Momenten in Deinem Alltag. Achtsamkeit bedeutet nicht immer eine Stunde zu meditieren. Es bedeutet schon, etwas mit voller Aufmerksamkeit zu machen und sich dessen bewusst zu sein.

Was Du bewusst und achtsam erleben kannst

  • Du kannst Dein Geschirr bewusst spülen.
  • Du kannst Dein Essen mit all Deinen Sinnen achtsam wahrnehmen.
  • Du kannst Deine warme Dusche am Abend bewusst und achtsam genießen.

Dies kannst Du beispielswiese in meinem Online-Kurs speziell für Mütter „Achtsamkeitsübungen für Mütter“ in kleinen Schritten und in alltäglichen Tätigkeiten zuhause und bei der Arbeit erlernen.

Das Ziel des Kurses ist es, den Stress als Mutter reduzieren und hingegen das eigene Wohlbefinden zu verbessern. Indem Du im Alltag Tätigkeiten bewusster wahrnimmst und die Tätigkeiten entschleunigst und mal nur im Moment bist ohne etwas zu tun. Dies kommt letztendlich auch Deinem Kind oder Deinen Kindern zugute.

Außerdem startet am 28.2.2017 (und voraussichtlich weitere Male im Jahr) meine „15-Tage-Challenge für mehr Achtsamkeit und Gelassenheit als Mutter“. Hier erhältst Du 15 Tage lang kleine Inspirationen und Reflexionsaufgaben für das Erleben von mehr Achtsamkeit und Gelassenheit als Mutter.

 

Ich freue mich auf Dich und wünsche Dir achtsame und besondere Momente für Dich alleine wie auch mit Deiner Familie!

Herzliche Grüße

Deine

Sabine Machowski

Written by 

Mein Name ist Sabine Machowski. Ich bin Diplom-Psychologin und ressourcenerzeugende Beraterin, Trainerin für Gesund Führen, Stressbewältigung, Schmerzbewältigung und Entspannungsmethoden sowie Heilpraktikerin eingeschränkt für Psychotherapie und angehender systemischer Coach. Standort: Bad Homburg vor der Höhe und Frankfurt Meine Arbeit ist vor allem durch das systemische und hypno-systemische Denken geprägt. Dies bedeutet für meine Klienten, dass ich vor allem ressourcenorientiert und lösungsorientiert arbeite und durch meine Neugier, meine Fragen und meine Wertschätzung mein Gegenüber unterstütze und stärke, seine eigene Lösung für sein Anliegen zu finden. So achte ich darauf, dass wir uns nicht zu lange in der sogenannten Problemtrance befinden, sondern uns vor allem auf die Lösungstrance konzentrieren und diese nutzen, Ressourcen in der Person zu erkennen und zu stärken, um die gewünschten Ziele und Veränderungen zu erreichen. Neben meiner professionellen psychologischen Haltung als Diplom-Psychologin, Beraterin, Coach und Trainerin bringe ich meine jahrelange Berufserfahrung in der Arbeits- und Organisationspsychologie sowie klinischen und Gesundheitspsychologie sowie im Banken- und IT-Bereich und der Unternehmensberatung ein. Ein Schwerpunkt stellen seit Jahren Beratung, Coaching und Training im Bereich der Stressbewältigung und Ressourcenstärkung und dem gesunden und wertschätzenden Führen dar. Ergänzt wird dies um Themen der betrieblichen Gesundheitsförderung, des Demographie-Managements und der beruflichen Neu-/Umorientierung. Ich bilde mich ständig weiter und bin regelmäßig in Supervision bei der MEG in Kriftel und Bonn. Privat bin ich Mutter, reise sehr gerne und lerne begeistert neue Länder und Kulturen kennen.

4 thoughts on “Wie achtsame Momente Dein Mutter-Sein bereichern

  1. Liebe Sabine,
    Danke für Deinen schönen Artikel. Da liegen wir ganz „auf einer Linie“! Ja, auch ich – als Mutter eines inzwischen 23-jährigen Sohnes – habe die wichtige Erfahrung gemacht, dass das Wertvollste, das wir unseren Kindern als Mutter geben können die Achtsamkeit und Aufmerksamkeit ist, die wir in Selbstfürsorge uns und unserem Kind geben. Aber nicht nur uns und unserem Kind, sondern auch dem Vater, unserer unmittelbaren Umgebung, unserem Hier und Jetzt. Und auch darin stimme ich Dir zu, dass es darum geht, jeden Augenblick neu zu entscheiden achtsam zu sein. Wenn wir nicht bewusst sind, sind im Reaktionsmodus, sind in Wahrheit nicht „Ich-Selbst“, sondern eine „Autopilot-Biomaschine“.
    Und ja, es bedarf einiger Übung das zu lernen. Eine ähnliche Arbeit wie Du mache ich auch mit meinen beyourself!-Trainings, aber meist sind es heute bei mir schön etwas ältere Menschen, die ihre Achtsamkeit auf neue Themen im Älterwerden richten. .. liebe Grüße an Dich und viel Erfolg !

    1. Liebe Friederike,
      vielen Dank für Deinen Kommentar und Deinen eigenen Erfahrungsbericht im Privaten wie von Deiner Arbeit. Es freut mich sehr, dass wir „ganz auf einer Linie liegen“. Und ja, es geht natürlich nicht nur um achtsames Verhalten mir und meinem Kind gegenüber, sondern betrifft unsere Partnerschaft, Familie, Freundeskreis und Arbeitswelt. So freut es mich sehr, dass Achtsamkeitskonzepte nun mittlerweile mehr Einzug in die Arbeitswelt finden.
      Deine Arbeit und der Bezug zu den Themen im Älterwerden klingt auch sehr spannend und wertvoll!
      Auch Dir liebe Grüße und viel Erfolg und Freude!

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