Achtsamkeit – dem Leben Zeit geben

„Achtsamkeit“ scheint mitten in der Gesellschaft angekommen zu sein. Jeder hat es schon einmal gehört oder es selbst ausprobiert. Gute Gründe, es zu probieren gibt es viele. Mittlerweile gibt es viele hundert Studien, die die positiven Auswirkungen einer bewussten und achtsamen Haltung im Alltag zeigen.

Die Liste ist lang:

  • Wir lernen selbstbestimmter zu handeln,
  • selbstbewusster zu leben
  • Bleiben in psychisch-emotional anspruchsvollen Situationen gelassener
  • Sind geduldiger mit uns selbst und der Welt
  • Entwickeln mehr Verständnis für das Eigene Leben
  • Lernen, unseren Geist zu beruhigen und zu stabilisieren
  • Entwickeln ein Vertrauen in Körper und Geist

Als ich selbst vor Jahren das Thema Achtsamkeit für mich entdeckte, habe ich genau so eine Liste gelesen. Viele Qualitäten, die ich auch in mein Leben bringen wollte. Also machte ich mich auf dem Weg, um herauszufinden, was wirklich hinter dieser Achtsamkeit steckt.

Diese kleine Reise möchte ich heute mit dir teilen. Aber bevor ich dir von meinen wichtigsten Erkenntnissen darüber berichte, möchte ich für alle diejenigen, die zum ersten Mal mit Achtsamkeit in Berührung kommen, erklären, was Achtsamkeit überhaupt ist.

Für alle die Achtsamkeit noch nicht kennen

Ursprünglich kommt diese Lehre aus der buddhistischen Philosophie. Im Laufe der Zeit hat sich die Achtsame Praxis von den spirituellen Wurzeln gelöst und kann von jedem im Alltag erfahren werden, ohne dass man sich dafür in buddhistische Traditionen vertiefen muss.

Achtsamkeit ist leicht zu erklären: Es ist eine offene, neugierige und akzeptierende Haltung gegenüber dem jetzigen Moment. Dabei nehmen wir bewusst wahr, was gerade im eigenen Körper und um uns herum passiert, ohne es zu bewerten. Dazu gehören Gedanken, Erinnerungen, Gefühle, körperliche Reaktionen und äußere Vorgänge.

Klingt ziemlich einfach. Ich brauche eigentlich nur das wahrnehmen, was gerade ist.

Was mich gleich zu ersten wichtigen Erkenntnis führt:

Einfach ist nicht immer leicht Klick um zu Tweeten

Ich dachte: „Einfach präsent sein im jetzigen Moment – nichts leichter als das“. Doch wenn wir einmal dem Moment Bewusstsein schenken, erkennen wir schnell, dass unser Geist ständig am Denken ist. Entweder bewertet er die Dinge, die er gerade sieht, denkt an kommende Ereignisse oder an die Vergangenheit.

Diese spannende Eigenschaft unseres Geistes ist bereits seit Jahrtausenden bekannt. In hinduistischen Religionen wird es als Maya bezeichnet. Im Buddhismus als Dukkha und in der modernen Psychologie heißt es geistige Entropie – der Zwang unseres Verstandes, ständig denken zu müssen.

Nachdenken macht uns im Normalfall nicht unglücklich Klick um zu Tweeten

Solange in unserem Leben alles gut läuft, ist dies auch wenig besorgniserregend. Tagträumereien und Nachdenken machen uns im Normalfall nicht unglücklich. Wir verpassen zwar den jetzigen Moment, aber mehr auch nicht.

Schwierig wird es erst, wenn unser Leben unruhig wird. Dann wirft uns ein unkontrollierter Geist völlig aus der Bahn. Wir verlieren uns in Selbstzweifeln, Ängsten, Grübeleien oder verbeißen uns in Problemen, die gerade nicht gelöst werden können.

Wenn die Welt still wird

Wir alle kennen es, wenn wir abends im Bett liegen und die Welt um uns herum still wird. Dann beginnt sich das Gedankenkarussell zu drehen und wir denken über die Dinge nach, die uns gerade Probleme bereiten.

Was wir abends oder früh am morgen sehr bewusst wahrnehmen, ist der Grundzustand unseres Geistes. Nur im Alltag nehmen wir es manchmal nicht wahr, weil wir mit so vielen Dingen beschäftigt und abgelenkt sind.

Wo bist du im Jetzigen Moment? Klick um zu Tweeten

Halte einmal kurz inne. Wo bist du gerade geistig? Bewertest du? Denkst du? Oder schaffst du es vielleicht bereits, präsent diesen Text zu lesen? Bist du dir deiner Gefühle und Gedanken gewahr?

Diese Wahrnehmung ist der erste Schritt der achtsamen Praxis. Wir werden uns bewusst, was unser Geist den lieben langen Tag macht (ohne es zu bewerten). Diese kurzen bewussten Momente sind es, mit denen ein achtsameres Leben beginnt.

Wir fangen an, uns selbst zu beobachten. Wie ein Detektiv, der herausfinden möchte wie du tickst. Er beobachtet neugierig, welche Gedanken du denkst, wie dein Körper darauf reagiert.  Er schaut sich die Welt um dich herum unvoreingenommen an, so als ob er diese zum ersten Mal sieht.

Die spannende Reise beginnt

Als ich diese Reise begann war ich erstaunt, wie viel mein Geist den ganzen Tag dachte. Er bewertete, kategorisierte und verlor sich fortlaufend in Gedanken. Ein kurzer Blick eines Fremden in der Bahn reichte, um das Gedankenkarussell anzustoßen. Ein Kleidungsstück, ein bestimmter Gesichtsausdruck und sofort glaubte ich, die andere Person einschätzen zu können.

Einfach ist nicht immer leicht Klick um zu Tweeten

Und wenn ich einmal nicht über die andere Nachdachte, dachte ich über mein Leben nach. Verbiss mit in Probleme oder Sorgen. Dachte über das nach, was in der Zeitung stand oder im Fernsehen lief. Grübelte über die Zukunft oder verlor mich in Phantasien, wie mein Leben wohl verlaufen wäre, wenn ich andere Entscheidungen getroffen hätte.

Verloren im Alltag

Zu Beginn meiner Reise war diese Erkenntnis des stetig denkenden Geistes beängstigend, doch schnell verwandelte sich der erste Schock in Neugier. Ich war neugierig wie „Ich“ so ticke.

Trotz dieser Neugierde und ersten Erfolge sollte dieser erste Kontakt mit der Achtsamkeit nicht lange halten. Ich verlor mich wieder im Alltag. Ich hatte viel zu tun: Ein stressiger Job, eine Familie. Ziele, die ich verfolgen wollte, Aufgaben, die ich erledigen musste und so arbeitete mein Geist schnell wieder auf Autopilot.

Was mich zur zweiten wichtigen Erkenntnis auf meinem Weg bringt:

Der wichtigste Faktor ist Kontinuität

Schon Jon Kabat-Zinn sagte so passend „Achtsamkeit entsteht nicht einfach wie von selbst, nur weil man zu der Überzeugung gelangt ist, dass es nützlich und wünschenswert wäre, bewusster zu leben. Es bedarf vielmehr einer starken Entschlossenheit sowie einer wirklichen Überzeugung vom Wert solchen Tuns, um jene nötige Disziplin aufzubringen.“

Alte Programme, Gewohnheiten und Handlungsmuster bestimmen unseren Alltag. Ehe wir uns versehen, handeln wir so, wie wir immer gehandelt haben. So verlor auch ich mich wieder in meinem Alltag aus Verpflichtungen und ToDos. Erst einige Monate später erkannte ich, dass es mit der Achtsamkeit nicht anders ist, wie mit allen anderen Fähigkeiten in unserem leben.

Wenn wir erfolgreich darin sein möchten, müssen wir üben. Täglich. Klick um zu Tweeten

Wir dürfen uns immer wieder daran erinnern, bewusst zu werden. Ich nutze dazu kleine Handlungen in meinem Alltag – sozusagen als Erinnerung. So wurde der Kaffee am Morgen eine Erinnerung, diesen bewusst zu genießen. Der Weg in die Arbeit, bewusst die Augen zu öffnen und Neues zu entdecken und eine Dusche nach dem Sport, eine Erinnerung daran, das Wasser und die Wärme mit allen Sinnen zu genießen.

Stück für Stück brachte ich mehr Bewusstsein und Achtsamkeit in mein Leben. Ich erkannte Muster und Zusammenhänge und konnte diese dann lösen.

In deinem Leben versteckt sich noch so viel Schönes!

Diese achtsame Haltung eröffnete mir ein ganz neues Lebensgefühl. Mein unruhiger Geist wurde immer öfter still und ich konnte die Schönheit Welt so sehen, wie sie ist. Ich erkannte alte blockierende Verhaltensmuster und konnte sie dadurch (und durch Übung) auflösen.

In Situationen, in denen ich früher in die Luft gutgegangen wäre, blieb ich immer häufiger gelassen. Ich entdeckte die Schönheit in den einfachen Dingen. Die Freude am Sein.

Achtsamkeit ist das schönste Geschenk, das sich der Mensch selbst machen kann. Klick um zu Tweeten

Ich lade dich von Herzen ein, mehr Bewusstsein in deinen Alltag zu bringen. Du kannst du hierzu gerne meine kostenfreien Seminarvideos auf http://www.achtsamkeitsacademy.de/ anschauen, in denen ich dir ganz konkret zeige, wie du diese Form des Bewusstseins auch in deinem Alltag spüren kannst.

Ich freue mich auf dich!

Herzlich

Dein Peter Beer

 

 

 

 

Written by 

“Peter Beer ist Autor, Gründer der Work & Life Academy und Experte für Mentaltraining, Resilienz, Stress- und Veränderungsmanagement. Sein einzigartiges Verständnis für die Bedürfnisse der Leistungsträger der nächsten Generation und seine unkomplizierter und innovativer Ansatz, zeigt wie gesundes, begeistertes und leistungsfähiges Arbeiten möglich ist!“ Coaching Portal Online Nach meinem Studium an der Hochschule in Regensburg arbeitete ich als Ingenieur in einem der größten deutschen Automobilkonzerne. Dort konnte ich hautnah miterleben, wie stressverschärfende Strategien und ungeschulte Führung das Potenzial der Menschen bremst. Mir wurde es eine Herzensangelegenheit daran etwas zu ändern, deshalb studierte ich am Institut für Psychologie in Hagen. Neben dem Psychologiestudium zertifizierte ich mich zum Coach, absolvierte den Master in NLP und gründete die Work & Life Academy, welche jungen Leistungsträgern und Führungskräften zeigt, wie es möglich ist die kommenden Herausforderungen gesund zu meistern. Standort: Regensburg

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