Die Funktionieren-müssen-Falle der Selbständigkeit

Was steht am Anfang des Selbständigseins? Die Freude, das zu tun, was dir Spaß macht! Erwartungen, Hoffnungen und auch äußere Belohnungen treiben dich an, etwas weiterzugeben, was dir am Herzen liegt. Andere damit so zu begeistern, dass es sich rumspricht und du davon gut leben kannst – so wie du es dir vorstellst!

Du beginnst also, dir einen Plan zu machen, nimmst deine Werte, Bedürfnisse und liebgewordenen Gewohnheiten als Zutat und schreibst einen Businessplan bis hin zu einem Konzept, um dein Produkt oder deine Dienstleistung auf den Markt zu bringen.

Und da fängt es schon an

Du möchtest etwas herstellen, andere informieren, andere unterstützen, begleiten, etwas Gutes tun, etwas verkaufen. Und dafür benötigt es Fachwissen und Fähigkeiten, die du vielleicht nicht in dem Maße mitbringst, wie du es dir wünschst. Denn wir haben alle unsere Talente und Fähigkeiten, unsere Vorlieben, Stärken und Schwächen.

Eins kannst du gut, das andere besser, und wieder eines davon schlechter. Doch das Business bringt viele Rollen mit sich. Und du machst weiter: Du baust dir einen Kundenstamm auf, kreierst Projekte, möchtest in den sozialen Netzwerken sichtbar werden und netzwerken.

Dafür brauchst du ein Know-How aus Buchhaltung, Kommunikationswissen für Sprache und Schreiben, um Leser zu interessieren, ein Marketing-Verständnis, kreative Ideen, um Werbung zu machen und so weiter – und nicht zu vergessen: die Zeit für dein Produkt, für deine Dienstleistung, um es zu präzisieren, um es zu fokussieren!

Das Finanzielle

Gerade am Anfang kommen noch die finanziellen Rahmenbedingungen dazu: eine Abfindung, etwas Gespartes und vielleicht auch der Existenzgründerzuschuss lassen dich beflügeln, den Schritt in die Selbständigkeit zu machen. Doch das Geld ist knapp und somit begrenzt es dich, ggf. Rollen abzugeben:

An den Steuerberater, an einen Webseiten-Spezialisten, an einen Graphiker und Texter für Logo und Co. (und da gibt es natürlich noch andere Sichtweisen: investiere in andere, und andere investieren in dich…doch nicht heute das Thema).

Das Arbeitspensum wächst

Die wöchentliche Arbeitszeit nimmt zu. Die geplanten vierzig Stunden steigen schnell auf fünfzig und dann kommen die Nächte dazu, weil du hier in Ruhe die PC-Arbeiten erledigen kannst. Von dem Wochenende mal zu schweigen.

Der Gedanke der fehlenden Sicherheit, am Anfang des Monats die Fixkosten bezahlen zu können, kreist. Du bist selbst für deine Einnahmen, für dein Einkommen, für deinen Erfolg verantwortlich. Die Existenzangst lässt grüßen und es kann nicht jeder damit gut umgehen; erster Kopfschmerz, Schwindel oder Herzklopfen machen sich bemerkbar.

Die innere Stimme

Der Perfektionist sagt immer lauter in dir, dass immer alles perfekt sein muss – dein Job und auch dein Privatleben. Schwächen und nicht perfekte Ergebnisse erhöhen den Druck, immer mehr zu tun. Menschen, die nicht NEIN sagen können, die ihren Kunden jederzeit zur Verfügung stehen möchten, obwohl sie wissen, dass sie auch eine private Zeit benötigen, bürden sich immer mehr auf, als es ihnen guttut.

Diese inneren Antreiber, unbewusste Verhaltensmuster und verinnerlichte Lebensregeln/Glaubenssätze führen dazu, dass du deine freie Zeit für Entspannung, Regeneration und Ausgleich vernachlässigst. Damit bist du gefährdet, in den sogenannten Burnout zu schlittern!

  • Wann merkst du, das Körper und Geist erschöpft sind?
  • Wann gibst du deiner Müdigkeit eine Bedeutung?
  • Was passiert mit dir, wenn du diesem Stress unterliegst und nicht reagierst?

Am Anfang ist es der Eustress

Er ist anregend, positiv, kreativ und belebend. Hier steht deine positive Absicht dahinter, die mit Freude getätigt wird, um deine Aufgabe, dein Geschäftsumfeld begeistert aufzubauen – und lässt dich nicht als Stress empfinden.

Er befähigt dich zu einer höheren körperlichen Leistung und Aufmerksamkeit. Körperlich hat dieser Stress die gleichen Reaktionen wie ein von außen kommender Stress. Und da liegt der Hase im Pfeffer begraben!

Positiver Stress ist temporär! Klick um zu Tweeten

Der positive Stress ist temporär, er wird durch deine eigene Motivation initiiert und hält dich im Gleichgewicht, wenn du ihm zwischendurch Ruhe gönnst.

Denn auf Dauer führen Faktoren wie Überbelastungen und Selbstausbeutung, überhöhte Ansprüche, übertriebener Ehrgeiz und verbissener Einsatz sowie Frustration und Enttäuschungen zu

  • Überarbeitung
  • innere Unruhe
  • Grübeln
  • Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Gefühl des Ausgesaugt- und Ausgelaugt Seins
  • mechanisches Funktionieren
  • Rückenbeschwerden, Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Grippe-Gefühl
  • Kopfschmerzen
  • Das Gefühl, keine Kontrolle zu haben

Der Stress kommt schleichend

Damit ist schleichend der Distress eingetreten. Der nicht naturgegeben ist, der Druck von außen setzt und unsere eigene Motivation des Handelns untergräbt.
Der Burnout, das Ausgebrannt Sein hat die Führung übernommen!

Dazu kommt noch der private Bereich. Welche Herausforderungen gibt es da? Ein normaler Alltag kann bereits mit Problemen in der Partnerschaft, mit den Kindern oder Nachbarn anfangen.

Vielleicht ist auch das pflegebedürftiger Elternteil zeitnehmend oder das Haustier ist krank. Diese Komponenten dürfen ebenfalls betrachtet werden und mit in eine sinnvolle und gesunde Tagesplanung einbezogen werden.

Was kannst du tun, um nicht in diese Falle zu gehen?

Sei bei dir

Werde dir deiner Probleme bewusst. Schau regelmäßig auf dich, fühl in dich hinein und was dein Körper dir sagt. Definiere für dich, was du möchtest: Ein stress- und schmerzfreies Leben ohne Druck. Setz dir klare Ziele und du findest zu einer neuen Aktivität. Hinterfrage dich regelmäßig.

Auch der fitteste Mensch hat nur begrenzte Ressourcen! Klick um zu Tweeten

Schau in die Zukunft und zieh die passenden Schlüsse aus dem Erlebten und den veränderten Bedingungen. Finde neue Optionen und gehe die Dinge an.

Zeitmanagement

Als Angestellter hast du vorgegebenen Arbeitszeiten. Und als Selbständiger? Bist du FREI in deiner Planung! Du kannst dein Freizeitverhalten, Essen, Schlafen und die Arbeit gut in die Tages- und Wochenplanung integrieren. Und für dich kann es genauso gut ein Sonntag sein, an dem du etwas arbeitest.

Doch – AUFPASSEN: dann ist es wichtig, sich in der folgenden Woche ein Montag, Dienstag oder Mittwoch frei zu nehmen und die Dinge zu tun, die dich regenerieren! Denn auch der fitteste Mensch hat nur begrenzte Ressourcen, die irgendwann erschöpft sind.

Lass los vom Perfekt-Sein! Es reicht auch so! Klick um zu Tweeten

Mach dir eine Liste von deinen Aufgaben: große Aufgaben können kleine bzw. Teilaufgaben haben, und somit gibt es mehr Erfolgserlebnisse – und auch eine schnellere Sicht auf veränderbare Situationen.

Lass los vom perfekt sein und sei locker! Es reicht immer noch! Denn positives Denken und Optimismus bringen mehr als verkrampftes Festhalten.

Zeit für Entspannung und Regeneration!

Entspannung können wir durch verschiedene Methoden wie Spazieren gehen, lesen, ruhige bzw. Lieblings-Musik hören, im Liegestuhl relaxen, ein Wannenbad, Lachen, Saunagänge, Techniken wie PME, autogenes Training, Quigong, Yoga, Meditation, Bodyscan etc. erreichen.

Kleine Pausen, Ruhebilder finden (an etwas Schönes denken), bewusst atmen, angenehme Düfte wie Lavendel und Rosenduft, gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf bringen ein Abschalten in den Alltag.

Es darf eine Balance geben, um gesund zu bleiben! Klick um zu Tweeten

Körperliche Aktivitäten wie Sport und Bewegung wie Laufen, Walken, Tanzen, Schwimmen, Team-Sportarten, Fußball, Eishockey, Tennis, etc., und Sex sind extrem wichtig und sollten in den Alltag integriert werden. Jeder findet seins!  Doch musst du es tun!

Freunde/Familie/Bekannte

Und diese Balance wird von deinem sozialen Umfeld mitgetragen. Spüre die Kraft von Freundschaften; gute Freunde, Familie und dein Partner geben Rückhalt. Deine Stärke hilft nicht nur anderen, sondern die Hilfe anderer gibt dir die nötige Kraft, um in schwierigeren Zeiten gehalten zu werden.

Jeder ist für sich selbstverantwortlich! Kein anderer kann dir deine Entscheidung für deine Gesundheit zu handeln, abnehmen! Nimm dir Zeit für deine Gesundheit!

Mir ist wichtig, dass ihr die Anzeichen erkennt, um vorbeugend zu handeln! Euer Körper gibt Signale, häufig wird dies als „das ist das Alter“ und ähnliches abgetan. Für mich ist es eher „Stress, viel genannt und doch nicht erkannt!“ Doch wer genauer hinschaut, kann gegensteuern, bevor er krank wird!

Fazit: Life-Balance, passendes Zeitmanagement und eine gewisse Portion Resilienz gehören zur Selbständigkeit dazu!

Viel Spaß und Erfolg
Mit den besten Wünschen zum Gesund- und Glücklich Sein

deine

Kerstin Tascheit

Written by 

Mit dem Wissen, wie Stress entsteht, der persönlichen Stärken, Werte und Zielen des Einzelnen und des Teams können Bereiche aktiviert werden, um wertschätzender mit einander umzugehen. Eine verbal gewaltfreie Kommunikation und auch die „latent verborgene Sprache“ des Lesens der Gesichtsstrukturen, Mimik und Körpersprache bringen Klarheit, um Menschen positiv zu führen. Dies wiederum verhilft, viele Situationen anders zu bewerten, und führt zu einem erfolgreicheren Handeln, zu mehr Freude und Lebensqualität. Gesundheit ist für mich eine Entscheidung!“ Gesunde, motivierte und leistungsfähige Mitarbeiter spielen in unserer heutigen Arbeitswelt ein wesentliche Rolle. Stressoren am Arbeitsplatz stören die Balance des körperlichen Organismus und kosten Energie. Dies stört das Wohlbefinden und die Produktivität. Das Zunehmen arbeitsbedingter psychischer Belastungen, die durch vielfältigen Stressfaktoren herrühren können, kosten nicht nur Zeit und Geld, sondern tragen dazu bei, dass auch andere belastend involviert werden. „Mit meiner mehrjährigen direkten Arbeit als Vertrauensperson für Schwerbehinderte und Gleichgestellte und mit der Ausbildung zum zertifizierten Personal- und Stresscoach habe ich mir zur Aufgabe gemacht, über die Möglichkeiten der Stressbewältigung in Vorträgen, Workshops und Seminaren zu informieren.

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