Kommunikation und Beziehungen in digitalen Zeiten – Fluch oder Segen?

Schöne neue Technik-Welt

Wir können rund um die Uhr chatten, mailen, simsen, Whatsapp schicken – in Kontakt mit unseren Lieben bleiben, egal, wie weit sie von uns entfernt sind. Wir nehmen über Facebook, Instagram und Twitter am Leben der Anderen teil. Dies alles bietet wunderbare Chancen, Freundschaften zu pflegen, die Familie zusammen zu halten oder die Sehnsucht nach dem Schatz zu verringern.

Doch gerade in letzter Zeit kann ich die „dunkle Seite“ der Digitalisierung verstärkt wahrnehmen, wenn es um Kommunikation und Beziehungen aller Art geht. Missverständnisse häufen sich, Dinge werden anders ausgelegt, als sie gemeint sind, Kontakte werden abgebrochen und das Gegenüber fragt sich warum.

Was fehlt ist die persönliche Wahrnehmung

Gerade beim schriftlichen Kommunizieren fehlen Signale wie Körpersprache, Mimik oder auch der Tonfall der Stimme. Selbst in der „normalen Kommunikation“ kommt es oft zu Missverständnissen, da Dinge anders vom Empfänger aufgenommen wurden, als sie vom Sender gemeint waren (siehe 4 Ohren Modell von Schulz-von-Thun).

Aber bei schriftlichen Nachrichten hat unser Geist, je nach momentaner Verfassung, freies Spiel bei der Interpretation. „Wie war das jetzt gemeint, was er/sie geschrieben hat? Warum schriebt er nur so kurz, warum braucht er solange um zu antworten?

Habe ich einen schlechten Tag und fehlt mir die Mimik des Gegenübers (z.B. ein Lächeln), so werde ich an dem Geschriebenen immer etwas finden, was mir „sauer aufstößt“. Bin ich in die Person verliebt, werde ich in jede Zeile Gegenliebe hineinlesen, auch, wenn es nur distanziert höflich freundliche Worte waren (ich kann ja nicht sehen, hören oder spüren, wie diese Person körperlichen Abstand wahrt, oder die Stimme etwas kühler wird, ob meinen Avancen.

Weiter geht es dann mit dem beliebten Spiel „Wer meldet sich zuerst“

„Ich habe das letzte Mal geschrieben, also ist er/sie jetzt dran“ – „Warum kommt da nichts?“ „Ich bin es wohl nicht wert, dass Derjenige an mich denkt und sich meldet“. So spielt es sich tagtäglich in vielen Köpfen ab. Mit dem Fazit : „Na gut, dann melde ich mich eben auch nicht mehr!“ Da wird nicht gefragt: „Du meldest Dich gar nicht, ist etwas passiert, geht es Dir gut?“.

In unserer narzistischen Denkweise beziehen wir das Verhalten des anderen nur auf uns. Vielleicht ist er einfach im Stress, hat gerade kein Netz, ist krank, hat Sorgen und zieht sich zurück und würde sich freuen, wenn man ihn einfach mal so kontaktiert, weil er vielleicht gerade nicht die Kraft dazu hat.

Und dann die Sache mit den Smilies

Ja, auch ich erwische mich dabei: Eine Nachricht kommt: „ich vermisse Dich“ und anstatt mich zu freuen, denke ich:“Wie jetzt – ohne Herz, ohne Kussmund, ohne Smilie? Das macht er doch sonst immer….mhmmmm, war das jetzt nur so ’ne gezwungene Nachricht um mich ruhig zu stellen? Vermisst er mich wirklich?“

Und schon geht das Kopfkino los. Anstatt mich zu freuen, dass er an mich denkt, verderbe ich mir die Stimmung mit Grübeln über kleine bunte Bildchen. Die übrigens auch jede Menge Interpretationsspielraum lassen: Ist der Smilie mit den zusammengebissenen Zähnen nun ein breites Grinsen, oder signalisiert es schlechte Laune? Warum nur der Kuss ohne Herz? Warum ein gelbes, statt ein rotes Herz?

Smilies lassen jede Menge Raum zur Interpretation - und wir lassen uns davon verrückt machen Klick um zu Tweeten

Jaja, je nach Stresslevel und psychischer Verfassung können wir daraus ein ganz neues Spiel starten. Schickst Du mir keins, schick ich Dir keins. Sollst Du doch auch mal nachdenken, wie das gemeint ist. Und schon geht es wieder los mit den Missverständnissen.

Der Online-Check

Ach, wie ist das schön: Ich kann sehen, wer wann online war und wann wer was gelesen hat (oder hat er/sie diese Funktion gesperrt? Was gibt es zu verbergen?) Aber wenn er doch online war, warum hat er nicht sofort geantwortet? Warum war er mitten in der Nacht noch online, gibt es eine andere?

Boahhh blaue Häkchen und keine Antwort – ich bin es wohl nicht wert? So viele Gründe können dahinter stecken, aber wieder einmal beziehen wir alles nur auf uns. ich denke dazu muss ich nichts mehr schreiben. Oben steht ja bereits, wie man diese Gedanke weiterspinnen kann.

Das Schlimmste kommt zum Schluss

Schriftliches Kommunizieren macht feige! Bitte tragt Konflikte NIE, wirklich NIE über WhatsApp und Co. aus. Wie oben beschrieben, fehlen Euch wichtige Signale des anderen; ihr könnt nicht sehen, wie betroffen ihn vielleicht manche Aussagen machen. Und ja, ohne dem anderen in die Augen zu blicken ist es viel leichter ausfallend zu werden.

Es geht wie in einem Ping Pong Spiel hin und her; meist ist es nur eine Aneinanderreihung von Vorwürfen, Schuldzuweisungen, Abwehrhaltungen. Fast nie gelingt eine konstruktive Lösung.

Streiten bedeutet Mut haben

Den Mut, dem anderen in seine Seele blicken zu lassen, den Mut dem Gegenüber in die Augen zu sehen und zu sagen: „Ich fühle mich angegriffen, nicht wahr genommen, mir geht es nicht gut damit“. Aber nur im direkten Kontakt werdet ihr außersprachliche Signale wahrnehmen können, die helfen euer Gegenüber zu verstehen.

Da es manchmal leichter ist, die Dinge aufzuschreiben als auszusprechen, empfiehlt es sich vorab (ganz altmodisch) einen Brief zu schreiben. Als Grundlage für ein Gespräch, um sich zu offenbaren, dem anderen Dinge zu erklären. Das gibt ihm die Chance in Ruhe seine Gedanken dazu zu ordnen – zu einem Zeitpunkt, wenn er sich wirklich die Zeit für wichtige Dinge nehmen kann (und nicht mit einem „Pling“ mitten in einem Meeting). Und dann kann es losgehen mit einem ehrlichen, offenen Gespräch, das euch auch zu einer Lösung bringen kann.

Meine Bitte

Ja, nutzt die moderne Technik (das tue ich auch begeistert), da, wo sie euch wirklich nützt, aber vergesst dabei nicht eure menschlichen Fähigkeiten, die Gefühle des anderen wahrzunehmen, mit Mimik und Tonfall so viel mehr ausdrücken zu können als mit dem geschriebenen Wort.

Und manchmal kann eine einfache Umarmung 1000 Mal mehr bewirken, als 1000 WhatsApp Nachrichten.

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Mein Name ist Melanie Steinkamp. Ich bin 1968 geboren, verheiratet und lebe mit Mann, Sohn und dem Familienvierbeiner im schönen Flüren. Ich coache seit vier Jahren viele Menschen erfolgreich im Bereich Gewichtsabnahme und habe inzwischen mein eigenes Abnahme-Programm "Glücksgewicht", das Ende August auf den Markt kommt. Da immer mehr Menschen sich in der heutigen Zeit "verlieren", nicht genau wissen, wo ihr Weg sie hin führen soll, welche Perspektiven sich noch bieten können, oder ganz einfach jemanden brauchen, der zuhört, biete ich seit dem 1.2.2015 Coachings in allen Lebensbereichen an. Auch biete ich Hilfestellung, die zwischenmenschliche Kommunikation zu verbessern und Genuss, Sinn und Freude am Leben zu entwickeln. Durch einige einschneidende Erlebnisse in meinem Leben habe ich erfahren, wie wichtig es sein kann eine "helfende Hand" an seiner Seite zu haben, die einfühlsam und kompetent Denkanstöße gibt, so das man neue Perspektiven entdecken und seinen eigenen Weg finden kann. Es ist mir sehr wichtig, mich in meiner Persönlichkeit ständig weiter zu entwickeln und gleichzeitig zu einem besseren Miteinander in der Welt beizutragen. Auch beruflich liegt mir Weiterbildung sehr am Herzen. Durch diverse Fortbildungen möchte ich meinen Klienten eine große Auswahl an Methoden bieten, damit jeder individuell so betreut werden kann, dass das Coaching optimal zu seinen Lebensumständen und persönlichen Vorlieben passt. Ich denke, dass ein "guter Draht" zwischen Coach und Klient unabdingbar für ein erfolgreiches Coaching ist. Aus diesem Grund biete ich Ihnen ein 15-minütiges kostenloses Kennenlerngespräch an. So können Sie mich kennen lernen, sich von meinen Qualifikationen überzeugen und sich sicher sein, dass Sie sich bei mir gut aufgehoben fühlen. Ich bin auch als ehrenamtliche JETZT ERFOLGREICH BOTSCHAFTERIN tätig und biete in regelmäßigen Abständen kostenfreie Praxis Abende zur Persönlichkeitsentwicklung an. Standort: Hamminkeln

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