Coaching oder Psychotherapie – oder: denn ich wusste nicht, dass es möglich ist

Mein Leben war eigentlich schön. Ich bin behütet aufgewachsen, hatte gute Noten und viele Freunde und trotzdem gab es in meinem familiären Umfeld Einflüsse, die so stark waren, dass ich mich als 13-jährige bereits als „unpassend“ empfand.

Ich entwickelte eine Essstörung, die mich über 17 Jahre lang begleiten sollte.

Seit meinem 14. Lebensjahr hatte ich bestimmt mit 10 verschiedenen Therapeuten gesprochen, 3 verschiedene stationäre Therapien gemacht und zig tausend Euro verfressen. Eine Welt ohne die Essstörung gab es nicht. Eine Vorstellung von einer gesunden Zukunft auch nicht mehr.

Ein Großteil meines Lebens bestand aus kontrollieren, verheimlichen, irgendwie funktionieren

Doch funktionieren alleine reicht ja in unserer Gesellschaft nicht. Meine Schulnoten waren mittelmäßig bis schlecht. Meine Beziehungen kurz. Ziele und Wünsche kannte ich nicht. Ein Bild von einer Zukunft zu schaffen, wäre angesichts meiner Umstände viel zu schmerzhaft gewesen und ernstgenommen hätte ich Zielearbeit damals sowieso nicht.

Die Menschen um mich herum konnten nicht an mich ran und ich hatte nie verstanden, dass ich es bin, der sie nicht lässt. Trotz meines stabilen Freundeskreises eckte ich an oder hatte ständig das Gefühl, nirgends wirklich dazuzugehören und natürlich sowieso nicht gut genug zu sein – egal in welcher Hinsicht.

Ich hatte ja schließlich auch die Economy Variante der Essstörung für mich entdeckt: Bulimie.

Ihr Versprechen: du kannst alles haben, was du möchtest – solange du es schnell genug wieder hergibst. Viel einfacher und natürlich disziplinloser als Anorexie. Und so absurd es klingen mag: Bulimie ist so viel weiter unten auf der Erfolgsskala der Essstörungen.

Ich werde nie vergessen, welche Faszination sogar meine eigene Mutter den Mädchen gegenüber zeigte, die sich aufgrund ihres Untergewichts kaum mehr auf den Beinen halten konnten.

Warum ich das so ausführe? Weil ich mir sicher bin, dass es hunderttausende Mädchen und junge Frauen gibt, die sich genauso fühlen, wie ich damals:

Wertlos, nicht ausreichend und nicht einmal diszipliniert genug für eine ordentliche Magersucht.

Wenn damals eine Mitpatientin sagte, sie habe sich auf 30 kg Körpergewicht runtergehungert, hätte ich nur antworten können: „Ich kann 2 Tüten Chips, 2 Pizzas und 2 Liter Eis mit Sahne essen, das Eis natürlich zuerst, hilft später beim Kotzen.“ Das lässt man in solchen Momenten dann doch lieber und hält einfach die Klappe.

Natürlich haben die Therapien geholfen, zu verstehen, warum ich Dinge tue wie ich sie tue, inwiefern das mit meinen Eltern zusammenhängt, etc. Natürlich lernte ich auch, neue Ansätze oder Verhaltensweisen zu durchdenken, nur hielten diese teilweise eben nur während der Dauer der Therapie an und irgendwann war es wieder durch und alles war beim Alten.

Ende 20 hatte ich aufgegeben. Nicht im dramatischen Sinne, aber irgendwo hatte ich akzeptiert, dass ich wohl mein Leben lang krank sein werde, nie Kuchen essen kann, nie mit anderen in die Eisdiele gehen (Eis und Kuchen waren in meiner Welt damals absolut verboten) und immer auf mich „aufpassen“ muss. Das ist übrigens auch ein „toller“ Glaubenssatz aus den Kliniken: 50 % von euch bleiben krank, ihr werdet immer essgestört bleiben, ihr müsst immer aufpassen, sonst werdet ihr rückfällig.

Heute bin ich frei. Und jeden Moment, in dem ich daran denke, bin ich dankbar dafür.

Was hat das jetzt mit Coaching zu tun?

Ich habe mich schon immer (gezwungenermaßen) für Psychologie interessiert und bin mit Ende 20 auf NLP gestoßen. Nicht im klassischen Sinne, sondern in Form von Seminaren, bei denen es um weit mehr als Erfolg mittels der Manipulation der eigenen Gedanken ging. Muster erkennen, neue Gedankenstrukturen aufbauen und Ängste loswerden in einem spaßigen, liebevollen und offenen Rahmen  – so würde ich es wohl beschreiben.

Coaching und Übungen waren ein großer Bestandteil der Seminare, bei denen vor allem die Zielearbeit eine ganz besondere Qual für mich war. Und während dort mein Fokus wochenlang auf dem „was will ich?“ lag, hatte ich tatsächlich vergessen, dass ich eine Essstörung hatte. Anders kann ich es momentan nicht ausdrücken. Die Bilder und Erinnerungen von mir als kranke Person wurden schnell kleiner und verschwanden und nach und nach versuchte ich neue Dinge – vom Schokolade essen bis zur beruflichen Selbständigkeit.

Was war daran jetzt anders, als bei der Psychotherapie?

Soweit ich es im Nachhinein beurteilen kann, würde ich sagen, dass es die Kombination aus aktiver Ablenkung („was willst du wirklich, was kannst du alles, worin bist du gut, was ist toll an dir“) und der Eliminierung meiner Ängste durch das Lernen und Trainieren neuer und positiver Gedanken war. Nach einigen Wochen hatte ich schlichtweg keine Angst mehr vor Essen: durch die bewusste Arbeit mit meinen Gedanken waren die negativen weniger geworden und somit auch meine Ängste.

Natürlich habe ich noch vor Dingen Angst, keine Frage! Mir ist es nur wichtig zu verdeutlichen, was in den Therapien – zumindest für mich – gefehlt hat: Die Motivation mich WIRKLICH zu verändern! Ich kann mich an keine meiner gefühlt 190 Therapiestunden erinnern, aus der ich befreit herausgegangen bin. Die waren sicher nicht schlecht, teilweise sogar gut. Mir fehlte nur eben der Schlüsselmoment bzw. der Impuls zu Veränderung.

Irgendwann muss einfach mal Schluss sein mit Verstehen und man darf ins Handeln kommen.

Ja, Gefühle dürfen erforscht und angenommen werden und dann darf man den nächsten Schritt gehen. Die Therapien haben Jahre in Anspruch genommen. Die Seminarzeit, bis ich meine langjährige Partnerschaft mit der Toilette beendet habe – 20 Tage.

Ich möchte hiermit natürlich nicht falsche Erwartungen schüren, denn…

Jeder ist anders, es gibt kein universelles Erfolgsrezept

und es gibt auch unzählige Menschen, denen Therapie geholfen hat. Mein Artikel soll keine Kritik an den klassischen Therapieformen sein, nur weil es mir damals nicht möglich war, diese Ansätze dauerhaft umzusetzen.

Ich habe es einfach so satt ständig zu hören, dass Coaching nicht effektiv sei, nicht tief genug ginge, etc. und dass Probleme nur wirklich mittels jahrelanger Arbeit, mit Kämpfen und Leiden aufgelöst werden können. Es geht auch anders.

Jedenfalls kann ich ohne zu Zögern behaupten: durch diese Form des Coachings habe ich mein Leben zurückbekommen. Erst nachdem ich meine Symptome abgelegt hatte, bekam ich die Kraft zu Handeln und mich zu entwickeln!

Warum ist es nicht früher passiert?

Unser Unterbewusstsein schützt uns, indem es immer wieder die erprobten und bewährten Wege geht. Meines sagte mir: „Ich bin nur dann sicher, wenn ich so weitermache wie immer. Wenn ich etwas anderes versuche, könnte etwas Unkontrollierbares passieren.“ Also hatte mein Verstand keine Chance.

Folglich hielt das, was emotional in den Therapien ausgelöst wurde, nicht vor. Oft lag es auch daran, dass sie in einem künstlichen Rahmen stattfanden, alles durchstrukturiert und geregelt war. Solange man sich in der „Therapiewelt“ befindet, ist alles gut.

Doch wirkliche Veränderung war mir erst möglich, weil ich nicht erwartet hatte, dass ich in einem NLP Seminar mit zwei sehr aufmerksamen und gut geschulten Trainern ganz neue Denkstrukturen verinnerlichen würde. Mein Verstand war überlistet.

Was hat es mir besonders schwer gemacht?

Zudem lag in vielen der Therapiekonzepte ein extremer Fokus auf den Mahlzeiten, was dazu geführt hat, dass meine Gedanken und die meiner Mitstreiterinnen noch viel stärker um dieses Thema kreisten. Wer sich ein bisschen mit dem Gesetz der Anziehung befasst weiß, dass alles stärker wird, auf das man seine Aufmerksamkeit richtet.

Einige weitere wichtige Punkte, die den Therapeuten, mit denen ich das Vergnügen hatte fremd waren:

  • Wie soll ich etwas Neues lernen (sprich gesund sein), wenn ich von anderen „Kranken“ umgeben bin?
  • man könnte seinen Patienten sagen, dass sie gesund werden und nicht, dass sie für immer krank sein werden (so wie das „es schaffen sowieso nur 50% von euch“ – nicht besonders hilfreich)

Man könnte seinen Patienten sogar sagen, dass alles möglich ist – jeder geht eben seinen eigenen Weg dafür.

Es ist nämlich möglich – nur ich habe es damals einfach nicht gewusst!

Ich lege niemandem Nahe, seine Therapie hinzuschmeißen und/oder sich 100%ig auf einen Coach zu verlassen. Erstens sollte ein Coach, wenn er ein akutes psychisches Krankheitsbild erkennt, seinen Coachee an einen Therapeuten verweisen (was in vielen Fällen sicher sinnvoll ist) und zweitens gibt es einfach kein Allheilmittel. Keiner kann eine Heil-Garantie geben – und das ist auch nicht schlimm. Der Punkt ist, dass alles in uns selbst liegt – wer es letztendlich herausholt, ist sekundär.

Meine Aussage hier ist schlichtweg:

Erlaube dir, festgefahrene Gedanken in Frage zu stellen Klick um zu Tweeten

In diesem Fall Glaubenssätze, dass eine Essstörung bzw. deren Therapie langwierig und schwierig ist. Dass nur Therapie helfen kann, dass man nie wieder wirklich gesund wird. An diesem Punkt wage ich jetzt einfach zu sagen: Da gehe ich nicht mehr mit!

Mein Artikel beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen und ist alles andere als wissenschaftlich. Und ich hoffe, dass er möglichst viele Bulimiker/innen erreicht, die die Hoffnung vielleicht schon aufgegeben haben.

Am Ende des Tages es ist nicht entscheidend, welche Form von Unterstützung ihr in Anspruch nehmt.

Macht euch nur bewusst, dass ihr zu 100 Prozent verantwortlich für euer Leben seid!

Ich habe meine Zeit gebraucht, diese Aussage anzunehmen und umzusetzen und ich wünsche es jedem Menschen von Herzen!

Cathrina

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29 thoughts on “Coaching oder Psychotherapie – oder: denn ich wusste nicht, dass es möglich ist

  1. Liebe Cathrina,
    toller Artikel! Meine Erfahrungen mit Therapien sind genau die gleichen wie deine, obwohl meine Probleme nicht im Bereich einer Essstörung lagen. Therapien haben sehr wohl ihren Sinn, aber durch sie kommt man niemals ins Handeln, während ein Coaching genau das bewirkt. Insofern würde ich sagen, dass beides sich ergänzt und auf einander aufbaut.
    Liebe Grüße, Andrea

    1. Liebe Andrea,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Ich kann dir nur zustimmen und ich bin auch überzeugt, dass es die Mischung macht. Wie ich geschrieben habe, es gibt kein allgemeingültiges Konzept und viele Wege und ich freue mich, dass du deinen gefunden hast 🙂
      Liebe Grüße
      Cathrina

  2. Liebe Cathrina,
    Dein Artikel finde ich sehr spannend und anregend zum diskutieren, danke für den Mut. Ich arbeite zwar zum größten Teil „therapeutisch“, aber als Privatzahler Praxis mische ich sehr viele Techniken, die ich aus dem Coaching gelernt habe. Für mich war das der passendste Weg und für die Klienten auch. Auch ich habe schon viele Patienten erlebt mit jahrelangen Therapie- Erfahrungen, aber ich denke, da wirken auch andere Dinge mit:
    zum einen sind kassenärztliche Behandlungen bezahlt, d.h. ich muss die Stunden nicht selbst bezahlen. Das kann sich eine Selbstzahlerin gar nicht erlauben- die ist oft eine andere Motivation und Mitarbeit angezeigt!
    Zum anderen haben, so wie Du bestätigst, auch Diagnosen und „krankes Umfeld“ eine große Wirkung auf das Selbstbild!
    Für mich ist es also nicht eine Frage, ob Coaching oder Therapie, sondern WIE derjenige arbeitet. Als akademischer Therapeut ist die Vorgehensweise da sicher „amtlicher“ und nach einem eher Standart Leitfaden vorgegeben. Wir sind da als private Anbieter einfach freier. Auch nicht zwangläufig besser.
    Ich finde Deine Erfahrung sehr wichtig und bestätigt meine Arbeit sehr. Dennoch sollte jeder Coach wissen, wo er hellhörig werden sollte. Es gibt einfach Themen die gehören nicht in ein Coaching. Auch das finde ich professionell!
    Herzlichen Gruß, Bea

    1. Liebe Bea,

      vielen Dank für deinen tollen und ausführlichen Kommentar! Ich freue mich, dass ich „rüberbringen“ konnte, dass ich keinen Ansatz als per se gut oder schlecht bewerte und stimme dir absolut zu, dass es das (professionelle) WIE ist. Genau das wollte ich vermitteln, vielen Dank!

      Cathrina

    2. Liebe Bea,
      ich kann mich dir anschließen. Der Weg ist das Ziel! D.h. jeder geht seinen Weg, und manchmal braucht es erst Klinikerfahrung, plus Psychotherapie ambulant, plus die Erkenntnis, dass es so nicht weiter geht….um dann das Ruder SELBST in die Hand zu nehmen…ich beschreibe gerade meinen eigenen Weg!
      Selbst…heißt z.B. auch selbst zu bezahlen, um dann extrem motiviert MITzuArbeiten! Selbst…heißt auch selbst MITzuDenken und MitzuFühlen ob das was angeboten wird zu mir passt und mit meinem Weg stimmig ist, dies ist in manchen Fällen oder Situationen erst noch nicht möglich und braucht den Vorlauf einer Therapie. Deshalb entweder/oder ist für mich auch nicht die Frage, sondern das WIE?
      …der Weg ist das Ziel…JA – und darum arbeite auch ich heute SEBST als Therapeutin und Coach, mit einem Mix aus Psychtherapie und Coaching, mit SELBSTzahlern!
      Herzliche Grüße, Jutta

  3. Liebe Cathrina,
    vielen Dank für diesen tollen Artikel und das Teilen deiner Geschichte! Auch wenn mir persönlich meine Psychotherapie in Kombination mit viel Eigenarbeit, einigen Coaching-Sessions und nicht zuletzt den Gesprächen mit sehr, sehr wertvollen Menschen (unter anderem mit dir!) wirklich sehr geholfen hat, meine Muster zu entlarven und letztendlich auch zu verändern, habe ich mich in vielen Stellen deines Artikels wiedergefunden. Ich wünsche mir ebenso wie du, dass du viele Menschen erreichen und ihnen dabei helfen kannst, wieder den Mut zu fassen, ein glückliches und freies Leben zu leben.
    Meine Seele hast du berührt und ich denke auch die vieler anderer…
    Danke!!

    1. Danke liebe Nina! Dein Kommentar hat mich sehr berührt. Ja, Eigenarbeit ist natürlich ein wichtiger Bestandteil der ganzen Sache und glücklichweise wird diese auch immer leichter, sobald man sich wieder darüber klar ist, was man möchte und es sich auch erlaubt und gönnt. Du hast vollkommen Recht damit, dass viele verschiedene Schritte zum Ziel führen können und mir ging es vor allem darum zu motivieren, diese Schritte auch gehen zu wollen und (wieder) daran zu glauben, dass Veränderung möglich ist.

      Liebste Grüße
      Cathrina

  4. Liebe Cathrina,

    seit langem komme ich mal wieder dazu, einen Artikel zu lesen und Deinen habe ich bis ganz zu Ende gelesen. Nicht, weil mich das Thema Essstörungen so interessiert, sondern weil ich ganz ähnliche Erfahrungen mit Therapien gemacht habe – bei mir selbst und bei meinen Klienten.

    Mir gefällt der pathologisierende Umgang mit psychosomatischen Störungen in dieser Gesellschaft nicht. Es gibt noch nicht einmal ein Wort im Deutschen, das nicht gleich eine „Störung“ attestiert. In Kliniken ist das besonders auffällig. Ich habe dort Menschen beobachtet, die jedes Jahr sechs Wochen Therapie machten und kein Stück weiter kamen. Es wurde nahezu immer von einem Krankheitsbild ausgegangen. Viele dieser Menschen haben solche Negativschleifen in Gedanken gedreht, dass es mich nicht sehr gewundert hat, dass es ihnen schlecht ging. Dabei ist es so heilsam, den Fokus und das eigene Potenzial und auf die Eigenverantwortung zu legen.

    Für mich ist die Frage nach dem WARUM, wie sie in vielen Therapien gestellt wird, daher nicht sehr zielführend. Sie führt von der eigenen Verantwortung weg und verursacht nicht selten Schuldzuweisungen. Das erscheint mir kein besonders heilsamer Weg zu sein.

    Ich stimme Dir ebenfalls zu, dass Therapie in manchen Situationen angebracht ist aber eben nicht in allen.

    Deshalb habe ich mich sehr gefreut, diesen Beitrag zu lesen, für den ich Dir herzlich danke.

    Alles Liebe
    Claudia

    1. Liebe Claudia,

      mir geht es oft ähnlich mit langen Artikeln (auch wenn sie mich interessieren) und daher freut mich dein Kommentar ganz besonders!
      Den Stempel, wie du ihn beschreibst, kenne ich nur zu gut und auch, dass man dadurch leicht die Verantwortung abgibt. Ich habe früher lange nach dem Warum gesucht und darin die Lösung vermutet. Das Warum zu klären finde ich als ersten Schritt hilfreich – insbesondere für verstandgesteuerte Menschen 🙂 und dann dürfen die nächsten Schritte nach vorne folgen. Ich bin sicher, dass auch in verschiedenen Therapien der Fokus auf das Positive/Eigenpotential, die Zukunft und die Eigenverantwortung gelegt wird und hoffe, dass das immer mehr zum Standard wird 🙂

      Liebe Grüße
      Cathrina

  5. Hallo, liebe Cathrina,

    was soll ich sagen? Da brauch ich ja schon fast gar keinen Blog mehr zu chronischen Schmerzpatienten zu schreiben!

    Alles gesagt bzw. geschrieben!
    Danke!

    Ja, ich habe ähnliches erfahren – anders, und doch geht es um Therapie auf klassische Weise. Sie mag hier und da sehr hilfreich sein, und doch habe ich mich da nicht wiedergefunden. Selbst dort fühlte ich mich nicht „passend“. Und das war es für mich ja auch – genau wie du habe ich durch NLP verstanden, dass es das optimistische, das positive Denken und vor allem der Selbstwert durch Stärken stärken und meine Ziele finden aus einem – ich nenne es mal – Lebensumstand herauszukommen, bedarf.

    Nochmals danke für dein Öffnen über diesen Blog!

    Alles Liebe,
    Kerstin

    1. Liebe Kerstin,

      ich glaube, es gibt noch ausreichend zu sagen 🙂 – und darauf bin ich sehr gespannt! Vielen Dank für deinen Kommentar! Ich freue mich wirklich, dass ich mit meinen Aussagen, meinem Denken so viel positive Resonanz bekomme!

      Liebe Grüße und voller Vorfreude auf deinen Artikel 🙂
      Cathrina

  6. Liebe Cathrina,

    ein sehr offener und toller Artikel von dir. Danke für’s teilen! Ich bin nicht betroffen von dem Thema, aber auf irgendeine Weise sehr interessiert daran, vielleicht aufgrund meiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

    Was ich zum Thema „Unterschied Coaching/Therapie“ anmerken möchte: Coaching hat einen entscheidenden Vorteil: es blickt auf Gegenwart und Zukunft, darauf, was veränderbar ist und es bringt den Betroffenen zum handeln.

    Zu verstehen, was wo herkommt und wie was zusammenhängt – wie dies in klassischer Psychotherapie geschieht – ist vielleicht die Basis, aber mehr auch nicht.

    Liebe Grüße, Beatrix

    1. Danke für deinen Kommentar, liebe Beatrix!
      Es war mir auch ein Bedürfnis, den nicht-Betroffenen einen kleinen Einblick in die Gedankenwelt einer Ess-Herausgeforderten zu geben und ich freue mich, wenn ich das erfüllt habe 🙂

      Liebe Grüße
      Cathrina

  7. Liebe Cathrina,

    danke für diesen wundervollen, ehrlichen, mutigen und so wertvollen Artikel. Du bist toll!

    Ich sehe das ganz genauso. Jeder darf sich selbst dazu entscheiden, wo er hingeht. Es gibt sicherlich Menschen, denen eine Therapie hilft und jeder steht an einem anderen Punkt seiner Entwicklung. Das gilt ja auch für die Therapeuten selbst, von denen sich auch immer mehr für Alternativen öffenen und auch für uns Coaches. Jeder Coachee findet seinen Coach und die richtige Coachingmethode.

    Mir hat vor ein paar Wochen eine junge Klientin mit diagnostizierten Depressionen gesagt, dass ich ihr das Leben gerettet hätte und dass sie mit ihrer Therapeutin seit zwei Jahren über das spricht, was ich in einer Sitzung aufgelöst habe. Manchmal glaube ich selbst noch, dass es Zufall war, denn irgendwie ist es schon verrückt. Ich habe ja auch gar nicht an ihrer „Depression“ gearbeitet, sondern mit ihr an ihren Zielen, so wie es bei Dir war.

    Sie hatte einfach die Nase voll und wollte mal was anderes ausprobieren. Und genau darum geht es. Wir können doch einfach mal alles ausprobieren. Und wenn es nicht funktioniert können wir immer noch ins vielleicht „sichere“ Nest zurückkriechen.

    Das Hauptproblem bei diesen Diagnosen ist, dass diese Menschen oft ein Leben lang einen „Stempel“ haben. Denn sie könnten ihrem Umfeld oft nicht beweisen, dass sie vielleicht gar nicht krank sind.

    Und die Aussage „es schaffen sowieso nur 50% von euch“ von der Du schreibst ist wirklich schockierend.

    Ich persönlich finde es so wichtig, das ganze entspannt zu beobachten, mich auf das zu fokussieren, was sich für mich gut anfühlt und mich über die Erfolge zu freuen.

    Und vor allem glaube ich, dass niemand Angst davor haben muss in diesen Berufen – egal ob Therapeut oder Coach – arbeitslos zu werden. Es gibt genug für alle.

    Liebste Grüße
    Britt

    1. Danke liebe Britt – am liebsten würde ich deinen Kommentar wie einen Artikel teilen :)!

      Ich bin immer wieder inspiriert und fasziniert von deiner Arbeit und erzähle den Menschen in meinem Umfeld ständig davon – weil es so wunderbare Erfolge sind, die motivieren und Hoffnung geben!

      Danke, dass es dich gibt (herz)

      Cathrina

      1. Danke <3
        Das ist so lieb von Dir. Und Du bist ein toller Coach und hast mir bei einer echt wichtigen Sache so schnell geholfen. Dafür bin ich Dir wirklich sehr dankbar. <3
        Danke, dass es DICH gibt!

  8. Guten Tag Cathrina,
    Ich finde dein Artikel so gut, aber dass es kein universelles Erfolgsrezept oder Geheimnis gibt,damit bin ich nicht einverstanden.
    Hier habe ich das bekannteste (Das Universelle Erfolgsgeheimnis Buch von Helmut Ament).

    Ich wünsche eine schöne Lektüre.

  9. Liebe Cathrina, bei mir war es eine Krebsdiagnose, die mich zu NLP brachte. Ich wusste von Anfang an, dass ich mir eine Psychotherapie über einen längeren Zeitraum nicht „antun“ wollte.
    Nach der ersten Verzweiflung, den Fragen „Warum ausgerechnet ich?“, und dem Hadern mit meinem Schicksal, entschied ich mich allerdings auch gegen ein Coaching. Ich machte selbst die NLP-Coaching-Ausbildung.
    Denn mir war damals schon klar: „Wenn ich das überlebe, will ich Frauen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen, sie dazu ermutigen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.“
    Die in der Ausbildung gelernten NLP-Modelle wendete ich regelmäßig für mich an, probierte quasi an mir aus, womit ich später andere Frauen begleiten wollte.
    Heute fühle ich mich stark und gesund, die regelmäßigen Nachuntersuchungen untermauern mein Gefühl. 🙂
    Nach meiner Einschätzung hätte ich mit einer Psychotherapie in dieser doch relativ kurzen Zeit nicht annähernd dieses Ergebnis erreicht.
    Herzlichst
    Sylvia

    1. Liebe Sylvia,

      erstmal vielen Dank, dass du deine persönliche Erfahrung hier teilst! Ich bin seit der Veröffentlichung meines Artikels sehr beeindruckt davon, wie viele Menschen mit meinem Thema in Resonanz gehen. Und ich hoffe natürlich sehr, dass ich auch einige (noch) Betroffene erreiche.

      Wir beide haben da eine ähnliche Erfahrung gemacht: ich habe auch nicht mit einem Coaching, sondern mit Seminaren begonnen. Jedoch wurden wir dort von den Trainern nebenbei auch systematisch und durchgehend gecoached, was den Effekt um einiges gesteigert hat.
      Meine Botschaft ist jedoch nicht „Wenn du ein Problem hast, mach eine NLP Ausbildung“ (obwohl es sicher nicht schadet 🙂 ), sondern wie ich schreibe: sich zu erlauben, seinen eigenen Weg zu gehen und dass dieser leicht und nicht qualvoll und langwierig sein muss.

      Liebe Grüße
      Cathrina

  10. Liebe Christina,

    ein toller Artikel!
    Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch das Recht hat, seinen ganz eigenen Weg zu gehen und SEINE Lösung zu finden! Ich persönlich bin davon überzeugt, dass ein Coaching viel mehr bringt, weil es lösungsorientiert ist. Und außerdem nicht so zeitaufreibend und auch nervenaureibend (weil immer über das Problem gesprochen wird) wie eine langjährige Psychotherapie. Therapie hat auch seine Berechtigung, und ist, wenn eine Störung bzw. ein Krankheitsbild vorliegt dem Coaching vorzuziehen, wenn der Klient/Patient selbst nicht mehr handlungsfähig ist.
    Ich bin mit Leib und Seele Coach und wünschte, dass sich mehr Menschen „trauen“, die Hilfe eines anderen in Anspruch zu nehmen, anstatt sich jahrelang oder u.U. jahrzehntelang mit ihren Problemen rumzuschlagen.
    Auch Coaching ist kein Allheilmtel für alles und jeden. Aber aus meiner eigenen Erfahrung sowohl als Klient als auch als Coach in der Arbeit mit Klienten, bin ich immer wieder begeistert, was alles möglich ist.
    An alle: Die Lösung liegt in DIR, auch wenn du sie gerade nicht siehst.
    Lieben Gruß
    Simone

    1. Liebe Simone, vielen Dank für deinen Kommentar!
      Auch wenn ich durchaus auch gute Erfahrungen mit Therapie gemacht habe (in meinem Fall nur eben kein Erfolgserlebnis damit), stimme ich dir zu, dass dort viel Zeit mit dem Besprechen des aktuellen Zustands und der Klärung, wie es dazu kam verbracht wird. Das hat auch seine Berechtigung und hilft zu verstehen. Sobald man aber, wie du sagst, selber handlungsfähig ist, hilft es einfach mehr, den Fokus auf die möglichen Lösungen zu legen. Das kann auch im Rahmen von Therapie erfolgen, jedoch sehe ich im Coaching mehr Potential.

      Liebe Grüße
      Cathrina

  11. Liebe Cathrina,

    danke für deinen sehr interessanten Artikel und deinen Mut, dies so offen darzustellen!
    Als nicht Betroffener kann ich deine Situation nun viel besser verstehen und du hast mir damit vor allem einen neuen Einblick in den Grenzbereich von Therapie und Coaching ermöglicht.
    Dein Artikel bringt außerdem die Erfahrungen von Therapie und Coaching, die mir Freunde und Klienten berichten, sehr genau auf den Punkt.

    Herzliche Grüße,
    Joachim

    1. Lieber Joachim,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut mich ehrlich zu hören, dass ich dir die Situation von „Betroffenen“ näher bringen konnte. Für Außenstehende ist es oft schwierig und zudem kaum nachvollziehbar, was das Versteckspiel umso wichtiger macht, mit dem sich die Betroffenen oft nur noch weiter von einem (ich nenne es mal) gesunden Verhalten entfernen.
      Liebe Grüße
      Cathrina

  12. Liebe Cathrina,
    mein Lieblingssatz ist: „Und während dort mein Fokus wochenlang auf dem „was will ich?“ lag, hatte ich tatsächlich vergessen, dass ich (…) hatte“. Ich glaube fest daran, dass jeder dort ( … ) seine eigene Geschichte einsetzen kann. Du zeigst, dass es funktioniert und das finde ich super ermutigend. Du zeigst, dass man Krankheit wandeln kann. Danke für diesen Artikel! Wirklich schade, dass Erkrankten immer wieder gesagt wird, sie würden krank bleiben. Ich kenne diesen Satz auch und frage mich, warum er so oft benutzt wird? Aus Angst falsche Hoffnungen zu machen? Es kostet Mut und Überzeugungskraft den Fokus zu ändern und sich damit ja letztlich auch gegen eine ärztliche Authorität zu stellen. Ich stelle gerade fest, dass ich beim Lesen einen anderen Schwerpunkt hatte – den der Heilung von Krankheiten bzw. den Umgang damit B-) Meine Hauptbotschaft, die ich mitgenommen habe. Danke dir 🙂
    Liebe Grüße
    Maike

    1. Liebe Maike,

      danke für deinen schönen Kommentar! Ja, soweit ich weiß, dürfen Ärzte und Therapeuten kein Heilversprechen geben – daher macht es in ihrer Welt Sinn zu sagen, dass man nicht unbedingt gesund wird. Bestimmt lässt sich diese Aussage modifizieren, indem man den Betroffenen zu verstehen gibt, dass es möglich ist und es nunmal weitgehend in ihrer Macht liegt. Wenn ich mir Hilfe suche, tendiere ich dazu, Verantwortung abzugeben und diese wiederzuerlangen erfordert ein Vertrauen in sich und die Welt, wenn man so möchte. Dieses wieder zu stärken sehe ich als die Aufgabe aller „Helfer“.

      Liebe Grüße
      Cathrina

  13. Liebe Cathrina
    Erst mal finde ich deinen Artikel total gelungen und es super, dass du damit so offen umgehst. Ich befinde mich gerade im Psychologiestudium und werde danach die TherapeutenAusbildung machen. Durch meine Praktika und Erfahrungsberichte durfte ich lernen, das es Verdammt viele schlechte Therapeuten gibt. Jedoch liegt dies häufig daran, dass das Setting in einer Klinik und die Arbeitsbedingungen dort ganz miserabel sind. Selbst wenn man engagiert und gut ist, dann kann man oft gar nicht anders. Zudem muss man finde ich die verschiedenen Therapierichtungen unterscheiden. Ich gehe eher in die tiefenpsychologische Richtung und kann mit der ganz reinen Verhaltenstherapie nicht viel anfangen. Wobei ich immer dafür bin, Dinge zu mischen. Was auch gute Therapeuten in der Praxis tun. Ich denke bei Coaches findest du viel öfter jemanden, der dies aus Leidenschaft und mit seinem Herzblut tut. Bei den Therapeuten sind viele dabei, für die ihr Job eben einfach nur ein Job ist und die das alles so absitzen. Da gibt es viele, die selbst für sich Therapie ablehnen aber dann meinen, dass sie selbst total super therapieren können. Ich halte das für völligen Blödsinn.
    Ich mache es daher nie am Job oder an der JobBezeichnung fest, sondern am Mehrwert. Mir ist es dann egal, wie viel Ausbildungen der Mensch hat, der mich betreut.
    Ja und mein Ziel ist einfach eine super gute Psychotherapeutin zu werden. 😄
    Liebe grüße und weiterhin viel Erfolg und Freude!
    Anne

    1. Liebe Anne,

      vielen Dank für deinen ausführlichen und wertvollen Kommentar. Ich weiß, dass ein kleines bisschen Kritik an Psychotherapeuten durchschimmert. Mir ist klar, dass es in jedem Berufsfeld Menschen gibt, die mit Herz dabei sind und andere, die es nicht (mehr) sind oder aufgrund verschiedener Umstände nicht können. Der Fokus des Artikels ist ja auch, dass man offen sein darf und jeder seinen ganz eigenen Weg zur Heilung geht. Und das hast du total toll aufgegriffen! Deine Klienten werden sich eines Tages glücklich schätzen dürfen 🙂
      Alles Liebe und viel Erfolg dabei!!

      Cathrina

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