Warum ich zum Coaching ging – und wie das grundlegend mein Leben verändert hat.

Du wunderst Dich vielleicht, warum ich ausgerechnet dieses Thema gewählt habe, da ich doch ein psychologischer Coach und Entspannungspädagoge bin. Aber das war ja nicht immer so, ich hatte – bevor ich die Ausbildung zum Coach und Entspannungspädagoge gelernt habe –  einen völlig anderen Beruf… oder besser gesagt mehrere.

LabyrinthIch habe einige verschiedene Berufe ausgeübt, aber nie habe ich es lange ausgehalten und mich so richtig wohlgefühlt. Es gab immer irgendetwas, das mir nicht so gepasst hatte.

Klar ich bin bei allen Berufen am Anfang gerne hingefahren und habe die Arbeit auch sehr gerne gemacht, aber irgendwann ging dann immer der Spaß verlorgen. Das ging soweit, dass ich mit Bauchschmerzen aufgestanden oder lustlos zur Arbeit gefahren bin. Nie hat es so richtig gefunkt, wie man so schön sagt.

Meine letzte Arbeitsstelle war in der Unternehmensberatung. Die Arbeit war im Grunde nicht schlecht, doch ich war viel unterwegs, habe viele Firmen aufgesucht, viele Insolvenzen begleitet und letztlich war das mein Untergang, ich wurde krank.

Burnout!

Ich hatte einen Burnout, zwei Gürtelrosen innerhalb von 6 Monaten und eine Erkältung nach der anderen. Mein Nervenkostüm war extrem angegriffen, mein Immunsystem wollte auch nicht mehr mitspielen.

Ich fühlte mich als ob ich „ zu dumm“ sei, etwas durchzuhalten. Ich fühlte mich als Versager. Mir kam immer öfter der Gedanke, dass mein Umfeld doch recht hatte, wenn sie mich respektlos behandelten. Meine Wahrnehmung war, dass ich nicht mehr wahrgenommen und von oben herab behandelt werde.

Der rote Faden meines Selbstbetrugs

Das war aber auch während der Zeit als ich noch am Arbeiten war so. Egal in welchem meiner ganzen Berufe.

  • Ich habe als Einzelhandelskauffrau meine Lehre gemacht, in einem Lebensmittelgeschäft. Dort fühlte ich mich absolut nicht wahrgenommen oder wertgeschätzt, weder als Lehrling, noch als Mensch.
  • Ich war im zweiten Lehrjahr sollte ich nachmittags mit einer anderen Kraft zusammen eine Filiale übernehmen. Die andere Kraft war aber nicht für den Laden zuständig sondern für die Wurst- und Fleischtheke, sodass ich eigentlich überall gleichzeitig sein musste. Ich war völlig überfordert, doch niemanden hat das interessiert. Natürlich sagen viele „ Lehrjahre sind keine Herrenjahre“. Ich habe diesen Spruch immer schon gehasst! Trotzdem hat sich dieser Glaubenssatz eingeprägt. Mit meinem Vorgesetzten darüber zu sprechen, oh weh, dafür hatte ich kein Selbstvertrauen oder geschweige denn, den Mut dazu.

In meiner ganzen Zeit, egal was ich gemacht habe, hat sich das mit der Respektlosigkeit und der Wertschätzung wie ein roter Faden weiter gezogen.

  • Ich habe danach noch bei einer anderen Firma als Kassiererin gearbeitet und wurde sozusagen raus gemobbt. Ich wurde krank und konnte den Beruf der Einzelhandelskauffrau nicht mehr weiter fortführen.
  • Dann habe ich bei jemandem gearbeitet, der sein Büro für mich im Wohnzimmer eingerichtet hatte. Ich hatte einen Haustürschlüssel und konnte jederzeit in die Wohnung, er lag meistens dann noch im Bett. Als ich nach ein paar Wochen bei ihm gekündigt hatte, schuldete er mir noch meinen Lohn, den hatte er mit einer Ausrede einbehalten. Ich ging zum Arbeitsgericht, dort wurde ich von ihm extrem respektlos behandelt und er hat mir sogar gedroht.

Danach hatte ich noch einige Jobs, überall begegnete mir das Gleiche. Ich wurde nicht wahrgenommen und von vielen „Chefs“ von oben herab behandelt. Das war nicht nur in meinem beruflichen Umfeld so, sondern auch im Freundeskreis und teilweise auch in der Verwandtschaft.

Alle diese Erfahrungen die ich gemacht habe, waren Erfahrungen über die ich nie gesprochen habe mit anderen, im Gegenteil, ich habe immer so getan als ob alles ok ist, ich habe immer das Strahlemännchen und die Starke gespielt. Jedem, der gekommen ist und etwas wollte, habe ich den Gefallen getan.

Mein neuer Weg!

WegweiseUnd dann eines Tages wurde ich richtig krank. Meine Hausärztin meinte damals: „Wenn Sie so weiter machen, dann werden sie das nächste halbe Jahr nicht mehr überleben, sie sollten sich mal Gedanken machen wie es weitergeht“.

Sie gab mir Adressen von Psychologen mit, die ich angerufen habe. Ich sage Dir ich bin bald dran verzweifelt, denn unter 12 Monate war kein Termin zu bekommen. Was nun?

Durch meine Tätigkeit als Unternehmensberaterin hatte, ich dann noch ein Kontakt zu einem Coach in der Nähe von Bremen.

Endlich ein Stückchen Hoffnung?

Ich habe überlegt ob dieser Coach mir helfen kann. Deshalb habe ich ein Seminar beim ihm belegt und stellte fest: Mensch der Mann ist gut, der weiß wovon er spricht und hat auch noch dasselbe mitgemacht wie ich. Warum nicht? Also bin ich einmal wöchentlich für 2 Stunden zu ihm hingefahren, 350 km hin und zurück.

Das war eine echt harte Zeit, nicht nur wegen der Entfernung, sondern vor allem wegen der intensiven Arbeit mit dem Coach. Ich habe so viel über mich erfahren, ich habe sehr, sehr viele Tränen vergossen weil ich rausgefunden habe, warum die Leute mich nicht mit Respekt behandelt hatten, warum ich nicht wahrgenommen wurde und warum ich es zugelassen hatte, von oben herab behandelt zu werden.

Die stetige Kompontente in diesem ganzen Spiel war nicht die anderen. Sondern ich!

Wir haben viele Übungen gemacht, wir haben eine Menge aufgearbeitet. Ich habe sehr, sehr viel über mich selber gelernt und auch umgesetzt.

Es lag an mir, ich selbst war der Grund für alles, was ich erlebt hatte. Das musste ich erst einmal verdauen und auch darüber nachdenken.

Wenn ich mich selbst nicht mit Respekt behandle und wahrnehme, warum sollte es dann jemand anderes tun?

Veränderung

Heute behandele ich mich selbst mit Respekt und nehme mich viel besser wahr.

Und wenn ich auch schon mal Zeiten dazwischen habe, wo es nicht so ist, mittlerweile habe ich ein Frühwarnsystem in meinem Körper, das mich daran erinnert:

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Coaching hat mir viel gebracht – jetzt gebe ich etwas zurück.

Mein Wunsch ist es, dass jeder Mensch sich selbst respektiert und wahrnimmt. Nur so kann er auch von außen mit Respekt wahrgenommen werden.

Das gebe ich inzwischen als psychologischer Coach und Entspannungspädagoge an andere Menschen weiter.

  • Ich habe durch das Coaching meine Berufung gefunden und liebe es.
  • Ich liebe es meine Klienten/Coachees den Weg zu zeigen und sie zu begleiten, der Weg der für sie richtig ist und der sich für sie stimmig und richtig anfühlt.
  • Ich liebe es wenn sie sich wieder wahrnehmen und mit Respekt behandeln.

In diesem Sinne, wertschätze Dich und behandele Dich selbst mit Respekt!

Solltest Du damit Probleme haben, scheue Dich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen und zu einem Coach, Heilpraktiker für Psychotherapie oder zu einem Psychologen zu gehen. Er wird Dir helfen, Deinen Weg zu finden und begleitet Dich auf Deinem Weg.

Deine Stefanie Utsch-Jacobi

Written by 

Glücklich ohne Kind – ist das möglich? Ja! Heute bin ich davon überzeugt. Doch, der Weg dahin war ein weiter. Darum ist es meine Herzensangelegenheit, Frauen zu begleiten. Frauen, die einen ausgeprägten Wunsch nach Kindern haben, aber aus unterschiedlichen Gründen kinderlos geblieben sind. Frauen sollen diesen Zustand nicht länger als Mangel erleben, sondern ein selbstbestimmtes und entspanntes Leben führen. Ich unterstütze sie auf diesem Weg. Sitzt der Kinderwunsch tief, dreht sich oft das ganze Leben um dieses Thema. Jeden Monat keimt die Hoffnung auf, dass es vielleicht geklappt hat. Und jeden Monat durchlebt man das gleiche Trauma, wenn sich der Wunsch doch nicht erfüllt. Das Leben wird getaktet und bestimmt von Terminen in der Kinderwunschklinik. Unbedachte Bemerkungen von Außen, dass man scheinbar die Karriere vorzieht oder häufige Fragen, warum man denn noch keine Kinder hat, sind sehr belastend. Irgendwann kommt der Tag, an dem man diesen Wunsch definitiv loslassen muss, weil keine Behandlung Erfolg zeigt und alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Aber loslassen ist nicht so einfach. Und es fragt sich, wann und wie ein entspannter Umgang mit dem Thema eintreten kann. Bei mir führte ein Burn-out dazu, dass ich mich endgültig lösen konnte. Und heute bin ich soweit, dass ich mein Leben genieße. Selbstbestimmt, entspannt und erfüllt auch ohne Kind. Möchtest auch Du Deinen Weg finden? Standort: 57555 Mudersbach

12 thoughts on “Warum ich zum Coaching ging – und wie das grundlegend mein Leben verändert hat.

  1. Liebe Stefanie,

    deinen Weg kann ich sehr gut nachvollziehen; danke, dass du so offen darüber berichtest. Und vor allem vielen Dank für dein klares Plädoyer für Coaching. Denn auch ich bin der Überzeugung, dass hier eine starke Alternative zur Therapie liegt, die wesentlich zu unserem persönlichen Wachstum beitragen kann.

    Herzliche Grüße,

    Kiwi

    1. Liebe Kiwi,

      vielen Dank für Dein lieben Kommentar. Es hat mich wirklich sehr gefreut. Ich möchte mit meiner Offenheit zeigen, das auch ein Coach seine „Baustellen“ hat oder hatte und wir alle nur Menschen sind.
      Ich werde noch einige so offene Blogs schreiben, ich möchte das jeder seinen Weg findet und auch geht. Mit einem Coach oder auch anderen Therapeuten.
      Es sind immer noch zu wenig Menschen die Hilfe annehmen und sich diesen auch erlaubt. Das finde ich Schade, den jeder kann seinen Weg einfacher gestalten.
      Die Plattform The-Coach.net ist das genau richtig für die Klienten die Ihren Weg suchen, da hier sehr viel Kompetenz auf einem „Haufen“ ist und jeder seinen Coach finden wird.

      Lieben Gruß
      Stefanie

      LG
      Stefanie

      1. Liebe Stefanie,

        ja, ich denke auch, dass diese Plattform eine sehr schöne Idee ist, die hoffentlich vielen Leuten helfen wird, die richtige Unterstützung zu finden! Ich bin schon gespannt auf deine nächsten Artikel.

        Herzliche Grüße,

        Kiwi

  2. Liebe Stefanie, danke für deine Geschichte, die sehr berührend ist und aufzeigt, was ein gutes Coaching wirklich bewegen kann. Ich selber habe Coaching vor vielen Jahren kennen- und schätzen gelernt, auch ich habe einen guten Coach gefunden, aber noch bevor ich gegen eine Wand gelaufen bin und habe eine tolle Karriere sowohl persönlich als auch beruflich gemacht. Vielleicht mache ich meine Geschichte auch öffentlich, um Menschen zu ermutigen, dass sie Coaching auch als Präventivmaßnahme sehen und nutzen. Herzliche Grüße Angelika

    1. Hallo Angelika,

      vielen Dank für Dein lieben Kommentar.

      Das wäre eine gute Idee, wenn Du Deine Geschichte öffentlich machst.
      Mein Gefühl ist es ja immer, das die Menschen jemanden suchen der auf Augenhöhe ist und weiß wie es ist, wenn man einen Coach aufsucht. Und als Präventivmaßnahme finde ich es sehr gut und nicht erst wenn es zu spät ist.
      Ich wünsche Dir viel Erfolg.

      LG
      Stefanie

    1. Hallo Franzi,

      ich habe Einzelhandeslkauffrau gelernt, danach habe ich mehrere Weiterbildungen gemacht und bin dann durch Zufall in die Unternehmensberatung gekommen. Durch einen Verein der für Selbständige da ist und ihnen bei Not hilft.

      Es war eine Erfahrungwert.

      LG
      Stefanie

  3. Liebe Stefanie,

    es toller Artikel, der mich sehr berührt. Vielen Dank für Deine Offenheit und den Mut uns an Deiner Geschichte teilhaben zu lassen. Passend dazu habe ich gerade ein schönes Zitat bei Harry Potter gelesen: „Wenn Du beginnst an Dich selbst zu glauben, werden auch andere an Dich glauben! Albus Dumbledore. 🙂
    Vielen Dank und liebe Grüße
    Kerstin

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